Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

46 dann evident, wenn darauf aufbauend Versuche zur Überschreitung dieses paradigmatischen Rahmens unternommen werden. Einer Etablierung neuer Paradigmen jedoch stünden konkrete Interessen entgegen, mit denen man in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zwangsläufig konfrontiert sei; vor allem jedoch etablierte Gewissheiten, wenngleich diese aufgrund der Krise – sowie aufgrund der „Verunsicherung, in die sie die Ökonomen-Zunft gestürzt hat“ (Schratzenstaller INTV) –, zumindest in Teilen erschüttert wurden (vgl. etwa Marterbauer INTV). In Bezug auf die außeruniversitäre Forschung ist die Einschätzung im Vergleich zur universitären Forschung – wie einleitend erwähnt – zwar positiver. Aber auch hier seien im Allgemeinen häufig mangelndes Interesse sowie mit Bezug auf einzelne Bereiche besondere Schwachstellen zu konstatieren (vgl. etwa Marterbauer INTV). Dafür werden zentral fehlende ,Impulse von außen‘ verantwortlich gemacht, etwa in Gestalt entsprechender Nachfrage seitens der Politik (z.B. Forschungsaufträge) oder in Gestalt zur Verfügung stehender Ressourcen (z.B. Forschungsgelder) (vgl. etwa Bernhofer INTV). Hinzu kämen aber auch ,interne Hindernisse‘, etwa weil alternative Indikatoren bzw. damit verbundene Ansätze im Alltagsgeschäft der Forschungsinstitute vielfach von vergleichsweise marginaler Bedeutung seien (vgl. etwa Schratzenstaller INTV). Was die beiden großen Wirtschaftsforschungsinstitute, also WIFO und Institut für Höhere Studien (IHS) anbelangt, wird von außen vor allem erstgenannter Institution eine Offenheit gegenüber der Debatte attestiert und dies zentral auf die Person der beiden ehemaligen Leiter Karl Aiginger (WIFO) bzw. Christian Keuschnigg (IHS) zurückgeführt (vgl. Krainer INTV). Entsprechend habe sich auch vor allem das WIFO – wie in Kapitel 3 ausführlich dargelegt wurde – rasch bemüht, den Impuls der Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission für Österreich aufzugreifen und u.a. aufgrund der engen Verbindungen zwischen Statistik Austria und WIFO auch die Arbeit an WGÖ? aktiv unterstützt (vgl. etwa Schratzenstaller INTV). Nichtsdestotrotz gebe es in Bezug auf bestimmte Bereiche, konkret etwa im Zusammenhang mit Verteilungsfragen, auch hier Schwachstellen, die u.a. auf die Trägerschaft und Finanzierung der großen Wirtschaftsforschungsinstitute zurückzuführen seien (vgl. etwa Marterbauer INTV). Teilbereiche des mit der Indikatorendebatte verbundenen Feldes würden zudem von kleineren Forschungsinstituten, beispielsweise seitens des Sustainable Europe Research Institute (SERI) im Ökologie-Bereich oder seitens der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) im Sozial-Bereich, abgedeckt. Unter anderem aufgrund der

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