Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1929 Heft 11 (11)

455 ARBEIT UND WIRTSCHAFT 456
Main 1929, 244 Seiten, Mk. 6'80.) Dewall führt den Leser
mit erfahrener Sicherheit durch das ganze Gestrüpp der Be¬
sprechungen, Konferenzen, Verträge, durch alle die diplo¬
matischen, militärischen, politischen Maßnahmen und Er¬
wägungen, welche die deutsch-französischen Beziehungen
bestimmen und gibt so einen Umriß der auswärtigen Politik
von Versailles bis zur Gegenwart.
*
Ohne Unterlaß wird jetzt alles ins Deutsche übersetzt,
was der Amerikaner Theodore Dreiser je geschrieben
hat. Das neueste Buch Dreisers in deutscher Sprache ist
„Schwester Carrie". (Verlag Paul Zsolnay, Wien 1929, ge¬
bunden Mk. 7'50.) Das Buch erinnert an des Dichters bestes
Werk „Jennie Gerhart" und bringt wiederum die bekannt
breite, vielleicht z u breite Analyse alles dessen, was irgend¬
wie mit der Heldin und ihrem Milieu in Berührung kommt.
Aber Dreiser liebt seine Werke und Menschen, er steht
nicht kühl überlegen abseits von ihnen, das macht alles, was
er schreibt, lebenswarm und sympathisch.
*
Ein Europäer in Amerika. Arnold Höllriegel: „Das
Urwaldschiff. Ein Buch vom Amazonenstrom." (S. Fischer
Verlag, Berlin 1929, 307 Seiten, Mark 4'50, gebunden
Mk. 6'50.) Wir erleben das Geheimnis des amazonischen
Urwaldes, das ungeheure Reich des grünen Zwielichts mit
seinen dumpfen Schatten und brennend heißer Sonne, die
Rätsel der zahllosen Waldflüsse, die Wirrsal der verwach¬
senen Pfade und die Wunder menschlichen und tierischen
Lebens in dem Herrschgebiet des Urwaldgeistes Curupira.
*
Man muß schon ein ganz großer Mann gewesen sein,
um auch noch nach seinem Tode in eigenen Jahrbüchern von
der Nachwelt weiter gefeiert zu werden. Solche Aus¬
zeichnungen genießen nur höchste Heroen der Menschheit,
wie Shakespeare, Goethe, Kant oder — Karl May. Ja, wirk¬
lich, über Karl May erscheinen nun schon im zwölften Jahr¬
gang Jahrbücher in einem eigenen Karl-May-Verlag (Rade¬
beul bei Dresden) und man muß sagen, daß die 500 Seiten
starken Bände vielleicht sogar noch besser und spannender
sind, als die genugsam spannenden Geschichten des in den
Jahrbüchern gefeierten Helden selbst. Philosophische, geo¬
graphische, statistische, völkerkundliche, religiöse, humo¬
ristische Abhandlungen, ausgezeichnete Mitarbeiter, viele
Bilder — wirklich ein Buch, das man jung und alt in die
Hand geben kann. *
In der Tagblatt-Bibliothek (Verlag „Steyrermühl", Wien)
erschien als neuestes Buch: „Tiere und wir", eine Sammlung
von Beiträgen vorwiegend der modernen Literatur, in
welchem Tiere den Gegenstand der Darstellung bilden.
Hebbel, Rosegger, Maeterlinck, Meyrink, Svend Fleuron,
Erich Maria Remarque, Zola, Turgenjew, Björnson, Bölsche,
Brehm und andere sind in dem recht hübschen Werkchen
vertreten. *
Axel Eggebrecht, dessen Katzenbuch im Vorjahr zu
einem verdienten Erfolg kam, hat sich diesmal an das
Leben einer menschlichen Wildkatze gewagt: „Leben einer
Prinzessin." (Verlag Paul List, Leipzig 1929, 287 Seiten, ge¬
bunden Mk. 7'50.) Eggebrecht will an dem abenteuerlichen
Schicksal einer russischen Aristokratin die ganze Entwick¬
lung der europäischen Gesellschaft der letzten sechzig Jahre
aufzeigen. Es gelingt ihm nicht auf der ganzen Linie mit
Erfolg, aber er ist immer amüsant und interessant.
*
Der Verlag Kaden (Dresden) hat Edmond de G o n-
c o u t s „Dirne Elisa" (240 Seiten, Mk. 3'50) neu heraus¬
gebracht. Der alte Roman wirkt heute jung wie je und er¬
schüttert so tief, wie nur ein echtes Meisterwerk erschüttern
kann. *
Ein Schachlehrbuch für solche, die schon Schach spielen
können, ist des Schachmeisters A. Nimzowitsch Buch
„Die Praxis meines Systems" (Verlag Siedentop u. Comp.,
Berlin 1929, VIII und 275 Seiten, 7'50, gebunden 12 Mark).
An der Hand von 190 Partien, die er in den letzten zwanzig
Jahren gespielt hat, führt Nimzowitsch seine Leser in die
Geheimnisse der modernen Grundzüge der Schachstrategie
ein. Leider ist das Deutsch des Autors herzzerreißend
schlecht und prunkt mit den grauslichsten Fremdwortver-
ballhornungen. Aber die Partien selbst nachzuspielen und
an ihnen zu lernen, bereitet wahres Vergnügen.
EINGELAUFENE BÜCHER
„Die Rote Gewerkschaftsinternationale." (9. Jahrgang,
Nr. 3, Führer-Verlag, Berlin, März 1929, Seite 105 bis 160,
Mk. 1'50.)
