Full text: Technologischer Wandel & Ungleichheit

Technologischer Wandel & Ungleichheit 25 diese Wirkungszusammenhänge sich als recht komplex darstellen, wollen wir diese Komplexität entsprechend abbilden und versuchen dabei über vorhandene Studien in mehrerlei Hinsicht hinauszugehen: etwa durch den Versuch, mehrere Operationalisie- rungen von technologischem Wandel und Verteilungsmaßen zu verwenden. Für die in diesem theoretischen Gerüst entwickelten Konzepte versuchen wir in Kapitel 3 entsprechende empirische Grundlagen bereitzustellen. Hier definieren wir Indikato- ren, mit denen wir ‚technologischen Wandel‘, ‚Beschäftigung‘ und ‚Verteilung‘ vor dem Hintergrund existierender Datenbestände und ihrer Grenzen operationalisieren und sie so für unsere empirischen Analysen aufbereiten. Dabei zeigt sich, dass insbesondere der Versuch, komplexe Wirkungszusammenhänge zwischen einer Mehrzahl von Faktoren abzubilden an Grenzen der Datenlage stößt. Diese Grenzen benennen wir in diesem Kapitel und arbeiten heraus, was auf der Basis aktueller Daten für Österreich sag- und machbar ist. Vor dem Hintergrund des vorhan- denen empirischen Materials wurde die 2-Steller Ebene der ÖNACE Branchen als Ana- lyseebene gewählt. Mit dieser kritischen Diskussion der Datengrundlagen hoffen wir zum einen künftigen ForscherInnen Arbeiten zu diesen Fragestellungen zu erleichtern, zum anderen verwei- sen die identifizierten Defizite der Datenlage auch auf Handlungsbedarf auf Seiten der Politik und Verwaltung. In Kapitel 4 stellen wir die Ergebnisse der deskriptiven Analyse für jeden einzelnen In- dikator dar. Bereits diese deskriptive Analyse bringt einige bemerkenswerte Beobach- tungen der Entwicklungen im betrachteten Zeitraum (von 2002–2014, für einige Un- tersuchungen unterteilt in 2005-2008 / 2009-2010 / 2011-2014 um die unterschiedli- chen konjunkturellen Phasen abzubilden) zutage. Zusammen mit einer Clusteranalyse, die helfen soll, Muster in den Branchencharakteristika hinsichtlich technologischem Niveau sowie Beschäftigungs- und Verteilungsdynamik zu identifizieren, legt dieses Kapitel die Grundlage für die weitergehenden ökonometrischen Analysen in Kapitel 5. Dort werden – in verschiedenen Modellspezifikationen – Beschäftigungsentwicklung sowie personelle und funktionale Einkommensverteilung als abhängige Variablen von Regressionen eingeführt, in die technischer Wandel (auch in Form der Digitalisierung), Außenhandelsverflechtung, gewerkschaftlicher Organisationsgrad sowie Arbeitsmarkt- charakteristika (Teilzeitquoten, Frauenanteile) als erklärende Variablen eingehen. Neben einigen allgemeinen Trends wie dem des tendenziellen Anwachsens der For- schungsintensität und der F&E-Beschäftigung sowie der generell guten Entwicklung von Produktivität lassen sich auch in manchen Bereichen deutliche Unterschiede zwi- schen dem Sektor der Warenproduktion dem Dienstleistungssektor feststellen. Was

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