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Full text: Solidarität - Juli 1954, Heft 221 (221)

Wir berechnen die neuen Renten In der Nummer 219 der „Solidari¬ tät" vom 28. Juni 1954 haben wir über jene Rentenverbesserungen gespro¬ chen, die bereits gesetzlich festgelegt wurden. Wir wollen heute jedem Rentner sagen, wie er sich selbst seine Rentenerhöhung nach dem vom Nationalrat am 6. Juli 1954 beschlos¬ senen Rentenbemessungsgesetz aus¬ rechnen kann. Von der derzeitigen Rente wer¬ den die Ernährungszulage (239 Schil¬ ling bei Direktrenten und 147 Schil¬ ling bei Witwenrenten), die Woh- nungsbeihilie (30 Schilling) und all- fällige Kinderzuschüsse (31,80 Schil¬ ling je Kind) abgezogen. Der Rest ist mit 1,89 zu multiplizieren und um die Wohnungsbeihilfe und even¬ tuelle Kinderzuschüsse zu erhöhen. Die höheren Renten werden von der Angestelltenversicherungsanstalt und von der Bergarbeiterversiche¬ rungsanstalt rückwirkend ab 1. Jänner 1954 ausgezahlt, während die übrigen Renten (aus der Invalidenversiche¬ rung und aus der Unfallversicherung) erst dir 1. Jänner 1955 erhöht werden. Dieser Zeitunterschied ist darin be¬ gründet, daß die Angestellten- und die Bergarbeiterversicherungsanstalt fi¬ nanziell so stark sind, daß sie den Mehraufwand schon für heuer tragen können, während die übrigen Versi¬ cherungsanstalten finanziell wesent¬ lich schlechter dastehen. Außerdem zahlen die Bergarbeiter und die An¬ gestellten schon seit Jahrzehnten Ren¬ tenbeiträge ein, während die Arbeiter¬ rentenversicherung erst seit 1939 be¬ steht. Eine dreizehnte Monatsrente aber wird jeder Empfänger der Ernäh¬ rungszulage (bei Waisen: der Kin¬ derbeihilfe) unabhängig von den sonstigen Erhöhungen heuer im Ok¬ tober ausgezahlt bekommen. Während die Entnivellierung der Renten — wie ja der Name schon sagt — nicht alle Rentner betreffen wird, bekommen alle, die sonst kein Einkommen haben, heuer die dreizehnte Rente. ' Und nun die Berechnungsbeispiele für die Entnivellierung. Schwimmobende der „Solidarität7' Jeden Dienstag von 20.00 bis 21.30 Uhr im Jörgerbad: Gewerkschaftsmitglie¬ der S 2,—, Gästekarten S 4,—, Jugendliche S 1,20. Jeden Mittwoch von 18.30 bis 20.00 Uhr und von 20.00 bis 21.30 Uhr im Diana- b a d : Gewerkschaftsmitglieder S 2,50, Gästekarten S 5,—, Jugendliche S 1,50, Jugendliche (Gäste) S 2,50, , Jeden Donnerstag von 19.00 bis 21.00 Uhr im A m a 1 i e n b a d : Gewerkschaftsmit¬ glieder S 2,50, Gästekarten S 3,—, Jugend¬ liche S 2,—. Beim Lösen der Eintrittskarten ist unbe¬ dingt der Mitgliedsausweis oder eine Be¬ stätigung des Betriebsrates über die Ge¬ werkschaftsmitgliedschaft vorzuweisen. Die „Solidarität" ladet ihre Leser ein, von dieser Einrichtung reichlich Gebrauch zu machen. Arbeiter und Angestellte versichern bei der Städtischen Versicherungsanstalt Wien, I., Tuchlauben 8 Tel.: U 28-5-90 Geschäftsstellen im ganzen Bundesgebiet Alters- und Invaliditätsrenten (Ruhegelder) Jetzige Neue Rente Rente Erhöhung in in S1) in