Full text: Solidarität - Oktober 1953, Heft 201 (201)

Unser Preisausschreiben: „Wer vertritt ihre Interessen?/# Die 206 Gewinner Die „Solidarität" veröffentlichte in ihrer Bildbeilage Nummer 21 ein Preisausschreiben unter dem Titel ,Wer vertritt ihre Interessen?". Sech¬ zehn Bilder zeigten verschiedene Ar¬ beitnehmer bei ihrer Arbeit. Es war nun zu erraten, welche der sechzehn Gewerkschaften, aus denen sich be¬ kanntlich der Österreichische Ge¬ werkschaftsbund zusammensetzt, je¬ den einzelnen der abgebildeten Ar¬ beitnehmer vertritt. Auch dieses Preisausschreiben hat wieder größten Anklang gefunden. Nicht weniger als 12.438 Einsendun¬ gen gelangten rechtzeitig an die Re¬ daktion der „Solidarität". Von diesen Einsendungen waren 10.633 richtig, das sind 86 Prozent, und 1805 leider fehlerhaft, das sind 14 Prozent. Die richtige Auflösung lautet: Bild 1 (Lohnbuchhalter bei einer Privatfirma): Gewerkschaft der Angestellten in der Pri¬ vatwirtschaft. Biid 2 (Zimmerer): Gewerk- schaft der Bau- und Holzarbeiter. Bild 3 (I aludienstleiter): Gewerkschaft dar Eisen¬ bahner. Bild 4 (Landarbeiter): Gewerk¬ schatt der Arbeiter in der Land- und Forstwirtschaft. Bild 5 (Möbeltransport¬ arbeiter): Gewerkschaft der Bediensteten im Handel. Transport und Verkehr. Bild 6 (Landbriefträger); Gewerkschaft der Posl- und Telegraphenbediensteten. Bild 7 (Bergarbeiter): Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter. Bild 8 (Der „Herr Ober"): Gewerkschaft der Arbeiter im Hotel- und Gastgewerbe. Bild 9 (Ver¬ kehrspolizist): Gewerkschaft der öffentlich Bediensteten. Bild 10 (Städtischer Markt¬ aufseher): Gewerkschaft der Gemeinde¬ bediensteten. Bild 11 (Zuschneiderin). Ge¬ werkschaft der Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeiter. Bild 12 (Rotationsarbeiter): Gewerkschaft der Arbeiter der graphi¬ schen und papierverarbeitenden Gewerbe. Bild 13 (Friseur): Gewerkschaft der Ar¬ beiter für persönliche Dienstleistungen. Bild 14 (Artisten): Gewerkschaft der An¬ gestellten der freien Berufe. Bild 15 (Ar- beifer in der phai'mflzeuFscheq iqdustriel: Gewerkschaft der Arbeiter der chemischen Industrie. Bild 16 (Bäcker): Gewerkschaft det Lebens- und Genhßmittelarheiter. Die häufigsten Fehler wurden bei den Bildern 13 und 14 gemacht. Der Friseur wurde zu den Mitgliedern der Gewerk¬ schaft der Angestellten der freien Berufe gerechnet, die Artisten zur Gewerkschaft der Arbeiter für persönliche Dienst¬ leistungen (. . . und der Vergnügungs¬ betriebe, wie diese Gewerkschaft bis Ende 1952 geheißen hat). Richtig ist es aber gerade umgekehrt. Am I. Oktober wurden unter den richtigen Einsendungen jene ausge¬ lost, die von der „Solidarität" mit den angekündigten wertvollen Preisen be¬ lohnt werden. Es wurden 206 Preise im Werte von rund 33.000 Schilling verlost. 1. Preis Drei Einsender bekommen als erste Preise je eine versenkbare Näh¬ maschine oder einen Radioapparat (nach Wahl) im Einzelwert von rund 2400 Schilling. Es sind dies: Karl Kummer, Wien, V., Mar- garetengürtel 76/5/2; Maria L an¬ gas c h e k, Laa an der Thaya, Wehrgärten; Juliane K o p i n i t s, Hornstein 483, Burgenland. 