Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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Institutionalismus“ (vgl. etwa Schmidt 2012, 2011) vor, diesen Bias zugunsten bestimmter 
Problemwahrnehmungen bzw. Lösungsvorschläge zentral auf institutionell sedimentierte 
Wissensbestände und eine entsprechend variierende Passfähigkeit politischer Ideen 
zurückzuführen. Im Zusammenhang mit der Frage nach der Dis-/Kontinuität von 
Entwicklungen im Bereich programmatischer Ideen (vgl. ebd.: 108ff.), wie sie hier zur 
Diskussion steht, ist dabei die Priorisierung passfähiger, weil mit den sedimentierten 
Wissensbeständen in Kontinuität stehender Konzepte von besonderer Bedeutung. 
Was schließlich die Frage der exogenen, also von außen auf den Prozess der Policy-
Formierung einwirkenden Restriktionen betrifft, geht es um jene Selektivität politischer 
Institutionen, die – wie Claus Offe (2006 [1972]: 105) es formulierte – „die nicht-zufällige 
(d.h. systematische) Restriktion eines Möglichkeitsraumes“ bedingt. Dem zugrunde liegt 
die Überlegung, dass nicht für alle Sachthemen der Weg auf die politische Agenda bzw. an 
die Spitze politischer Prioritätenlisten gleichermaßen offen steht, sondern dass deren 
Chancen aufgrund eines Sets institutionalisierter Filterungs- und Ausschlussregeln variiert.  
Konkret hängen besagte Chancen von den Möglichkeiten des Zugangs zu bzw. der 
Kontrolle über Kapazitäten ab, die für verschiedene politische Kräfte bzw. die von diesen 
verfolgten Interessen, Strategien, Zeithorizonte usw. in jeweils spezifischer, nämlich 
„strategisch-selektiver“ (Jessop 2002: 40) Form ausgestaltet sind. Aus der IPA-Perspektive 
interessieren uns in diesem Zusammenhang in erster Linie „diskursive“ (ebd.: 93) bzw. 
„epistemische Selektivitäten“ (Brand/Vadrot 2013: 207ff.) im Sinne von in politische 
Institutionen eingeschriebenen Mechanismen, die spezifische Formen des Wissens, der 
Problemperzeption und der Narration gegenüber anderen präferieren (vgl. ebd.).  
 
(2.2) Methodische Grundlagen 
Was die Datenerhebung für die vorliegende Studie anbelangt, kamen in einem ersten 
Schritt Literatur- und Quellenrecherchen zur Anwendung, um die (internationale) Debatte 
zu alternativen Wohlstands- und Fortschrittsindikatoren sowie zu Strategien für deren 
institutionelle Verankerung aufzuarbeiten. Hinsichtlich der politischen Strategieanalysen 
relevanter AkteurInnen in Österreich wurden alsdann in einem zweiten Schritt 
leitfadengestützte ExpertInneninterviews eingesetzt. Die Auswertung der solcherart 
erhobenen Daten erfolgte mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse. 
Beim ExpertInneninterview handelt es sich um eine in der qualitativen Sozialforschung
        

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