Ss( S “ „ 2,10 0,4 11,— 2,0 Witwenrenlen Jetzige Neue Rente Rente Erhöhung in in S»| in S«) S % 15,80 4,4 24,70 6,7 540 — 542,10 550,— 561,— 560,— 579,90 570,— 598,80 580,— 617,70 590,— 636,60 600,— 655,50 610,— 674,40 620,— 693,30 630,— 712,20 640,— 731,10 650,— 750,— 660,— 768,90 670,— 787,80 680,— 806,70 690,— 825,60 700,— 844,50 710— 863,40 720,— 882,30 730,— 901,20 740,— 920,10 750,— 939,— 760— 957,90 770— 976,80 780,— 995,70 790— 1.014,60 800— 1.033,50 810,— 1.052,40 820,— 1.071,30 830,— 1.090,20 840,— 1.109,10 850,— 1.128,— 860,— .1.146,90 870,— 1.165,80 880,— 1.184,70 890,— 1.203,60 900,— 1.222,50 19,90 3,5 29,80 5,0 37,70 6,5 46,60 7,9 55,50 9,2 .64,40 10,5 73,30 11,8 82,20 13,0 91,10 14,2 100,— 15,4 108.90 16,5 117.80 17,6 126.70 18,6 135.60 19,6 144.50 20,6 153.40 21,6 162.30 22,5 171.20 23,4 180.10 24,3 189,— 25,2 197.90 26,0 206.80 26,8 215.70 27,6 224.60 28,4 233.50 29,2 242.40 29,9 251.30 30,6 260.20 31,3 269.10 32,0 278,— 32,7 286.90 33 r3 295,80 34,0 304.70 34,6 313.60 35,2 322.50 35,8 360,— 375,80 370,— 394,70 380,— 413,60 390,— 432,50 400,— 451,40 410,— 470,30 420— 489,20 430— 508,10 440,— 527,— 450,— 545,90 460,— 564,80 470— 583,70 480,— 602,60 490,— 621,50 500,— 640,40 170,— 174,30 180,— 193,20 190,— 212,10 200,— 231,— 210,— 249,90 220,— 268,80 230— 287,70 240,— 306,60 250,— 325,50 260,— 344,40 270,— 363,30 280— 382,20 OO.OU 42,50 10,9 51,40 12,8 00,30 14,7 69,20 16,5 78,10 18,2 87,— 19,8 95,90 21,3 104,80 22,8 113,70 24,2 122,60 25,5 131,50 26,8 140,40 28,1 4,30 2,5 13,20 7,3 22,10 11,6 31,— 15,5 39,90 19,0 48,80 22,2 57,70 25,1 66,60 27,7 75,50 30,2 84,40 32,5 93,30 34,5 102,20 36,5 111,10 38,3 120,— 40,0 290,— 401,10 3) Einschließlich Ernährungszulage (239 S) 300,— 420,— und Wohnungsbeihilfe. ”- -) Einschließlich Wohnuncjsbeihilfe. 5) und s) Ohne Kinderbeihilfe. Offener Brief an Herrn Müller! *) Einschließlich Ernährungszulage (147 S) und Wohnungsbeihilfe. 4) Einschließlich Wohnungsbeihilfe. Waisenrenten Jetzige Neue Rente Rente Erhöhung in in SS) in Sr) S % Mir wird seil Jänner dieses Jahres die „Solidarität“ ins Haus geschickt. Seitdem lese ich sie auch gründlicher als früher. Was wir da für eine Lektüre voiyebelzl bekommen, ist gciude nicht „solidarisch". Ich bin kein Kommu¬ nist (um jeden Irrtum auszuschließen), aber was da über die Kommunisten, Usiaten, Volksdemokralen und Russen geschrieben wird, das hat mit einer anständigen Gewerkschaft nichts mehr zu tun, das gehört nach meinem Er¬ messen in das Fach „Hetze“. Gerade in der Gewerkschaft wäre es möglich, eine Einheit zustande zu bringen, denn da sind nur Arbeiter vereinigt. Die Unternehmer und Kapi¬ talisten in ihren Vereinigungen schimpfen nur über die Arbeiter, nie¬ mals über eine andere Unternehiner- gruppc. Und wie ist das bei der Ge- werkschnft? Die schimpft nur über eine andere Arbeitergruppe, in diesem l'ali über die Kommunisten, aber nur auf Arbeiter. Dagegen wird alles, was die Unter¬ nehmer machen und wollen, zur Kenntnis