Full text: Alles Wissenswerte rund um die Lehrlingsausbildung

123 Die Regelungen bezüglich der Arbeitszeit sind im österreichischen Recht ziemlich komplex. Es gibt zu den meisten gesetzlichen Regelun- gen Ausnahmebestimmungen. Eine der wichtigsten Ausnahmerege- lung vom Gesetz finden sich im Kollektivvertrag. Daher sind neben den einschlägigen gesetzlichen Regelungen stets der Kollektivvertrag oder die Betriebsvereinbarung zu beachten. Zu- sätzlich dazu gibt es noch spezielle gesetzliche Ausnahmebestimmun- gen für gewisse Berufsgruppen wie zum Beispiel BäckerInnen. Das wichtigste Unterscheidungskriterium bei Arbeitszeitregelungen bei Lehrlingen ist das Alter. Für Jugendliche und Lehrlinge, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gibt es eigene, die Arbeits- zeit betreffende Regelungen. Diese sind in einem eigenen Gesetz, dem Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz (KJBG), geregelt. Für alle Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, gilt das Arbeitszeitgesetz (AZG), beziehungsweise gibt es für Personen im öffentlichen Dienst ein eigenes Dienstrecht. Das Kinder- und Jugend- lichen-Beschäftigungsgesetz hat den Hauptzweck, Kinder und Jugend- liche zu schützen, weshalb die Regelungen teilweise strenger als die Regelungen im Arbeitszeitgesetz sind. Im Folgenden wird auf die Son- derbestimmungen des Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsge- setzes eingegangen. Grundsatzbestimmung der Arbeitszeit für Jugendliche § 11 Abs 1 Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz ist die Grundsatzbestimmung, in der festgelegt ist, dass Jugendliche täglich nicht mehr als 8 Stunden und wöchentlich nicht mehr als 40 Stun- den arbeiten dürfen, wenn keine Ausnahmen vorliegen. Beispiel: 8 Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche Der Lehrling arbeitet von Montag bis Freitag jeweils von 08:00 bis 16:30 Uhr inklusive 30 Minuten Pause. Das ergibt pro Tag 8 Stunden und 30 Minuten. Zieht man die Pause, die nicht als Arbeitszeit gilt, in 11 Abs 1 KJBG

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