Full text: Die COVID-19 Gesundheits- und Arbeitsmarktkrise und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung (211)

iv Rund 12% der Befragten machten sich große Sorgen aufgrund der Corona-Krise ihren Job zu verlieren; rund 25% machten sich große Sorgen, dass sie aufgrund der Corona-Krise Einkommenseinbußen zu erleiden haben (werden). Verstärkung der sozialen Ungleichheit Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Corona-Pandemie zu einer Verschärfung der sozialen Ungleichheit geführt hat. Bevölkerungsgruppen, die vor Beginn der Corona- Krise ohnehin schon einen niedrigeren sozialen Status bzw. eine schwächere soziale und finanzielle Position hatten, zeigten sich stärker von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Teilweise trifft dies jedoch auch auf Freiberufler und Selbständige zu, die in dieser Krise in vielen Fällen auch zu den Verlierern zählen bzw. in eine sehr ungewisse finanzielle Zukunft blicken. Konsequenzen der Pandemie für die Arbeitsbedingungen Die Corona-Krise erhöht den Druck auf den Arbeitsmarkt (stark gesunkene Nachfrage in vielen Bereichen und steigende Arbeitslosigkeit) und damit auf die ArbeitnehmerInnen. Die Implikationen von Wirtschaftskrisen für die Qualität der Arbeit sind in der Arbeits- soziologie theoretisch ambivalent und wurden noch kaum empirisch untersucht. Die Befunde der Studie können wie folgt zusammengefasst werden (Kapitel 5). Das Ausmaß der Arbeitszeitreduktion in Folge dieser Krise ist im Vergleich zu früheren Arbeitsmarktkrisen hoch. Gleichzeitig kam es in einigen Teilen der Wirtschaft zu Arbeitszeitaufstockungen. Rund 29% der unselbständig Beschäftigten verzeichneten eine Reduktion der Arbeitszeit; rund 13% eine Erhöhung. Rund 24% der Befragten gaben an, vor oder im Juni 2020 in Corona-Kurzarbeit gewesen zu sein. Hochgerechnet auf die Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren, entspricht dies ca. 1,3 Mio. Personen. Da es bis dato noch sehr wenig Informationen zu den Merkmalen der Personen gibt, die für Corona-Kurzarbeit (KUA) angemeldet waren, gibt die Studie auch einen Überblick darüber, welche Gruppen von Erwerbstätigen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in KUA waren. Basis dieser spezifischen Analyse sind alle Personen, die vor Beginn der Krise (Februar 2020) über der Geringfügigkeitsgrenze erwerbstätig waren und zum Zeitpunkt der Befragung einer der folgenden vier Untergruppen zugeteilt werden konnten: (1) durchgehend erwerbstätig ohne KUA-Episode, (2) mit KUA-Episode, die zum Zeitpunkt der Befragung abgeschlossen war, (3) zum Zeitpunkt der Befragung in KUA befindlich und (4) coronabedingt arbeitslos. Die Analyse zeigt, dass 20-29-Jährige im Vergleich zu ihrem Anteil an den unselbständig Erwerbstätigen bei der KUA überrepräsentiert waren. Eine weitere in der KUA überrepräsentierte Gruppe waren Personen mit Lehrabschluss. Die Überrepräsentation dieser Gruppe schwächte sich im Zeitverlauf jedoch ab. Frauen waren bei den Corona-KurzarbeiterInnen nicht überrepräsentiert. Frauen zeigten jedoch

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.