2. Preis Zwei Einsender erhalten als zweite Preise je eine Kleinbildkamera, Marke Retina I a, mit Ledertasche, im Einzel¬ wert von 1415 Schilling. Es sind dies: Wolfgang Gregor, Wien, XVIII., Währingerstrafie 204; Otto S c h I o r, Graz, Sturzgasse 5. 3. Preis Als dritter Preis war ein Puch- Herren- oder Damenfahrrad mit Pumpe, Werkzeug, Glocke und kom¬ pletter Lichtanlage im Einzelwert von 1010 Schilling beziehungsweise 1070 Schilling zu gewinnen. Das Los ent¬ schied für: _ Vinzenz Schmölze r, Mitte- wald 43, Post Villach II, Kärnten. 200 Anerkennungspreise Um auch möglichst vielen anderen Teilnehmern am Preisauschreiben eine Freude bereiten zu können, hat die „Solidarität" auch 200 Anerken¬ nungspreise vergeben, und zwar je ein Bildwerk „Österreich schöpferisch, schaffend, feiernd" aus dem Verlag des österreichischen Gewerkschafts¬ bundes. Der Wert jedes Buches be¬ trägt 120 Schilling. Wegen Platzman¬ gels können wir die Liste der Gewin¬ ner der Anerkennungspreise leider nicht veröffentlichen. Die Gewinner werden verständigt. Die Preisausschreiben der „Solidari¬ tät” sind bereits zu einer sehr belieb¬ ten Einrichtung geworden. Es ist im¬ mer eine große Zahl von Lesern und Gewerkschaftsmitgliedern, die sich an diesen Preisausschreiben beteiligt. Die richtigen Einsendungen stammen fast durchwegs nur von solchen Mitglie¬ dern und deren Angehörigen, welche die „Solidarität" und das Fachblatt ihrer Gewerkschaft regelmäßig und aufmerksam lesen. Die Preis¬ träger, die das Los dann freilich will¬ kürlich bestimmt, sollen das Gefühl haben, daß der Gewinn, den sie be¬ kommen, nur ein sichtbares Zeichen für den Gewinn ist, den jeder einzelne hat, wenn er die Gewerkschaftspresse ständig liest. Alle jene, die diesmal leer aus¬ gegangen sind — alle können leider nicht gewinnen! — mögen sich damit trösten, daß auf sie vielleicht der Haupttreffer des nächsten Preisaus¬ schreibens wartet. Denn selbstver¬ ständlich werden die Preisausschrei¬ ben der „Solidarität” fortgesetzt. Wichtige Tagungen VERANSTALTUNGSKALENDER der 24. Oktober 15.50 Uhr Volkstheater Wien, VII., Neustiftgasse 1 Frohes Wochenende Eintrittskarten zum Preis von S 3,— bis S 10,— sind im Verlag des österreichischen Gewerk¬ schaftsbundes, Wien, III., R e n n w e g 1, Gassenlokal, Telephon M 11-0-50, Klappe 61, sowie in allen Gewerkschaftssekretariaten er¬ hältlich. Photoamateure Achtung! Der Einsendeschluß für den in der „Solidarität" Nr. 197 veröffentlichten Photowettbewerb anläßlich des 3. Gesamt- österreichischen Gewerkschaftstreifens ist der 15. Oktober 1 9 53. Sonderpostmarke noch erhältlich! Zur Erinnerung an das 3. Gesamt¬ österreichische Ge werkschaf tstreffen wurde bekanntlich eine Grußkarte mit der Sonder postmarke ausgege¬ ben. Diese Karte mit der Sonderpost¬ marke ist weiterhin zum Preise von 2,50 Schilling durch den Veriag des DGB, Wien, III., Rennweg 1, zu be¬ ziehen. Wer die Nachrichten über einige wichtige gewerkschaftliche Tagungen der letzten Zeit aufmerksam verfolgt hat, der konnte einen tiefen Einblick in die stille, nach außen oft nicht stark in Erscheinung tretende, für die Lage d&l arbeitenden Menschen Öster¬ reichs aber außerordentlich bedeu¬ tungsvolle Arbeit der Gewerkschaften gewinnen. Auf dem Gewerkschaftstag der