Full text: Solidarität - März 1953, Heft 185 (185)

(Fortsetzung von Seite 1) Das Volk hat entschieden Rolle gespielt, ebenso das nungsanfordernngsgesetz. Aber auch die übrigen termin¬ gebundenen Gesetze, welche die Wirtschaft der Spekulation weit¬ gehend entziehen und damit das Interesse der Allgemeinheit wahren, müssen verlängert und gegebenenfalls verbessert wer¬ den. Darüber hinaus müssen neue gesetzliche Vorkehrun¬ gen gegen ein ungehemmtes Profitstreben geschaffen werden. Vor allem erweist sich eine Verbesserung des Kartellgesetzes als dringend notwendig. Ebenso muß die Steuer- und Investitions¬ politik auf die als richtig erkann¬ ten Forderungen des Gewerk¬ schaftsbundes abgestimmt werden. Auf dem Gebiete der Sozialgesetzgebung wird die Stagnation überwunden werden müssen. Hier haben die Volksvertreter in allererster Linie zu beweisen, daß sie das Volk und nicht kleine Interessen¬ gruppen vertreten. Das Arbeitszeitgesetz und die Gesetze zur Regelung der Arbeitsvermittlung dul¬ den keinen Aufschub mehr. Aber auch das Heimarbeitsgesetz, das Bäckereiarbeiterschutzgesetz und das Berufsausbildungsgesetz müs- sen so schnell wie möglich ver¬ wirklicht werden. Die Angriffe gewisser Wirt- schaitskreise gegen unsere S o- ziaiver Sicherung kön¬ nen jetzt nur mehr als Angriffe gegen die Mehrheit des Volkes betrachtet werden. Mit der durch die Wahl zum Ausdruck gekommenen demokra¬ tischen Einstellung des Volkes ist die Aufrechterhaltung des Anti- t e r r o r g e s e t z e s in seiner gegenwärtigen Form unvereinbar. Die Behinderung der Gewerk¬ schaftsbewegung durch das Anti¬ terrorgesetz muß fallen. Die gewerkschaftlich organisier¬ ten Arbeiter und Angestellten wissen, daß nun nicht mit einem Schlage alles besser werden kann, sondern daß jeder soziale und wirtschaftliche Fortschritt eines zähen Ringens und einer mühe¬ vollen Arbeit bedarf. Sie wissen aber auch, daß durch die Wahlen vom 22. Februar 1953 über lebens¬ wichtige Fragen, wie über die Sicherung ihrer Arbeitsplätze und des Rentenbezuges sowie über den Ausbau der öffentlichen Wohnbau¬ tätigkeit und die Fortführung der großen staatlichen Investitionen, eine klare Entscheidung gefällt wurde. Und sie wissen, daß die großen politischen Entscheidungen in ihrer Auswirkung auf den All¬ tag nur durch eine starke Gewerkschaftsorganisa¬ tion gewährleistet werden kön- Reisesparmarken sind da! Ein schöner Urlaub mit Ruhe, Er- eigenen Prospekt verötientlicht wer- holung, Besinnlichkeit öden mit Fahr- den. Er kann mit den Marken aber Woh- ten iin eigenen Land und in an- auch Fahrkarten an den Schaltern deren Ländern, neue, unbekannte Gegenden, Naturwunder, Menschen der Bundesbahn, bei den Bundesbahn- und Postautolinien, bei der DDSG Sitten kennenlernen — wer hat sich lösen und sie für die Teilnahme am das nicht schon oft gewünscht? Wenn aber die Zeit des Urlaubes Gewerkschaftstreffen 1953 verwenden. Der Reiseprospekt des Verbandes herankommt, mangelt es an Geld, für Sozialtourismus wird vorsehen: Diesem Übelstand ist beizukommen! Urlaubsaufenthalte in allen Bundes- Wer jede Woche oder jeden Monat einen Betrag weg¬ legt, erreicht die¬ ses Ziel. Gelegent¬ lich ein Viertel Wein weniger ge¬ trunken, einige Zigaretten weniger geraucht, schon nützt es der Ge¬ sundheit und er¬ möglicht eine Rei¬ se! Wenn . . . Wenn man das Geld nicht wieder angreift. Da hilft die Reisekasse, die der unter der Führung des Ge¬ werkschaftsbundes und des österrei¬ chischen Arbeiter- kamnftrtages neu¬ gegründete Ver¬ band für Sozial¬ tourismus schuf. Es ist nun so weit, daß jeder Arbeiter oder Angestellte in seinem Betrieb, beim Bildungsfunk¬ tionär, im Bildungs¬ referat seiner Ge¬ werkschaft, bei seiner Ortsgruppe oder im Verband für Sozialtourismus, Wien, L, Hohen¬ staufengasse 10, bei den Nieder- lassungen des Reisebüros RUEFA, des ländern, Autobusfahrten im In- uncl österreichischen Verkehrsbüros, des