„Die Rote Gewerkschaftsinternationale." (9. Jahrgang,
Nr. 4, Führer-Verlag, Berlin, April 1929, Seite 161 bis 208,
Mk. 1'50.)
Henryk Großmann: „Das Akkumulations- und Zu¬
sammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems."
(Verlag C. L. Hirschfeld, Leipzig 1929, XVI und 629
Seiten, 20 Mk., gebunden 22 Mk.)
Ilja Ehrenburg: „Das bewegte Leben des Lasik Roit-
schwantz." (Rhein-Verlag, Basel-Zürich-Leipzig-Paris-
Straßburg 1929, 395 Seiten. Mk. 4'50, gebunden 7 Mk.)
Jaroslav Hasek: „Ur-Schwejk. Der brave Soldat Schwejk
vor dem Kriege." (Aus dem Tschechischen übersetzt
von Grete Reiner. Adolf-Synek-Verlag, Prag 1929,
253 Seiten.)
Ludwig Lewisohn: „Der Fall Herbert Crump." (Drei-
Masken-Verlag München-Berlin 1928. 475 Seiten und ein
Vorwort von Thomas Mann, Mk. 6'50, gebunden
Mk. 8'50.)
„Jahrbuch der Deutschen Sozialdemokratie für das Jahr
1928." (Herausgegeben vom Vorstand der Sozialdemo¬
kratischen Partei Deutschlands. Berlin 1929, VIII und
408 Seiten.)
G. W. S i 1 v e r s t o 1 p e: „Nationalökonomie für alle."
(A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1929,
VIII und 200 Seiten, Mk. 4'40, gebunden 6 Mk.)
Emanuel Adler: „Betriebsrätegesetz." (Mit Anmerkungen,
Gesetzesausgabe der Kammer für Arbeiter und Ange¬
stellte, dritte, vermehrte Auflage, Verlag der Volksbuch¬
handlung, Wien 1929, XX und 215 Seiten, S 3'60, ge¬
bunden 5 S.)
Otto Bauer: „Mieterschutz, Volkskultur und Alkoholis¬
mus." (Verlag des Arbeiter-Abstinentenbundes, Wien
1929, 15 Seiten, S O'IO.)
„Auf dem Wege zum Bolschewismus." (Verlag Runge u.
Comp., Reichenberg 1929, 100 Seiten, 6 ö. Kr.)
Axel Eggebrecht: „Leben einer Prinzessin." (Verlag
Paul List, Leipzig 1929. 287 Seiten, gebunden Mk. 7'50.)
Friedrich Naumann: „über Arbeiterschaft und Staat."
(Zusammengestellt von Rudolf Günther und Heinrich
Klemmer, Verlag B. G. Teubtier, Leipzig-Berlin 1929,
32 Seiten, Mk. 0'75.)
Bruno Stern: „Die Wohnungsnot und das Wohnungs¬
elend in Deutschland." (Carl Heymanns Verlag, Berlin
1929, 387 Seiten, 5 Mk.)
Hans Bayer: „Strukturwandlungen der österreichischen
Volkswirtschaft nach dem Kriege." (Verlag Franz Deu-
ticke, Leipzig-Wien 1929, VI und 176 Seiten, 18 S.)
„Die Wirtschaftskurve mit Indexzahlen der Frankfurter
Zeitung." (Unter Mitwirkung von Ernst Kahn, Societäts-
druckerei, Frankfurt am Main, Heft 1, März 1929,
112 Seiten, 3 Mk.
Wolf von Dewall: „Der Kampf um den Frieden. Deutsch¬
land und Frankreich in der europäischen Politik."
(Societätsdruckerei, Frankfurt am Main 1929, 244 Seiten,
6 Mk., gebunden 8 Mk.)
Fritz N a p h t a 1 i: Wirtschaftsdemokratie. Ihr Wesen, Weg
und Ziel. (Verlagsbuchhandlung des Allgemeinen Deut¬
schen Gewerkschaftsbundes, Berlin 1928, 192 Seiten, 2'60,
gebunden 3'60 Mk.)
Alfred S t r i e m e r.: Wenn alle gleiches Einkommen hätten!
(Verlag Otto Eisner, Berlin 1928, 40 Seiten, 1 Mk.)
Ernst Horneffer: Der Weg zur Arbeitsfreude. (Verlag
Reimar Hobbing, Berlin 1928, 47 Seiten, 1'50 Mk.)
Eugen Schiffer: Entwurf eines Gesetzes zur Neu¬
ordnung des deutschen Rechtswesens nebst Begründung.
(Verlag Otto Liebmann, Berlin, 1'50 Mk.)
Hans Prinzhorn: Auswirkungen der Psychoanalyse in
Wissenschaft und Leben. (I. Band der „Krisis der
Psychoanalyse". Unter Mitwirkung zahlreicher Mit¬
arbeiter, Der Neue Geist-Verlag, Leipzig 1928, 412 Seiten.)
Angelica Balabanoff: Die Zimmerwalder Bewegung
1914 bisl919. (Zweite Abteilung der Materialiensammlung
„Die Internationale und der Weltkrieg", Verlag
C. L. Hirschfeld, Leipzig 1928, 160 Seiten, 5 Mark.)
Josef Luitpold: Arbeiterjahrbuch 1929. (Volksbuch¬
handlung, Wien 1929, 108 Seiten, 2 S, gebunden 3 S.)
        

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