Full text: Solidarität - Mai 1953, Heft 191 (191)

i Wo bleibt das Arbeitszeitgesetz? Seit Jahren wird auf parlamentari¬ schem Boden um das Arbeits- zeitgesetz gekämpft. Einigungen konnten bisher noch immer nicht er¬ zielt werden. Die Vertreter der Ar¬ beitgeber und der Arbeitnehmer sind sich nur in einem Punkt einig, daß es nämlich Zeit wäre, die reichs- deutsche Arbeitszeitordnung endlich zu beseitigen. Der Kampf um das Arbeitszeit- gesefz ist nun in eine neue Phase eingetreten: Der vom Nationalrat in der abgelauienen Gesetzgebungs- periitde nicht mehr behandelte letzte Entwurf wurde dem neuen National¬ rat vom Ministerrat unverändert vorgelegt. Der Nationalrat muß sich also mit dieser Regierungs¬ vorlage beschäftigen. Die Unternehmervertreter sind der Auffassung, daß an Stelle der aufzu¬ hebenden Arbeitszeitordnung über¬ haupt kein neues Gesetz treten müsse. Die Arbeitszeit soll vielmehr, wie es etwa in Amerika der Fail ist, durch die jeweiligen Kollektivver¬ träge geregelt werden. Das ameri¬ kanische Vertragssystem ist jedoch den wirtschaftlichen, gesellschaft¬ lichen und sozialen Verhältnissen Amerikas angepaßt und läßt sich nicht auf Österreich übertragen. Die Regelung der Arbeitsverhält¬ nisse und der daraus entspringenden Rechte muß vielmehr in Österreich auf andere Art erfolgen. Schon vor dem ersten Weltkrieg hat die gewiß nicht arbeiterfreundliche kaiserliche Regierung mit gesetzlichen Ma߬ nahmen eingegriffen, um die ärgsten Mißstände zü beseitigen und die Aus¬ beutung in den Fabriken und Werk¬ stätten zu mildern. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie hat die Arbeiterschaft auf die Sozialgesetzgebung ent¬ scheidenden Einfluß genommen. Auch das Achtstundentagsgesetz gehört zu den sozialpolitischen Er¬ rungenschaften. Um ein einmal errungenes Sozial¬ gesetz zu beseitigen, müßte näm¬ lich erst die wirtschaftliche und die politische Kraft der Ar¬ beiterschaft gebrochen werden —- und das wird nie wieder geschehen! Kol¬ lektivverträge hingegen bieten nicht die gleiche Sicherheit, weil sie leich- ?«r geändert werden können. Daher darf es nicht bei einer kollektivver- traglichen Regelung der Arbeitszeit bleiben. Das Arbeitszeitgesetz ist kein „Luxus"! Die Vertreter der Unternehmer stehen ferner auf dem Standpunkt, die Großzügigkeit bei der Regelung der Arbeitszeit müsse dort eine Grenze finden, wo die lebenswichti¬ gen Funktionen der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens auf dem Spiel stehen. In der Sozialpolitik sei eine gewisse Reihung einzuhalten: Zuerst komme die Konsolidierung Eine interessante Ausstellung In der Zeit vom 2. bis 8. Juni 1953 können in der Zedlitzhalle in Wien, I., Zedlitzgasse 6, die Entwürfe und Modelle für den Festzug anlä߬ lich des 3. Gesamtösterreichischen Ge¬ werkschaftstreffen« besichtigt werden. . Die Ausstellung ist an diesen Tagen von 9 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. der Wirtschaft, dann erst könne an sozialen .Fortschritt gedacht werden; sonst sei dieser soziale Fortschritt ein Luxus, den sich Österreich nicht leisten könne, ohne in einen Zustand der sozialen Inflation zu schlittern. Wir anerkennen natürlich die Forderung nach einer wirtschaft¬ lichen Konsolidierung und haben ja auch stets zu ihrer Verwirk¬ lichung mit ganzer Kraft beige¬ tragen. Wir bestreiten jedoch ganz entschieden, daß die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit — be¬ kanntlich eine der ältesten und wichiigsten Forderungen der organi¬ sierten Arbeiterschait — einen un¬ tragbaren „Luxus" darstellt. Die Gewerkschaften haben bei allen Forderungen immer auf das Wohl des Staates und der Gesamt¬ wirtschaft Rücksicht genommen! Es wurde noch keine Forderung ge¬ stellt, deren Erfüllung für unsere Wirtschaft verderbliche Folgen ge¬ habt hätte. Die Regelung der Arbeits¬ zeit ist in der von den Gewerk¬ schaften geforderten Form für die österreichische Wirtschaft tragbar. Wir sind uns dessen bewußt, daß jeder soziale Fortschritt verdient werden muß. Wir sind aber auch der Meinung, den Fortschritt, den die neue Ärbeitszeitregelung darstellen wird, durch unsere Leistungen beim Wiederaufbau unserer Wirtschaft und bei der Steigerung der Pro¬ duktivität längst verdient zu haben! Dr. S. K. Der Weg zum guten Buch — und zu einem Motorroller! Durdi einen Wettbewerb der Budigemeinschaft ,.Büdiergilde Gutenberg“ — Jeder Teilnehmer erhält für Buchbestellungen einen Gutschein in der Höhe von S 3.