Full text: Beschäftigungssituation und Problemlagen von MigrantInnen - Exploration des Status quo in Wien

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Obwohl aus den Bildungs- und Arbeitsmarktstatistiken mangelnde Arbeitsmarktintegration und 
hohe Bildungsbenachteiligung der 2. Generation aus Drittstaaten heraus zu lesen sind, gibt es 
wenig Studien und Forschungen, die diesem Thema auf den Grund gehen. Auch eine 
Detailanalyse der NEETs und ESL (Early School Leavers) ist von Nöten. Weiters gibt es 
Forschungslücken zu den Verdrängungsprozessen länger Ansässiger sowie zur Frage der 
Erwerbsbeteiligung Drittstaatsangehöriger. Beide Gruppen sind überdurchschnittlich stark von 
Arbeitslosigkeit betroffen, wobei auch hier die Ursachen nicht im Detail bekannt sind. Obwohl 
es mittlerweile eine große Bandbreite an arbeitsmarktpolitischen Angeboten gibt, sind nur 
wenige Daten über deren Wirkungen und Erfolge vorhanden. Dasselbe Problem besteht auch 
rund um das Thema Nostrifikation und Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Darüber 
hinaus gibt es auch Forschungslücken bei den Themen grenzüberschreitender Arbeitsmarkt, 
Gesundheit und Arbeitsmarktzugang, Dequalifizierung und Sprachkompetenz sowie 
Diskriminierung.  
Institutionelles Setting, Netzwerke & Kooperationspartner 
In Wien gibt es eine Reihe integrations- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und 
Angebote, die bei unterschiedlichen Institutionen angesiedelt sind. Das Start Wien Programm, 
der Qualifikationsplan 2020, die Koordinationsstelle Jugend-Bildung-Beschäftigung, 
Pilotprojekte zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen („Kompetenzchecks“) sowie 
Deutschkurse und das Kursangebot des AMS Wien oder die Anerkennungsstellen für 
ausländische Qualifikation sind nur einige dieser wichtigen und guten Förderprogramme. Viele 
der aufgezählten Maßnahmen werden seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt und 
haben eine hohe Reputation. Vielen dieser Projekte und Maßnahmen liegt eine verstärkte 
Kooperation zwischen arbeitsmarktrelevanten Akteuren in Wien zugrunde.  
Nichtsdestotrotz ist die Kooperation der beteiligten AkteurInnen in Wien noch weiter 
auszubauen, denn nur wenn alle einen gemeinsamen Integrationsplan unterstützen und aktiv 
vorantreiben, können optimale Rahmenbedingungen für die Betroffenen geschaffen werden. 
Es wäre wünschenswert wenn die Frage der Arbeitsmarktintegration von benachteiligten 
Gruppen und MigrantInnen prioritäres Thema der Wiener Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik 
der nächsten Jahre wird. Ein politisches Bekenntnis aller Stakeholder – ähnlich wie beim 
Qualifikationsplan 2020 – würde das Thema weiter forcieren.  
ExpertInnen Interviews 
Vor diesem Hintergrund wird von den interviewten ExpertInnen ein Handlungsbedarf 
hinsichtlich der Entwicklung eines ganzheitlichen und effizienten Steuerungs- und 
Förderprogramms verortet. Dieses Programm soll integrations- und arbeitsmarktpolitische
        

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