Lebens- und Genuß mit- -t eiarbeite r, der in der zweiten Septemberhälfte in Wien stattfand, wurde unter anderem von einer Kür¬ zung der Arbeitszeit berichtet, die bei den hochleistungsfähigen Automat¬ backöfen von der Gewerkschaft durchgesetzt wurde. Die Lebensmittel¬ arbeitergewerkschaft hat damit den ersten Schritt auf einem Weg getan, den andere Länder mit hochent¬ wickelter Industrie (wie die Ver¬ einigten Staaten) schon früher ge¬ gangen sind. Die stärkere Technisie¬ rung wird auch in anderen Berufs¬ zweigen allmählich zu einer Kürzung der Arbeitszeit führen müssen. Für viele Berufsgruppen der Lebens¬ mittelindustrie konnte die Gewerk¬ schaft in zäher Verhandlungstätigkeit eine Reihe kollektivvertraglicher Ver¬ besserungen erreichen, wie Weih- nachts- und Urlaubszuschüsse, Berufs¬ bekleidungszuschüsse usw. Daß ein¬ tretende Krankheit den jährlichen Ur¬ laub unterbricht — eine Frage, in der unsere Gerichtshöfe zu verschieden¬ artigen Entscheidungen gekommen sind —, konnte die Lebensmittel- arbeitergewerkschaft bereits in eini¬ gen Kollektivverträgen festlegen. Schließlich kämpft die Gewerkschaft um die endliche Verwirklichung ihres Entwurfes einer Neufassung des Bäckereiarbeiterschutzgesetzes, die Be¬ stimmungen über Kontrolle des Ar¬ beitsbeginns und über Arbeitspausen sowie Strafbestimmungen enthalten soll. Ihr gewerkschaftliches Arbeitspro¬ gramm für die nächste Zeit haben die Lebensmittelarbeiter in einer Resolu¬ tion niedergelegt, welche die wichtig¬ sten Forderungen auf sozialpolitischem und wirtschaftspolitischem Gebiet zu¬ sammenfaßt. Hervorgehoben sei das Verlangen nach einer Wirtschaftspoli¬ tik, die die Vollbeschäftigung sichert und das Realeinkommen der Arbeit¬ nehmer erhöht. Bei dem in den ersten Oktobertagen abgehaltenen Eisenbahner- Gewerkschaftstag wurde auf die gemeinsam mit den übrigen öffentlich Bediensteten -erreichte Ent- nivellierung der Bezüge, ferner auf die durchgeführte weitgehende Gleichstel¬ lung der Lohnbediensteten mit den übrigen Bediensteten hingewiesen. Die Probleme der Eisenbahner sind — der Eigenart ihres Unternehmens entsprechend — ganz besonderer Natur. Da die Bahnen vielfachen öffentlichen Interessen zu dienen haben, (es sei hier nur an die weit¬ gehend ermäßigten Frachtarife für die Beförderung von Milch, an die stark ermäßigten Arbeiterwochen- und Schülermonatskarten erinnert), brau¬ chen sie, so wie in vielen anderen Ländern, finanzielle Zuschüsse des Staates. Die hervorragenden Leistungen der Eisenbahner beim Wiederaufbau des durch den Krieg schwer beschädigten Eisenbahnbetriebes geben ihnen ein Recht darauf, daß ihre sozialen und dienstrechtlichen Errungenschaften un¬ angetastet bleiben — ob nun die Bahnen weiter ein reiner Staatsbetrieb bleiben oder ob sie in einen selbstän¬ digen Wirtschaftskörper umgewandelt werden. Diese Hauptforderung wurde auch in einer Resolution des Gewerk¬ schaftstages vor aller Öffentlichkeit erhoben, ebenso wie die auch von den anderen öffentlich Bediensteten ge¬ stellte Forderung nach Verkürzung der Entnivellierungsetappen und nach aus¬ reichender finanzieller Fundierung im Falle der Schaffung eines selbstän¬ digen Wirtschaftskörpers. Diese Schlaglichter