Full text: Neoliberale Union oder soziales Europa? (20)

besondere Beachtung verdient, denn er ist ein wichtiger Schritt in Richtung Absiche­
rung gegen besondere Ausformungen atypischer Beschäftigung 
 ? Freilich könnte der Richtlinienvorschlag inhaltlich weiter gehen, und es sind insbe­
sondere die der Plattformarbeit innewohnenden Probleme weder angesprochen noch 
gelöst 
 ? Auch wurde bei der erstmaligen gesetzlichen Definition des ArbeitnehmerInnenbegriffs 
auf europäischer Ebene die Chance nicht genützt, diese weiter zu fassen und auch 
schutzbedürftigen Selbstständigen den Schutz des Arbeitsrechts angedeihen zu lassen
David Rautner, Petra Völkerer, Silvia Hofbauer
 ? Noch immer ist jede/r sechste Jugendliche in der EU ohne Arbeits­ oder Ausbildungs­
platz. Damit droht eine ganze Generation junger Menschen ohne Zukunftsperspektive 
heranzuwachsen – mit dramatischen sozialen und wirtschaftlichen Folgen
 ? Die bisher umfangreichste und ambitionierteste Reaktion der EU war die sogenannte 
„Jugendgarantie“. Im Rahmen dieser soll allen jungen Menschen unter 25 Jahren in­
nerhalb von vier Monaten nach Verlust einer Arbeit oder dem Verlassen der Schule ein 
hochwertiger Ausbildungs­ oder Arbeitsplatz angeboten werden
 ? Aus Sicht der AutorInnen sind insbesondere die unzureichende Finanzierung, die man­
gelnde soziale Treffsicherheit und die sehr unterschiedliche Qualität der angebotenen 
Maßnahmen zu kritisieren 
 ? Dieser Beitrag behandelt Handlungsoptionen für die Verbesserung der Jugendgarantie 
ebenso wie die Notwendigkeit eines darüber hinausgehenden Maßnahmen­Mix zur ef­
fektiven Bekämpfung der besorgniserregend hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa 
Walter Gagawczuk
 ? Es gibt nach wie vor ein ausgeprägtes Lohngefälle zwischen den meisten alten und 
den meisten neuen Mitgliedstaaten der EU. Dies führt zu einem Anstieg der grenzüber­
schreitenden Entsendungen sowie zu Lohn­ und Sozialdumping 
 ? Die einschlägige europäische Rechtslage ist keinesfalls ausreichend und zum Teil auch 
nicht geeignet, um Lohn­ und Sozialdumping zu verhindern
 ? Auch die vor Kurzem beschlossenen und die geplanten Änderungen im EU­Recht sind 
nicht ausreichend, um das Problem nachhaltig zu lösen
 ? Große Defizite gibt es nach wie vor bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit 
der Behörden. Können diese Probleme nicht gelöst werden und ist folglich grenzüber­
schreitendes Lohndumping nicht in den Griff zu bekommen, dann muss eine Ausset­
zung der Dienstleistungsfreiheit möglich sein
        

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