Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1967 Heft 06 (06)

liarden beträgt, allein auf die drei
Größten (Standard Oil N. J., General
Motors und Ford Motor) über 21 Mil¬
liarden oder mehr als 13 Prozent,
und von den insgesamt über 11 Mil¬
lionen Beschäftigten arbeiten 1,4 Mil¬
lionen oder fast 13 Prozent bei den
drei Größten (General Motors, Ford
Motor und General Electric).
Zweitens stimmen die Reihungen
nach Umsatz, Gewinn und Aktiva
nicht überein. Im allgemeinen sind
die Unterschiede geringfügig, aber
selbst unter den größten zehn kommen merkliche Dis¬
krepanzen vor. Chrysler hat Rang 5 nach dem Umsatz,
aber Rang 14 nach dem Gewinn; Standard Oil (Kalifor¬
nien) hat Rang 8 nach dem Gewinn, aber Rang 17 nach
dem Umsatz; General Telephone & Electronics hat Rang 10
nach den Aktiva, aber Rang 25 nach dem Umsatz (und
Rang 18 nach dem Gewinn). Weiter unten in der Rang¬
ordnung kommen noch krassere Diskrepanzen vor, wie
etwa die Firma Swift mit Rang 13 beim Umsatz und
Rang 231 beim Gewinn oder die Firma Armour mit
Rang 22 beim Umsatz und Rang 213 beim Gewinn.
Daraus ist zu folgern, daß — wie bereits erwähnt —
hohe Umsätze oder hoher Kapitaleinsatz nicht unbedingt
auch hohe Gewinne bedeuten. Vielmehr ist es durchaus
möglich, mit gerin¬
gem Kapitaleinsatz
oder bei geringem
Umsatz einen hohen
Gewinn zu erzielen.
Anders ausgedrückt,
ist die Profitrate
nicht abhängig von
Kapitaleinsatz oder
Umsatz. Und damit
sind wir bei einem
sehr interessanten
Phänomen angelangt.
Größe und Profitrate
Es gibt zwei Arten von Profitrate. Man kann den
Gewinn in Prozent des Umsatzes ausdrücken und erhält
damit die auf den Umsatz bezogene Profitrate. Man kann
ferner den Gewinn in Prozent des eingesetzten Kapitals
(Kapitalstock einschließlich unverteilter Gewinn usw.)
ausdrücken und erhält so die auf das Kapital bezogene
Profitrate. Beide signalisieren die Rentabilität des Unter¬
nehmens.
Betrachten wir nun die Größten der Großen, so sehen
wir, daß sie hinsichtlich der Profitraten nicht gerade
überragend abschneiden. General Motors, der Spitzen¬
reiter in fast jeder Hinsicht, nimmt bei der Profitrate
auf Kapital nur einen mageren zwölften Rang ein und
bei der Profitrate vom Umsatz gar nur den sechsund¬
fünfzigsten; dabei sind diese Profitraten mit 25,8 Prozent
(Kapital) und 10,3 Prozent (Umsatz) nicht zu verachten.
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? Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei betont, daß wir immer
die 500 Unternehmen mit dem größten Umsatz betrachten. Es ist also
nicht ausgeschlossen, daß kleinere Unternehmen noch höhere Profit¬
raten aufweisen oder noch rascher expandieren.
Ford Motor, einer der beiden Kronprinzen, liegt auf
Rang 112 (Kapital) und Rang 207 (Umsatz), Standard Oil
(N. J.), der zweite Kronprinz, auf Rang 245 (Kapital) und
Rang 82 (Umsatz); diese schlechten Ränge erreichen beide
trotz beachtlicher Profitraten, die bei Ford Motor 15,7 Pro¬
zent (Kapital) und 6,1 Prozent (Umsatz), bei Standard Oil
11,9 Prozent (Kapital) und 9,0 Prozent (Umsatz) betragen.
Um diese auf den ersten Blick merkwürdige Tatsache zu
verstehen, wollen wir zunächst die Unternehmen mit den
höchsten Profitraten betrachten. Tabelle 2 zeigt die ersten
zehn nach der Höhe der Profitrate auf Kapital samt
ihrem Rang nach Umsatz, Gewinn und eingesetztem
Kapital (nicht Aktiva!).2 Wie man sieht, handelt es sich
keineswegs um die größeren unter den Großen, geschweige
denn um die größten zehn. Die höchsten Ränge sind beim
Tabelle 2
USA-Unternehmen mit den höchsten Profitraten
auf Kapital, 1965
Profit- Rang nach
rate
Unternehmen Prozent Umsatz Gewinn Kapital
Curtis Publishing 53,4 459 295 494
Avon Products 37,5 192 87 242
Smith Kline & French
Laboratories 31,6 280 100 232
Gillette 31,0 203 99 229
Xerox 30,6 171 67 162
Needham Packing 29,2 429 485 500
Iowa Beef Packers 28,6 338 460 498
Magnavox 28,4 207 171 333
Clark Oil & Refining ... 27,6 417 343 478
Square D 26,0 347 163 310
Umsatz Nr. 192 (352 Millionen), beim Gewinn Nr. 67
(59 Millionen) und beim Kapital Nr. 162 (192 Millionen).
Ein analoges Bild ergibt sich, wenn wir die zehn Besten
nach der Profitrate vom Umsatz betrachten. Zwar sind
hier immerhin zwei „Riesen" dabei (Texaco und Standard
Oil of California), und auch Kodak ist ganz imposant,
aber die restlichen Unternehmen sind im Rang weit weg
von der Prominenz.
Warum findet man hohe Profitraten eher bei den klei¬
neren unter den Großen? Weil ein Unternehmen, das sich
auf dem Markt behaupten will, wachsen muß (wir werden
auf diesen Punkt im folgenden noch näher eingehen).
Wachsen kann man aber nur, wenn man investiert, wenn
man also über Kapital verfügt, und dieses Kapital stammt
entweder aus Eigenmitteln oder aus Fremdmitteln. Je
kleiner das bereits vorhandene Kapital ist, desto größer
muß die Profitrate sein, aus der dann neue Eigenmittel
fließen und aus der auch die fremden Kapitalgeber —
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