Ausland, Wochenendfahrten, Sonder- Arbeiter- und Angestelltenbundes ein züge, Reisen nach Italien, Jugosla- schön illustriertes Reisesparheft (Preis wien, Frankreich, Holland, Schweiz, S 3,—) und Reisesparmarken erwerben Zeltaufenthaüe am .Mittelmeer, am kann. Die Reisesparmarken lauten auf Atlantik und in Paris. Mit einem den Betrag von S 5,—, kosten aber Wort: für jeden Geschmack und für nur S 4,80. • | ' i --1- ’ Mit diesen Reisesparmarken kann der Sparer nach freier Wahl Reisen — - und Urlaubsaufenthalte bezahlen, die sichert . sich einen schönen Urlaub in großer Zahl Ende März in einem durch Reisesparen! Trisannabrücke der Arlbergbahn Photo ÖVW jede Geldbörse das Passende! Jeder Arbeiter und Angestellte Urlaubs-, Oster- und Pfingstfahrten Der österreichische Verband für Sozialtourismus gibt hiemit allen Betriebsräten und Betriebsbildungs- funktionären folgende sozialtouristi¬ sche Fahrten bekannt: Ein preiswertes Urlaubsarrangement vom 25. April bis 3. Mai in das Ski¬ paradies der Silvretta ab S 647,--. Anmeldung und Auskunft: öster¬ reichisches Verkehrsbüro, Wien, L, Friedricbstraße 7. Das Reisebüro RUEFA (Reise, Ur¬ laub, Erholung für alle), Wien, I., Löwelstraße 18, Salzburg, Auersperg¬ straße 11, Innsbruck, Maximilian¬ straße 7, Villach, Kaiser-Josef-Platz 4, führt folgende Fahrten durch: Ein neuer Typ von „Markensammler“: Er sammelt Sparmarken für das G e w e r k s c h a f t s t r e f f e n ! U+mrded 3. bis 7. April (Ostern), Sonderzug nach Venedig, Fahrpreis S 150,—, Gesamtarrangement S 350,—•. 4. bis 6. April (Ostern), Autobus¬ fahrt: Prebichl, Besichtigung des Erz¬ berges, Arrangement S 276,—. 4. bis 6. April (Ostern), Autobus¬ fahrt: Obertauern, Besichtigung einer Lodenwalkerei, Arrangement S 292,—. 23. bis 25. Mai (Pfingsten), Auto¬ busfahrt: Salzkammergut, Besichtigung des Salzbergwerkes in Hallein, Arran¬ gement S 363,—. 22. bis 26 Mai (Pfingsten), Sonder¬ zug nach Venedig, Fahrpreis S 150,—, Gesamtarrangement S 350,—. übeistunden in der CSR Wenn jemand schon Überstunden macht, dann will er auch etwas da¬ von haben. In den Volksdemokratien aber ist man offenbar der Ansicht, es genüge dem Arbeiter oder Angestell¬ ten das „stolze Bewufltsein", zur Über¬ erfüllung der diversen Fünfjahrpläne mit letzter Kraft beigetragen zu haben. So lesen wir beispielsweise im tschechoslowakischen Bergarbeiter- Gewerkschaftsblatt „teskoslovensky hornik" vom 19. Februar 1953 eine Zuschrift, in der eine Angestellte der Mährischen Kohiengrubenverwaltung die bescheidene Anfrage stellt, ob ihr ein Überstundenzuschlag in der Höhe von 25 Prozent zusteht oder nicht. Sie habe in der Grubenverwaltung täglich von 6 bis 14 Uhr, also acht Stunden, gearbeitet. Auf Grund der schlechten Planerfüllung der Grube habe sie sich — natürlich — freiwillig für die Untertagearbeit zur Verfügung gestellt, einen Überstundenzuschlag aber hätte sie für diese zusätzliche Arbeit nicht erhalten. Das Gewerkschaftsorgan, dis be¬ zeichnenderweise vom Ministerium für Brennstoffe herausgegeben wird, antwortete, das Vorgehen der Be¬ triebsleitung sei vollkommen richtig gewesen. Für die Mehr¬ arbeit im Bergwerk gebühre ihr nur der normale Stundenlohn, da an¬ sonsten „die gesamte Lohnsumme unberechtigterweise ansch wellen" würde. In Österreich erhalten Bergarbeiter für jede geleistete Überstunde einen Zuschlag in der Höhe von 50 be¬ ziehungsweise 100 Prozent; Frauen dürfen, so wie in allen Kuilurstaaten der Welt, zur Untei tagearbeit in Berg¬ werken überhaupt nicht herangezogen werden. Die abgerackerten Frauen noch um die Uberstundenentlohnung betrügen, ist ein „sozialer Fortschritt“, den nur die Volksdemokratien iür sich in An¬ spruch nehmen dürfen. ARBEITERBANK AKTIE N*G ESfcLL sCHAf 1 WitN Prompte und gediegene Durch- tührung aller bankmäßigen Ge- »chAfte — Entgegennahme von Spareinlagen gegen Verzinsung

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