Full text: Flexible Arbeitszeitarrangements aus der Perspektive österreichischer ArbeitnehmerInnen (182)

38 VII. VEREINBARKEIT VON ARBEIT UND LEBEN ? Personen mit stärker selbstgesteuerten Arbeitszeiten berichten eher auch von arbeitgeberseitigen Flexibilitätsanforderungen betroffen zu sein. ? Die Differenz zwischen den von Frauen und Männern mit Kindern geleisteten Vollzeit-Arbeitszeiten ist bei automatischer Zeiterfassung am geringsten. ? Auch bei vollkommen selbstbestimmten Arbeitszeiten sind die Vollzeit- Arbeitszeiten von Frauen und Männern mit Kindern – auf hohem Niveau – ähnlich. ? Die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitorganisation steigt tendenziell mit dem Grad der Arbeitszeitautonomie. ? Besonders unzufrieden mit der Arbeitszeitorganisation sind Beschäftigte mit fixen Arbeitszeiten und einer Überstundensonderregelung. ? Auch verlängerte Arbeitszeiten wirken sich negativ auf die Zufriedenheit aus. ? Mit Ausnahme von Männern, die vollständig selbstgesteuerte Arbeitszeiten haben, steigt die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung, wenn es keine Zeiterfassung gibt. ? Entgrenzung In den Daten des Ad-hoc-Moduls finden sich auch zwei Variablen, die explizit mit Entgrenzung in Verbindung gebracht werden können. So wird erfragt, wie häufig erwartet wird, dass man länger in der Arbeit bleibt (erwartete Flexibilität) und wie häufig man in der Freizeit arbeitsbezogen kontaktiert wird (Verfügbarkeit in der Freizeit). In den deskriptiven Analysen zeigt sich, dass jeweils mit stärker ausgeprägter Selbststeuerung, einer Überstundensonderregelung und keiner automatischen Zeit- erfassung die Wahrscheinlichkeit für erwartete Flexibilität tendenziell zunimmt. So wird nur von einem Drittel der Vollzeitbeschäftigten mit fixen Arbeitszeiten, automatischer Zeiterfassung und keiner Überstundensonderregelung einmal pro Monat oder häufiger erwartet, länger zu bleiben (Abbildung 9). Bei Beschäftigten mit fixen Arbeitszeiten und Überstundensonderregelung trifft das bereits auf die Hälfte zu. Am ehesten wird von Beschäftigten mit teilweise selbstbestimmten Arbeitszeiten und Überstunden- sonderregelung eine Bereitschaft zu Flexibilität erwartet. Von ihnen wird zu 69 Prozent zumindest einmal im Monat oder öfter verlangt, dass sie länger arbeiten. Interessant ist allerdings, dass sich zwischen teilweise und vollständig selbstbestimmten Arbeitszeiten hinsichtlich der erwarteten Flexibilität kaum ein Unterschied zeigt. Es scheint, dass, wenn einmal von einer gewissen Flexibilität ausgegangen wird, hinsichtlich der Entgrenzung keine großen Unterschiede mehr gemacht werden, egal, ob vollständig oder nur teilweise selbstgesteuert gearbeitet wird. Eine andere Leseart wäre, dass man bei vollständiger Selbststeuerung so eigenverantwortlich arbeitet, dass man eben keine Instanz hat, die einem direkte Vorgaben macht.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.