Full text: Fremdenrecht

Aufenthalt und Integration 194 Wenn eine besondere Voraussetzung nicht mehr vorliegt (zB mangeln- der Studienerfolg), wird nicht das Bundesamt eingeschaltet, sondern der Antrag von der Aufenthaltsbehörde abgewiesen. In weiterer Folge wird in der Regel das Bundesamt ein Verfahren zur Erlassung einer Rückkehrentscheidung (? Seite 372) einleiten. Warum die sogenannte „Verfahrenskonzentration“ nicht angewendet wird, wenn besondere Voraussetzungen fehlen, sondern doppelglei- sig zunächst der Verlängerungsantrag abgewiesen wird und (erst) dann ein Aufenthaltsbeendigungsverfahren geführt wird, ist nicht nachvollziehbar. Selbst wenn aufgrund des Privat- und Familienlebens eine Rück- kehrentscheidung nicht möglich sein sollte, ist der rechtmäßige Auf- enthalt unterbrochen worden, was Folgen für ein unbefristetes Auf- enthaltsrecht bzw die Verleihung der Staatsbürgerschaft haben kann. Sinnvoller wäre es, auch in diesen Fällen bereits im Zuge des Ver- längerungsverfahrens zu prüfen, ob eine Aufenthaltsbeendigung (insbesondere aufgrund des Privat- und Familienlebens) zulässig ist. 3. Entziehung von Aufenthaltstiteln Wenn die besonderen Erteilungsvoraussetzungen nicht mehr vorlie- gen, hat die Behörde den Aufenthaltstitel auch während dessen Gültig- keitsdauer zu entziehen. Davon kann nur abgesehen werden, wenn im Fall der Auflösung der Familiengemeinschaft das Aufenthaltsrecht aufrechterhalten werden kann (? Seite 195) oder im Rahmen eines Zweckänderungsverfahrens ein anderer Aufenthaltstitel erteilt werden kann (? Seite 205). Weiters sind die Titel „Rot-Weiß-Rot – Karte“ und „Blaue Karte EU“ zu entziehen, wenn die Voraussetzungen (? Seite 80 ff) nicht mehr vorliegen. Eine Prüfung des Privat- und Familienlebens findet in die- sem Fall nicht statt, erst im Zuge des in aller Regel darauffolgenden Verfahrens zur Erlassung einer Rückkehrentscheidung (? Seite 372) ist eine solche Abwägung durchzuführen.

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