— Eine Wohnung erscheint arm, auf eine Postkarte aufgeklebt oder wenn nicht wenigstens ein kleines in einem Briefumschlag einzusenden. Bücherbrett die Bewohner als Men- Betriebe können die ausgefüllten sehen ausweist, welche geistige Kupons sammeln und geschlossen Bedürfnislosigkeit nicht ertragen einsenden. Bitte recht deutlich können. Daran sollen alle jene er- schreiben! innert werden, die noch nicht den Die Gewinne werden, bei Aus- Weg zur Büchergilde Gutenberg ge- Schluß des Rechtsweges, unter den iunden haben. Die Büchergilde richtigen Einsendungen verlost. Auch Gutenberg ist stets bestrebt, wert- jene Einsendungen, in denen keine vollsten Inhalt mit ansprechender Bestellung enthalten ist, nehmen an äußerer Gestalt und niederem Preis der Verlosung teil, zu verbinden und hält eine reiche Zur Buchauswahl empfiehlt die „So- Sammlung guter Bücher bereit: Un- lidarität" folgende Veröffentlichun¬ vergängliche Werke aus der Welt- gen der Büchergilde Gutenberg: literatur, Romane und Erzählungen Edraund Daniek, Die stählerne österreichischer und fremder Autoren Straße . 15,— aus aller Welt, Reiseerlebnisse, Jakob Julius David, Der Übergang 15,— populäres Wissen, Biographien, Per Olof Ekström, Sie tanzte nur Jugendbücher. Mehr als 120 Bücher einen Sommer, broschiert ? • • 14,— stehen zur freien Auswahl. Theodor Fontane Effi Briest • • • 21, Die „Solidarität" will nun allen AaT®heu °llber8' Mlt Llsbet nach . . 27_ Arbeitern und Angestellten den Weg Dr. Hugo Glaser, Wiens große weisen, der zur größten Buchgemein- Ärzte 1*.— Schaft, zur Büchergilde Gutenberg, Dr. Hugo Glaser, Pioniere der Heil¬ führt. Wer mit dem beigefügten künde. 18,— Kupon ein Gildenbuch bestellt, er- Dr. Hugo Glaser, Gesetz und Ge¬ halt von der „Solidarität" einen Gut- heimnis des Lebens. 30, schein im Werte von 3 Schilling. Graham Greene, Das Herz aller ^ Gleichzeitig veranstaltet die „ ?in8u ir j • j •• i ' „Solidarität wieder ein Preisaus- die Wies|n . i8r_ schreiben: Wer auf dem Kupon die Oskar Holesch, Die Estanzia zu Preisfrage richtig beantwortet, hat den drej Feigenbäumen • ? • • 27,— Aussicht auf einen wertvollen Ge- Valentin Katajew, Ein weißes Segel winn. einsam gleitet . 21,— „ ... Jack London, Abenteurer des Die Preisfrage lautet: Schienenstranges 15,— Wie heißt die älteste Buch- Jack London, Der Seewolf • • • • 18,— gemeinschaft, die von Arbeitern BuCh ohne.Titel: . 14,_ lind Angestellten gegründet Marianne Lukas, Aus der Tiefe • ? 30,— wurde und von ihnen verwaltet Erich Pogats, Licht in der Nacht • 24,— wirilz Ernst Preczang, Severin der _ ' . u j Wanderer . 21,— Der Kupon ist entsprechend auszu- GustjiV Renker Vogel ohne Nest ? 15,— füllen und bis spätestens 31. Juli jonny Ringer, Tropenfracht ? • • • 24,— 1953 an die Redaktion der „Solidari- Günther Schwab, Das Glück am lät“, Wien I, Hohenstaufengasse 10, Rande . 33,— Festwochenaktion der Arbeiterkammer Wien Um werktätigen Menschen den Besuch wertvoller kultureller Veranstaltungen im Rahmen der Wiener Festwochen leichter möglich zu machen, hat sich die Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien entschlossen, eine größere Anzahl von Karlen iür eine Reihe von Konzerten und Aufführungen zu verbilligen. Auskünfte, Programme und Eintritts¬ karten sind für Gewerkschaftsmitglieder im Bildungsreferat des österreichischen Gewerkschaftsbundes, Wien, I., Hohen- stautengasse 30, und bei den Bilduhgs- reierenten der Fachgewerkschaiten er¬ hältlich. Gutschein über Name: Adresse: Die Antwort auf die Preisfrage lautet: (ßitle deu’lich schreiben) Ich bestelle (unter Anrechnung des Gutscheines über S 3.