Full text: Arbeitsrecht (129)

4.3.2.2.3.6. Pharmazeuten Für Apotheker und Aspiranten (Dispensanten167), die in öffentlichen Apotheken oder in Anstaltsapotheken angestellt sind, sieht das Gehaltskassengesetz 2002 (GehKG) Sonderre- gelungen vor. Die Besonderheit liegt in der Errichtung einerGehaltskasse, in die neben den erwähnten Arbeitnehmergruppen auch die pharmazeutischen Dienstgeber eingegliedert sind. Der Gehaltskasse, die aus Mitgliedsbeiträgen, Gehaltskassenumlagen, Riskenaus- gleichsbeiträgen udgl gespeist wird, obliegt vor allem die Auszahlung der Bezüge, die Ge- währung von Zuwendungen an Pharmazeuten und deren Hinterbliebene sowie die unent- geltliche gemeinnützige Stellenvermittlung für ihre Mitglieder (§ 1 Abs 2, § 7 GehKG). Fer- ner ist die Gehaltskasse unter gewissen Voraussetzungen dazu berechtigt, sich an Unterneh- men zu beteiligen (§ 1 Abs 3 GehKG). Aus Art VII Z 2 AngG ergibt sich, dass das AngG auf den Dienstvertrag der Pharmazeuten subsidiäre (ergänzende) Anwendung findet, auch wenn sich diese Bestimmung noch auf eine Vorgängerregelung des GehKG 2002 bezieht. 4.3.2.2.3.7. Schiffsbesatzungen Regelungen über Schiffsbesatzungen in der Binnenschifffahrt finden sich im Schifffahrts- gesetz, BGBl I 62/1997. Das Binnenschifffahrtsgesetz enthält vor allem die Pflichten des Schiffsführers, insbesondere auch gegenüber der Besatzung (s etwa § 5 leg cit). Die Seeschifffahrt ist grundsätzlich im Seeschifffahrtsgesetz, BGBl 174/1981 geregelt. Mit der Novelle BGBl I 46/2012 zum SeeSchFG hat sich allerdings Österreich als Binnenland von der gewerbsmäßigen Seeschifffahrt zurückgezogen. Das SeeSchFG findet nur mehr auf österreichische Jachten Anwendung. Der VII. Abschnitt des SeeSchFG mit den (arbeits- rechtlichen) Bestimmungen zur Schiffsbesatzung wurde ersatzlos gestrichen. Sollte der Eig- ner einer Jacht Personal anstellen, gilt allgemeines Arbeitsrecht. Vorweg ist hiebei zu prüfen, ob nach den Kollisionsregeln des Internationalen Privatrechts österreichisches Arbeitsrecht in Frage kommt (vgl 2.7.1). Nicht zur Anwendung gebracht werden kann das AngG auf Grund der Ausnahmeregelung in § 5. 4.3.2.3. Arbeitnehmer mit besonderem Schutzbedarf 4.3.2.3.1. Kinder und Jugendliche Eine Arbeitnehmergruppe, die nicht auf Grund der Besonderheiten des Berufszweigs, son- dern wegen ihrer speziellen Schutzwürdigkeit einer Sondergesetzgebung, nämlich dem KJBG (vgl auch die §§ 109 ff LArbG), unterliegt, ist die der Kinder und Jugendlichen (vgl insb Dirschmied/Nöstlinger, KJBG [2002]). Kinder iSd § 2 KJBG sind Minderjährige bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres oder bis zur späteren Beendigung der Schulpflicht. Die Beschäftigung von Kindern mit Arbeiten jeg- 4.3.2.3. 202 Arbeitgeber/Arbeitnehmer 167 S zu dieser Personengruppe § 74 GehKG. 4/101 4/102 4/103 4/104 4/105 4/106

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