Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

49 finanzieller und ideeller Form auch gefördert werden solle.53 Entsprechende „pädagogische […] oder auch didaktische Konzepte“ (Pühringer INTV) vorausgesetzt, würde sich die Indikatorendebatte in der Perspektive mehrerer InterviewpartnerInnen jedenfalls auch dafür eignen, in die universitäre und zum Teil wohl auch bereits in die schulische Lehre miteinbezogen zu werden (vgl. ebd.; Himpele INTV). Die Überwindung der dargelegten Hürden im Bereich der außeruniversitären Forschung, namentlich des mangelhaften Interesses aufseiten der Forschungsinstitute, wird zentral darin gesehen, dass „die politische Ebene sich stärker für das Thema interessiert und Aufträge in diese Richtung vergibt“ (Marterbauer INTV). Konkret könnte solcherart das dargelegte Problem der fehlenden ,Impulse von außen‘ gelöst werden. So meint etwa Dominik Bernhofer (INTV), Mitarbeiter der Sektion IV für Koordination im Bundeskanzleramt (BKA): „[M]an könnte […] Forschungsinstitute finanzieren, die sich damit beschäftigen. Man könnte die politische Diskussion darüber intensivieren, sodass auch die Forschung auf den Zug aufspringen würde, weil sie dann […] zurecht das Gefühl hat, dass das ein Thema ist, mit dem sie sich beschäftigen sollte.“ Um die dargestellten ,internen Hindernisse‘ zu überwinden, gehe es u.a. darum, die alternativen Indikatoren vermehrt in das Alltagsgeschäft der Institute zu integrieren. Im Falle des WIFO wäre es – wie Margit Schratzenstaller (INTV) vorschlägt – konkret etwa möglich, „solche Indikatoren in den Prognoseprozess mit ein[zu]bringen“, zumal dieser bislang stark auf traditionelle Kennzahlen im Bereich der Makroökonomie fokussiert sei. Die Relevanz einer solchen Maßnahme wird – mit Verweis auf die zentrale Bedeutung der Prognose für die Haushalts- und Wirtschaftspolitik – auch seitens anderer InterviewpartnerInnen bestätigt (vgl. etwa Gepp INTV). So meint etwa Georg Ortner (INTV), stellvertretender SPÖ-Klubdirektor für Budget und Wirtschaft: „Wenn zum Beispiel das WIFO in seinen Prognosen mehr diese Indikatoren heranziehen würde, würden sie – glaube ich – wesentlich mehr in der Debatte sein.“54 53 Parallel dazu seien jedoch auch gegenläufige Entwicklungen wie etwa die Ausbreitung advokatischer Think Tanks zu beobachten, deren inhaltliche Programmatik den Zielsetzungen eines erweiterten Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses entgegenstehe und denen gegenüber folglich eine „Gegenöffentlichkeit zu konstituieren“ (Stein INTV) sei. 54 Ortner sieht hierin eines von mehreren möglichen „Einfallstoren“ (Ortner INTV) für die Debatte. Ein weiteres meint er in den Strategieberichten des Finanzministeriums ausmachen zu können, welche begleitend zum Budgetplan der kommenden Jahre erstellt werden (vgl. ebd.).

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