Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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etablierte Methode der Datenerhebung. Diese intendiert eine Erforschung sozialer 
Sachverhalte durch die Erschließung des Spezialwissen von ExpertInnen mittels 
spezifischer Formen der Gesprächsführung (vgl. Froschauer/Lueger 2003: 52f.; 
Gläser/Laudel 2010: 12).7 Die im Rahmen der Studie angewandte Form des Interviews 
lässt sich hinsichtlich ihres Standardisierungsgrads dabei – in Abgrenzung zu 
standardisierten (Fragebogen-)Interviews – als nicht- bzw. teilstandardisiert 
charakterisieren (vgl. Hopf 2008: 351). Konkret handelte es sich um Leitfadeninterviews, 
die sich an einem vorab entwickelten Fragenkatalog orientierten. Besagter Leitfaden 
diente hinsichtlich des Untersuchungsfelds als Strukturierungshilfe und im Hinblick auf die 
Erhebungssituation als Richtschnur. Zudem garantierte er im Zusammenhang mit der 
Auswertung die Vergleichbarkeit erhobener Daten (vgl. Klammer 2005: 226ff.).  
Was die Auswertung der mittels Leitfadeninterviews erhobenen Daten betrifft, wurde in der 
qualitativen Sozialforschung eine Vielzahl methodischer Ansätze erprobt (vgl. Schmidt 
2008). Vor allem wenn zentral technisches Wissen bzw. Prozesswissen, nur nachrangig 
hingegen Deutungswissen im Zentrum der Untersuchung steht, wird häufig auf 
Instrumente aus dem Bereich der qualitativen Inhaltsanalyse referiert (vgl. etwa Bogner et 
al. 2014: 17ff./71ff.; Gläser/Laudel 2010: 43ff.). Wenngleich im vorliegenden Fall alle drei 
genannten Wissensformen von Bedeutung sind, bedienten auch wir uns bei der 
Datenauswertung der qualitativen Inhaltsanalyse. Vereinfacht dargestellt wurden zu 
diesem Zweck die vollständig transkribierten Interviews im Sinne textförmiger Daten in 
einem ersten Schritt mithilfe eines Analyserasters entlang ex ante entwickelter Kategorien 
einer Feinanalyse unterzogen. In einem nachfolgenden Schritt ging es darum, die so 
gewonnen Informationen in aggregierter und vom Ursprungstext abstrahierter Form 
aufzubereiten und im Rahmen einer Gesamtanalyse interpretativ-analytisch auszuwerten. 
Was die Anzahl der ExpertInneninterviews betrifft, wurden insgesamt 20 rund einstündige 
Interviews durchgeführt, wobei fünf davon als explorative Interviews am Projektbeginn 
standen. Bei der Auswahl der ExpertInnen wurde eine ausgewogene Repräsentation von 
fünf Stakeholder-Gruppen angestrebt, die im Hinblick auf das Erkenntnisinteresse des 
                                                 
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 Den in der Politikwissenschaft interviewten ExpertInnen stehen im Rahmen des Interviews drei Rollen zur 
Verfügung, nämlich jene der Person (das einzelne Individuum), jene des/der RepräsentantIn (die 
vertretene Organisation bzw. Institution) sowie jene des/der StrategIn (die kollektiven strategischen 
AkteurInnen im Sinne von Parteien, Verbänden, NGOs usw.) (vgl. Abels/Behrens 2009: 161). Vor allem 
im Hinblick auf die mit ExpertInneninterviews im Allgemeinen verbundenen „Interaktionseffekte“ (vgl. 
ebd.: 166ff.) ergeben sich hieraus methodische Probleme, die durch das Setting der vorliegenden Studie 
noch zusätzlich verschärft, im Folgenden jedoch nicht systematisch reflektiert werden können.
        

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