Full text: Intergenerationelle Lebensqualität. Diversität zwischen Stadt und Land. (21)

37 GENERATIONEN, EMPIRISCHE DIMENSIONEN DER LEBENSQUALITÄT UND RAUM 3 GENERATIONEN, EMPIRISCHE DIMENSIONEN DER LEBENSQUALITÄT UND RAUM 3.1 Generationen Im Alltagsverständnis hält sich seit langer Zeit eine Vorstellung, die eine Generation mit der Dauer von ungefähr 30 Jahren festlegt, wobei unausgesprochen zwei Faktoren eine Rolle spielen: Zum einen wird die Aufeinanderfolge verschiedener Geburtskohorten mitgedacht, zum andern wird ein Moment angenommen, das nach 30 Jahren die Dauer beendet. Dieses Moment ist die Geburt des ersten Kindes. Damit ist also eine Generation die Zeitdauer von der Geburt einer Person bis zur Geburt deren ersten Kindes. Wenn jedoch Geburtsraten, Erstheiratsalter und andere Kriterien über die Zeit hinweg berück- sichtigt werden, stellt sich schnell heraus, dass, wie S. A. MacManus gezeigt hat, z. B. in den USA dieser Durchschnitt zwischen ca. 15 und 30 Jahren variiert hat (vgl. MacManus 1996, 18). Dieser oder auf ähnlichen Logiken basierende Generationsbegriffe sind daher auch schon früh durch stärker sozialwissenschaftlich gedachte Konzeptionen ersetzt worden. Wenn J. W. Smith und A. Clurman im Jahr 1997 schreiben konnten, dass eine Generation „natürlich“ aus mehr als den Menschen besteht, die innerhalb eines bestimm- ten Zeitraumes geboren sind, und dass sie sich vielmehr unter gemeinsam geteilten Erfahrungen zusammenfinden, die sie während ihrer formativen Jahre erworben haben, Erfahrungen, welche die Mitglieder einer Generation zu ähnlichen Fertigkeiten und Werten geführt haben (vgl. Smith/Clurman 1997, 3), so nehmen sie auf solche geänder- ten Auffassungen Bezug, die erstmals im deutschsprachigen Raum von K. Mannheim formuliert worden sind (vgl. Mannheim 1928). Dass aber die biologischen Fakten von Geburt und Tod bzw. Altern und Lebenserwartung für die Generationen konstitutiv sind, die Eigenheit einer Generation aus ihnen aber nicht abzuleiten ist, wird sich noch zeigen. Ein schneller Streifzug durch die Literatur der letzten Jahre vermittelt im Kern folgende Vorstellungswelt: Eine Generation ist ein gedachter Lebenszusammenhang von Men-

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