Full text: Beschäftigungssituation und Problemlagen von MigrantInnen - Exploration des Status quo in Wien

45 Obwohl aus den Bildungs- und Arbeitsmarktstatistiken mangelnde Arbeitsmarktintegration und hohe Bildungsbenachteiligung der 2. Generation aus Drittstaaten heraus zu lesen sind, gibt es wenig Studien und Forschungen, die diesem Thema auf den Grund gehen. Auch eine Detailanalyse der NEETs und ESL (Early School Leavers) ist von Nöten. Weiters gibt es Forschungslücken zu den Verdrängungsprozessen länger Ansässiger sowie zur Frage der Erwerbsbeteiligung Drittstaatsangehöriger. Beide Gruppen sind überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen, wobei auch hier die Ursachen nicht im Detail bekannt sind. Obwohl es mittlerweile eine große Bandbreite an arbeitsmarktpolitischen Angeboten gibt, sind nur wenige Daten über deren Wirkungen und Erfolge vorhanden. Dasselbe Problem besteht auch rund um das Thema Nostrifikation und Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Darüber hinaus gibt es auch Forschungslücken bei den Themen grenzüberschreitender Arbeitsmarkt, Gesundheit und Arbeitsmarktzugang, Dequalifizierung und Sprachkompetenz sowie Diskriminierung. Institutionelles Setting, Netzwerke & Kooperationspartner In Wien gibt es eine Reihe integrations- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und Angebote, die bei unterschiedlichen Institutionen angesiedelt sind. Das Start Wien Programm, der Qualifikationsplan 2020, die Koordinationsstelle Jugend-Bildung-Beschäftigung, Pilotprojekte zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen („Kompetenzchecks“) sowie Deutschkurse und das Kursangebot des AMS Wien oder die Anerkennungsstellen für ausländische Qualifikation sind nur einige dieser wichtigen und guten Förderprogramme. Viele der aufgezählten Maßnahmen werden seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt und haben eine hohe Reputation. Vielen dieser Projekte und Maßnahmen liegt eine verstärkte Kooperation zwischen arbeitsmarktrelevanten Akteuren in Wien zugrunde. Nichtsdestotrotz ist die Kooperation der beteiligten AkteurInnen in Wien noch weiter auszubauen, denn nur wenn alle einen gemeinsamen Integrationsplan unterstützen und aktiv vorantreiben, können optimale Rahmenbedingungen für die Betroffenen geschaffen werden. Es wäre wünschenswert wenn die Frage der Arbeitsmarktintegration von benachteiligten Gruppen und MigrantInnen prioritäres Thema der Wiener Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik der nächsten Jahre wird. Ein politisches Bekenntnis aller Stakeholder – ähnlich wie beim Qualifikationsplan 2020 – würde das Thema weiter forcieren. ExpertInnen Interviews Vor diesem Hintergrund wird von den interviewten ExpertInnen ein Handlungsbedarf hinsichtlich der Entwicklung eines ganzheitlichen und effizienten Steuerungs- und Förderprogramms verortet. Dieses Programm soll integrations- und arbeitsmarktpolitische

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