genommen, und was der Höhepunkt an Gegensatz ist, alles was in den superkapitalistischen Amerika gemacht wird, mit einer förmlichen Ekstase im langen und breiten geschildert. Die westlichen Aibcitcrunterdrücker werden verherr¬ licht und über die Volksdemokratien wird geschimpft; deren Wirtschatt läßt man schon unzählige Male zu¬ grunde gehen. (Sie existieren aber immer noch!) Habt Ihr noch nicht gedacht, daß so etwas gut gar keinen Fall richtig ist? Es werden zwar dort die gebra¬ tenen Tauben auch nicht nur so herumfliegen, aber so ist es schlie߬ lich auch bei uns. Ich selber war ja noch nicht dort, nur während des Krieges, aber das ist etwas ganz anderes. In den west¬ lichen Ländern (in der sogenannten treten Welt) verdienen nur einige schwer und die anderen müssen stem¬ peln gehen. Diese Bemerkungen erlaube ich mir an die Gewerkschaltslührung zu rich¬ ten, und glaube auch, dazu ein Recht zu haben. Es würde mich Irenen, wenn Ihr den Mut aufbrächtet und diesen Briet in einer der nächsten Nummern der „Solidarität“ abdrucken würdet. Josef Mütter, Wien, XIII., Linzerstraße 138. Unsere Antwort Herr Müller! Wir haben Ihren Brief erhalten. Sie verlangen darin von uns den Mut, ihn zu veröffentlichen, bringen aber selbst den Mut nicht auf, zu ihren eigenen Worten zu stehen, sondern ver¬ kriechen sich hinter einer falschen Adresse. Dies ist kennzeichnend für einen besliinmlen Typ von Leuten, die zwar selbst keinen Charakter besitzen, sich aber zu einer unsachlichen Kritik an un¬ serer Gewerkschaftsbewegung berufen fühlen. Was nun den Inhalt Ihres Briefes be¬ trifft, so hätten Sie keine Veranlassung, sich zu entschuldigen, wenn Sie ein Kom¬ munist wären. Wir haben durchaus nichts gegen Kommunisten als solche einzuwen¬ den, sondern verteidigen nur die Ge¬ werkschaftsbewegung und die Gewerk¬ schaftsfunktionäre gegen die ständigen Angriffe in der kommunistischen Presse und Propaganda. Wir „hetzen" auch nicht gegen die Kommunisten und die Volksdemokratien, sondern wir zeigen nur auf, wie die Ver¬ hältnisse in diesen Ländern sind und welch hartes Los dort von der Arbeiter¬ schaft getragen werden muß. Es wird Ihnen vielleicht schon aufgefallen sein, daß gerade diese Artikel in den kommu¬ nistischen und russischen Zeitungen nicht widerlegt werden, weil sie stets aus authentischen Quellen stammen. Auch wir sind für eine Einheit der Ar¬ beiter- und Angestelltenschaft, halten es aber nicht für möglich, daß eine solche unter dem Diktat einer ganz geringen und noch dazu von fremden Mächten abhängi¬ gen Minderheit zustande kommen kann. In einer Demokratie entscheidet nicht eine Minderheit, sondern eben die Mehr¬ heit, wobei gewisse demokratische Rechte einer Minderheit selbstverständlich ge¬ wahrt bleiben sollen. - Sie schreiben, wir würden alles, „was in dem superkapitalistischen Amerika ge¬ macht wird, mit einer förmlichen Ekstase im langen und breiten" schildern. Da uns dieser Tatbestand nicht bekannt ist, würden wir Sie um genauere Angaben