auf die gewerk¬ schaftliche Tätigkeit der letzten Zeit zeigen die Vielfalt der Probleme, denen sich die Gewerkschaften in ihrem täglichen Kampf für die Interes¬ sen der Arbeiter und Angestellten gegenübersehen. P. K. Der Tag der Vereinten Nationen Der 24. Oktober ist ein denkwürdi¬ ger Tag: Vor ge¬ nau acht Jahren, am 24. Oktober 1945, trat die Charta der Vereinten Na¬ tionen in Kraft. In dieser Charta wer¬ den unter anderem einige Grundsätze angeführt, die zu fördern, sich alle Mitgliedstaaten ver¬ pflichten. Dazu gehören die Erzielung eines höheren Lebensstandards, Voll¬ beschäftigung, Fortschritte auf wirt¬ schaftlichem und sozialem Gebiet so¬ wie allgemeine Weiterentwicklung; ebenso die Lösung internationaler Probleme auf dem Gebiet der Wirt¬ schaft, des Sozial- und Gesundheits¬ wesens und ähnlicher Sektoren, inter¬ nationale Zusammenarbeit in Fragen der Kultur und des Unterrichts¬ wesens und schließlich die Respek¬ tierung und Gewährleistung der Men¬ schenrechte und Grundfreiheiten für alle, ohne Ansehen der Rasse, des Geschlechtes, der Spr. ie oder Reli¬ gion. Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen ist der Mittelpunkt der umfangreich¬ sten Bemühungen, die jemals auf in¬ ternationaler Ebene zur Herbeiführung menschenwürdiger Lebens Verhältnisse, dem Fundament einer befriedeten Weit, unternommen wurden. Er soll versuchen, die genannten Grund¬ sätze zu verwirklichen und damit der Menschheit ein lebenswertes Dasein zu schaffen. Die Vereinten Nationen besitzen außerdem eipe Reihe von Spezial¬ organisationen. Die meisten davon ar¬ beiten im „Amt für technische Hilfe” zusammen. Dieses Amt wurde von den Vereinten Nationen ins Leben ge¬ rufen, um den Einbau der untefent- wickelten Länder in die Weltwirt¬ schaft zu ermöglichen, bessere Lebens¬ bedingungen in diesen Staaten zu schaffen und so dem sozialen und politischen Frieden in der Welt zu dienen. Bedeutende Geldmittel wur¬ den zur Entsendung von Experten auf den verschiedensten Gebieten in unterentwickelte Länder bereitgestellt, um die betreffenden Regierungen bei der Ausarbeitung und Durchführung landwirtschaftlicher, industrieller oder kultureller Projekte zu unterstützen. Auch Österreich hat bereits dem Amt für Technische Hilfe der Vereinten Nationen, das in der kurzen Zeit seines Bestehens wertvolle Arbeit ge¬ leistet hat, eine Anzahl von Experten zur Verfügung gestellt. Der 24. Oktober gilt als „Tag der Vereinten Nationen" und damit als ein Festtag der Hoffnung von Mil¬ lionen Menschen, die sich nach Frie¬ den und sozialem Fortschritt sehnen. Arbeiter und Angestellte versichern bei der Städtischen Versicherungsanstalt Wien, I., fuchlauben 8 Tel.: U 28-5-90 Geschäftsstellen im ganzen Bundesgebiet Eigentümer und Herausgeber: österreichischer Gewerkschaftsbund Verleger: Verlag des österreichischen Gewerkschaftsbundes. Chel- redakteur: Fritz Klenner. Verantwortlicher Redakteur: Karl Franta. Für die Bildbeilage verantwortlich: Frilz Konir. Gestaltung der Bildbeilage: August Makart. Alle Wien, I., Hohenstaufengasse 10—12. Druck: Waldheim- Eberle, Wien, VII., Seidengasse 3—11. SOLIDARITÄT Nr. 201 Seite 3

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