—): Die Einschreibegebühr von S 1.— wird gleichzei.ig verredire! James Stokley, Wissenschaft er¬ neuert die Welt. 27,— . Irving Stone, Zur See und im Sattel . 18,— Stijn Streuvels, Knecht Jan • ? • 15,— Valerien Torniu«, Zwischen Hell und Dunkel . 30,— B. Traven, Der Schatz der Sierra Madre 21,— William Vogt, Die Erde rächt sich 24,— Theun de Vries, Das Glücksrad - -21,— Rudolph Wahl, Kaiser Friedrich Barbarossa . 30,— Edwin Zellweker, Marianne Willemer 18,— Karl Ziak, Erwanderte Heimat • • 27,— Wer die Frage richtig beant¬ wortet und den Kupon zeitgerecht einsendet, hat Aussicht auf folgende Gewinne: I. Preis: Ein Motorroller, Marke „Löhner“, in Luxusausführung, im Wert von 9400 Schilling oder eine Mittelmeer-Rundfahrt für zwei Per¬ sonen in ungefähr gleichem Wert. 250 Anerkennungspreise : Je ein Buch „Olav Audunssohn“ von Sigrid Undsei, Ganzleinenband, im Wert von 52 Schilling. Teilnahmeberechtigt ist jedermann. Das Ergebnis des Preisausschreibens wird in der Nummer 197 vom 17. Au¬ gust 1953 veröffentlicht. Die auf dem Kupon angeführten Bücher werden sofort ausgeliefert, wobei die Ein¬ schreibgebühr in Anrechnung ge¬ bracht wird. Wer bereits Mitglied der Büchergilde Gutenberg ist und dies aiuf dem Kupon vermerkt, bezahlt natürlich keine Einschreibgebühr mehr. Die beste Zeit für den Urlaub Das Büro des Verbandes für Sozial- tourismiis lenkt die Aufmerksamkeit der Urlauber aus Arbeiter- und Angestellten¬ kreisen auf die jahrelang beobachtete Tat¬ sache, daß alle Gastwirte in der Zeit vor dem großen Andrang des Reisepublikums, der bekanntlich nach dem Schulschluß ein¬ setzt, ihre Gäste aufmerksamer und besser bedienen können. In den meisten Fällen sind die Pensionspreise vor der Haupt- eaison auch billiger. Die Arbeiter und Angestellten sollten dies bei der Fest¬ setzung ihrer Urlaubszeit berücksichtigen. Besonders günstige Arrangements ver¬ mitteln die dem Verband für Sozial- toarrismus angeschlossenen Vereinigungen (Reisebüro RUEFA, Urlaubsberatung des Arbeiter- und Angestelltenbundes, öster¬ reichisches Verkehrsbüro) im Zusammen¬ hang mit 40 Prozent ermäßigten Sonder- zügen (Sitzplatz garantiert) für die Zei-t vom 27. Juni bis 12. Juli für Steiermark, Kärnten und Osttirol. Spenden für den ÖGB-Kotastrophenfonds VIII. Ausweis der „HoHandhilie" Wie wir bereits in der vorigen Nummer der „Solidarität" mitgeteilt haben, steht Österreich, im Verhält¬ nis zü seiner Einwohnerzahl, dank den Spenden der Arbeiter und An¬ gestellten, in der vordersten Reihe aller Länder, welche dem hollandD sehen Volk in schwerster Not tat¬ kräftige Hilfe gewährten. Inzwischen sind folgende Spenden eingelangt: Franz Rumpelmaier, Steyr . 10,— Gewerkschaft der Bau- und Holz¬ arbeiter, Jugendsekretariat, Wien .... 536,50 Gewerkschaft der Arbeiter der chemi¬ schen Industrie, Sammelergebnis in di¬ versen chemischen Betrieben . 991,— Arbeiterbetriebsrat der SchmidhüttCj Krems . 1000,— Gewerkschaft der Arbeiter der graphi¬ schen und papierverarbeitenden Ge¬ werbe, Sammelergebnisse in folgenden Betrieben bzw. Bundesländern: Wiener Verlag, Wien . 500,— Walter König, Wien 140,— Schaufelbühl, Wien 129,— Centraldruckerei 39,— Oberösterreich . 4590,— Weisermühl, Oberösterreich . 506,— Steiermark 3196,80 Tirol 2585 — Vorarlberg .. 836,— Vereinsdruckerei, Steyr 200,— Die Summe der hier ausgewiesenen Spenden beträgt 15.259,30 Schilling Bis einschließlich 15. Mai sind da¬ mit Spenden in der Gesamthöhe von 3,741.044,67 Schilling eingelangt. SOLIDARITÄT Nr. 191 Seite 3

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