Volltext: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

47 Abhängigkeit von zu akquirierenden Forschungsgeldern sei das Fehlen der oben erwähnten ,Impulse von außen‘ hier aber von noch größerer Relevanz. Zudem sei bei den genannten Instituten auch hinsichtlich der Forschungsagenden kein etwa mit dem WIFO vergleichbar breiter Fokus gegeben (vgl. etwa Schratzenstaller INTV; Marterbauer INTV). (4.2.3) Lösungsoptionen Was die erste Hürde im Bereich der wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit, also die skizzierten fachlichen Herausforderungen anbelangt, wird die Lösung einerseits in einer „Arbeit an den Datengrundlagen“ (Marterbauer INTV) gesehen, um bestehende Lücken – etwa hinsichtlich der Frage der Vermögensverteilung – zu schließen.49 Gerade im Falle der Statistik Austria setze dies aufgrund der Weisungsgebundenheit vielfach jedoch entsprechende Initiativen auf politischer Ebene voraus (vgl. Wegscheider-Pichler INTV).50 Andererseits wird eine Reihe von Lösungsvorschlägen für die übrigen skizzierten Herausforderungen unterbreitet. So solle etwa das dargelegte Problem der Timelags durch die Anwendung von – auch im Rahmen der BIP-Rechnung gebräuchlichen – Schätzmethoden (z.B. Flash Estimates, Nowcasting) gelöst werden. Und was das Problem der Komposition von Indikatorensets betrifft, wird eine mögliche Lösung darin gesehen, auf der Basis einer Vielzahl von Vorschlägen ein breites Gesamtset zu erstellen, die konkrete Auswahl bzw. Gewichtung aber jedem einzelnen Land bzw. – auf der Basis von Umfragen – der Bevölkerung des jeweiligen Landes zu überlassen (vgl. Aiginger INTV). Von manchen wird jedoch mit Verweis auf solche fachlichen Herausforderungen vor der Hoffnung auf die „eierlegende Wollmilchsau“ (Wallner INTV) gewarnt, zumal etwa eine völlig konsistente Integration von Fragen sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit in die VGR oder von Fragen des Glücksempfindens in die Berechnung des BIP unwahrscheinlich sei. Die Lösung der dargelegten Probleme erscheint vielen InterviewpartnerInnen dabei als „Voraussetzung für rationale“ (Schweighofer INTV) – im Sinne evidenzbasierter – Politik,51 49 Gerade im Bereich der subjektiven Lebenszufriedenheit seien dabei in jüngster Zeit – nicht zuletzt im Kontext von EU-SILC, das auch im Rahmen von WGÖ? eine zentrale Datenbasis bildet – beträchtliche Fortschritte gemacht worden, was die Methoden der Datenerhebung und -auswertung anbelangt (vgl. Wegscheider-Pichler INTV). 50 Zur Frage bestehender Datenlücken im Rahmen von WGÖ? vgl. ausführlich STAT 2015a: 168ff. 51 Dabei wird darauf verwiesen, dass Indikatoren „grundsätzlich ein schwieriges Phänomen für eine kurzlebige Politik“ (Feldhofer INTV) seien, u.a. weil ihre Beziehung zu politischen Maßnahmen vielfach

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