Full text: IFAM Info - 2002 Heft 3 (3)

re) Betriebsvereinbarung abzu- schließen ist. Liegt keine diesbe- zügliche Betriebsvereinbarung vor, so hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf Unterlassung bzw auf Beseitigung der Kontrollanlage. Tipp Sowohl der Internetzugang, als auch der E-Mail Verkehr sollten umfassend geregelt werden. Da- bei sollte insbesonders auch Form der Systembenutzung und Proto- kollierung, Qualifizierung der Mitar- beiter (Unterweisung im Daten- schutz!) und Vorgangsweise im Fal- le eines Missbrauches festgelegt werden. Zu hohe Lohnnebenkosten in Österreich? Heinz Leitsmüller (AK Wien) Zur Ausgangssituation: Die Wirt- schaft fordert von der österreichi- schen Regierung ein ausgiebiges Programm zur Senkung der „über- durchschnittlich“ hohen Lohnne- benkosten. Betriebs- und Aufsichts- räte werden mit Forderungen nach Personalkostensenkungen kon- frontiert, um die angeblich dadurch entstehenden Wettbewerbsnachtei- le ausgleichen zu können. Sind Österreichs Arbeit- nehmer tatsächlich zu teuer? Ein Vergleich der Lohnneben- kosten mit anderen europäischen Ländern würde die Forderungen der Wirtschaft zunächst bekräfti- gen: lenvergleich hinkt: es werden Äpfel mit Birnen verglichen. Innerhalb Europas gibt es große Unterschiede - bei der Finanzierung der Sozial- versicherung (über Beiträge oder über Steuern); - bei den Zahlungsmodalitäten (13. u. 14. Lohn/Gehalt wird in vielen europäischen Ländern im Direkt- lohn verrechnet); - bei den sozialen Standards. Werden nur die indirekten Lohnne- benkosten verglichen (SV-Abga- ben, Lohnsummensteuer) liegt Österreich in Europa mit ca 29 % an 5. Stelle. Viel aussagekräftiger ist ein Ver- gleich der gesamten Arbeitskos- ten mit der Entwicklung der Pro- duktivität. Die sich daraus erge- benden „Lohnstückkosten“ erge- ben ein komplett anderes Bild: Demnach hat Österreich in den letzten Jahren überdurchschnitt- lich hohe Produktivitätszuwächse und damit deutlich günstigere Lohnstückkosten vorzuweisen als beinahe alle Handelspartner. Die internationale Wettbewerbssituati- on der österreichischen Sach- güterproduktion hat sich dadurch kräftig verbessert! Langfristig wird die Wettbewerbsposition einer Volkswirtschaft vor allem von der Qualifikation der Arbeitskräfte und vom Innovationspotenzial der Un- ternehmen dominiert – die Lohnne- benkosten fallen hier kaum ins Gewicht. Auch wenn die Lohnnebenkosten keine Wettbewerbsnachteile für Österreichs Wirtschaft bedeuten, sollte die Idee der Wertschöp- fungsabgabe weiterverfolgt wer- den. Die Verknüpfung der Sozial- versicherungsbeiträge mit den Per- sonalaufwendungen führt zu einem Impuls in Richtung Senkung der Personalkosten. Wer mehr rationa- lisiert, wird mit geringeren Beiträ- gen zur Sozialversicherung „be- lohnt“. Eine Verbreiterung der SV- Berechnungsgrundlage um Kom- ponenten der Wertschöpfung (etwa Abschreibung) könnte einen sinn- vollen Beitrag zur Finanzierung und Absicherung der Daseinsvorsorge leisten. Lohnnebenkosten 2000 in % des Leistungslohnes Italien 95,5 Belgien 95,0 Frankreich 93,0 Österreich 90,2 Spanien 82,2 Deutschland 79,6 ..... Großbritannien 43,4 Dänemark 25,1 Quelle: WIFO, 9/2001 Österreich liegt demnach bei den Lohnnebenkosten im europäischen Spitzenfeld. Aber: der reine Zah- Entwicklung der Lohnstückkosten 95 - 00 2000 Deutschland - 2,7 - 3,5 Norwegen + 4,8 + 5,2 Dänemark + 2,6 - 3,1 Belgien + 0,0 + 0,8 Österreich - 2,7 - 6,0 Großbrit. + 10,1 + 8,7 Italien + 2,9 + 0,7 Österr. Han- delspartner + 0,4 + 0,5 EU-14 - 0,4 - 1,4 Quelle: Wifo 9/2001 P.b.b. Zulassungsnummer: 01Z022538 I. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1040 Wien Herausgeber, Verleger, Medieninhaber: Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 20-22, Hersteller: König Satz Print Ges.m.b.H.,1100 Wien, Verlags- und Herstellort: Wien.

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