ersuchen, nämlich um einen Hinweis auf Artikel, in denen dies der Fall ist. Die Redaktion Die Macht der Hausfrauen Frau Hildegard P. aus Wien, VII., schreibt uns: „In ganz Österreich herrscht unter der arbeitenden Bevöl¬ kerung derzeit eine große Verbitte¬ rung über die hohen Fleischpreise. Nun habe ich vor einiger Zeit in der Zeitung gelesen, daß in England nach der Aufhebung der Rationali¬ sierung das Fleisch ebenfalls rapid im Preis gestiegen ist. Die englischen Hausfrauen haben aber nicht nur dar¬ über geschimpft, sondern sich gleich zur Wehr gesetzt. Sie haben sich, so steht in der Zeitung, im Kampf gegen die hohen Preise zusammengeschlos¬ sen und eine Art Käuferstreik insze¬ niert. Die Hausfrauen in England wer¬ den so lange kein Roastbeef kaufen, bis der Fleischhandel mit den Prei¬ sen heruntergeht. Zahlreiche Fleischhauer und die Zeitungen unterstützen den Kampf um die Fleischpreissenkung. So schreibt der .Daily Express': .Wenn die Fleischhändler verges¬ sen haben, was Wettbewerb ist, dann werden sie es bald wieder lernen. Der Verbraucher macht die Musik.' Wie ist es nun bei uns in Öster¬ reich? Ich höre immer wieder, wie die Hausfrauen sagen, daß sie es nicht einsehen, warum sie auf das Fleisch verzichten sollen. Die Regierung und die Gewerkschaften sollen sich darum kümmern, daß es billiger wird und darauf sehen, daß die Zwischenhänd¬ ler nicht so hohe Profite einstecken. Ich glaube aber trotzdem, daß es auch in Österreich eine große Wir¬ kung hätte, wenn die Hausfrauen Zu¬ sammenhalten und den Fleischkonsum einschränken würden. Eine Woche kein Fleisch kaufen, glaube ich, würde genügen, um die Preistreiber zur Einsicht zu bringen. Jetzt, wo es wieder viel Gemüse gibt, wäre das ganz leicht zu machen." TliitteCmeeneiAeH Für die erste Fahrt — vom 30. Au¬ gust bis 12. September — sind nur noch wenige restliche Plätze in der Ersten Klasse zu 2575 Schilling vor¬ handen. Für die zweite Fahrt — vom 10. bis 23. September — sind nur noch Plätze frei: in der Zweiten Klasse zu 1995 Schil¬ ling und in der Ersten Klasse zu 2575 Schil- ling. Die zweite Fahrt, die ebenso wie die erste mit dem Dampfer „Aegaeon" von Venedig nach Dubrovnik, Korfu, Athen, Rhodos, Kreta, Katakolon und zurück nach Venedig führt, fällt in eine Zeit, in der im Mittelmeergebiet schönstes Urlaubswetter herrscht. Zahlung kann mit Reisegutscheinen des Verbandes iür Sozialtourismus er¬ folgen. Ausführliche Sonderprospekte mit Anmeldeformular bei der Verwaltung der „Solidarität“, Wien, III., Renn¬ weg 1 (Tel. M 11-0-50, Klappe 60). AKTIENGESELLSCHAFT WIEN Prompte und gediegene Durchführung aller bankmäßigen Geschäfte.— Entgegennahme von Spareinlagen. — Finanzielle Beratung WIENI, SEITZER GASSE 2—4 Telephon: R 50-5-40 Serie ZWEIGSTELLE WIENZEILE: WIEN, IV., Rechte Wienzeile 37 Telephon: B 26-0-91 FILIALEN: GRAZ, Annenstraße24 KLAGENFURT, Bahnhofstraße 44 LIN-Z, Weingartshofstraße 3 SOLIDARITÄT Nr. 221 Seite 3
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