Full text: Arbeitssituation von LSBTI-Personen in Österreich

Endbericht zur Arbeitssituation von LSBTI-Personen in �sterreich Seite 31 
SORA � Institute for Social Research and Consulting 
zum anderen die Geschlechtsidentit�t. Beide sind zwei nicht aufeinander re-
duzierbare, unterschiedliche Dimensionen.  
 Ersteres � die sexuelle Orientierung � wird dabei als Identit�tsdimension 
begriffen, die das emotionale, romantische und/oder sexuelle Begehren ei-
ner Person hinsichtlich des Geschlechts des Gegen�bers ausdr�ckt. Bei 
gleichgeschlechtlich orientierten Menschen6 bezieht sich das Begehren auf 
Personen des gleichen Geschlechts, im Fall von lesbischen Frauen ist das 
Gegen�ber ebenfalls weiblich, im Fall von schwulen M�nnern m�nnlich. Die 
emotionale, romantische und/oder sexuelle Anziehung zu Menschen beiden 
Geschlechts wird als bisexuell bezeichnet. Schwul, lesbisch und bisexuell 
bezeichnen damit sexuelle Orientierungen, die von der gesellschaftlichen 
Norm der Heterosexualit�t abweichen.  
 Demgegen�ber beschreibt die Geschlechtsidentit�t die subjektiv empfunde-
ne geschlechtliche Zugeh�rigkeit (als Frau oder Mann), die sich entweder 
mit dem biologischen Geschlecht deckt (�cis-sexuell� bzw. �-ident�) oder ge-
genl�ufig sein kann (�trans*sexuell� bzw. �-ident�).  
 Als letztes Merkmal wurde auch Intersexualit�t mit einbezogen: Interge-
schlechtliche Menschen werden mit k�rperlichen Merkmalen geboren, die 
medizinisch als �geschlechtlich uneindeutig� definiert werden. Oftmals wer-
den Intersex-Menschen bereits im Kleinkindesalter �korrektiven 
Operationen� zugef�hrt, die sie auf ein biologisches Geschlecht festlegen. 
Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentit�t 
Die Befragung richtete sich nun explizit an f�nf Gruppen (lesbisch, schwul, bi-
sexuell, trans* und intersexuell), erlaubte aber auch die Teilnahme von 
Personen, die entweder eine andere Bezeichnung f�r ihre sexuelle Orientie-
rung anf�hrten (wie z.B. �queer�, �pansexuell�), oder die sich keiner der 
angef�hrten Kategorien zuordnen wollten. Nicht Zielgruppe der Studie waren 
damit lediglich jene Personen, die sich als cis-geschlechtlich und heterosexu-
ell definieren. 
Die deutliche Mehrheit der Befragten lebt cis-geschlechtlich: 43% der Befrag-
ten wurden als Frau geboren, ebenfalls 43% der Befragten als Mann. 8% sind 
trans*sexuell bzw. -ident (5% wurden als Mann geboren und leben als Frau, 
3% wurden als Frau geboren und leben als Mann). 12 Personen (1%) sind in-
tersexuell. 6% definieren sich anders oder aber wollten sich keiner der 
Kategorien zuordnen. 
                                               
6
 Der pathologisch konnotierte Begriff �Homosexualit�t� wird heutzutage zunehmend seltener verwendet, da er zum 
einen den sexuellen Aspekt �berbetont, zum anderen in der Vergangenheit h�ufig ausschlie�lich mit schwulen Le-
bensweisen assoziiert war und lesbische Frauen damit ausschloss.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.