Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1969 Heft 01 (01)

forderlich. Zu lange Arbeitszeiten, denen kein genügender
Erholungszeitraum gegenübersteht, führen ebenso wie die
physische Übermüdung zu einer Senkung der Leistungs¬
fähigkeit und oft zu Erschöpfungszuständen. Die Folge sind
Unlustgefühle, Unruhe, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit,
die mit der Zeit in einen regelrechten Krankheitszustand
führen. Manchmal entstehen auch Störungen des Herzens
und des Kreislaufes, Nerven- oder Stoffwechselerkrankun¬
gen."
Gesundheitspolitische Maßnahmen gegen
Frühinvalidität
Die bisherigen Ausführungen zeigen wohl deutlich
die Aufgabe, durch gesundheitspolitische Maßnahmen,
die die Arbeitsbedingungen betreffen, der Frühinvali¬
dität entgegenwirken zu müssen. Die 1959 erreichte
45-Stunden-Woche hat in einem großen Umfang zur
Fünftagewoche bei einer täglichen neunstündigen
Arbeitszeit geführt. So wertvoll das längere Wochen¬
ende einerseits ist, wird der Neunstundentag immer
problematischer. Die Vierzigstundenwoche wird daher
die Rückkehr zum Achtstundentag ermöglichen. Die
länger gewordene tägliche Freizeit wird auf Grund der
Fünftagewoche durch eine längere Wochenendfreizeit
noch ergänzt werden. Da, wie oben bemerkt, zur psy¬
chischen Erholung eine längere Dauer als zur physi¬
schen notwendig ist, werden die im Laufe der Arbeits¬
woche angespeicherten Übermüdungsreste, die trotz
des Achtstundentages nicht überwindbar sein werden,
durch das verlängerte Wochenende kompensiert wer¬
den können.
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Kampf um den Achtstundentag — schon vor mehr als sieben
Jahrzehnten
Gegenargumente
In diesem Zusammenhang sei auf das Gegenargu¬
ment eingegangen, daß das verlängerte Wochenende
durch die verschiedensten neuzeitlichen Erscheinun¬
gen, wie die sonntägliche Motorraserei, den Pfusch
oder die Überanstrengung während der Gartenarbeit,
die Arbeitnehmer angeblich die Woche bereits über¬
müdet beginnen läßt. Solche Argumente verkennen
das Wesentlichste. Ohne diesen verschiedenen Erschei¬
nungen das Wort reden zu wollen, muß man aber klar¬
stellen, daß sich diese Tätigkeiten von der Arbeitstätig¬
keit vor allem durch eine psychologisch überaus wich¬
tige Tatsache unterscheiden: Dis Betroffenen verrich¬
ten diese Tätigkeiten freiwillig, ihre Investitionen phy¬
sischer oder psychischer Art in diese oftmals mehr als
Vergnügen empfundenen Tätigkeiten sind eine Art
Ausgleich gegenüber ihrer gewöhnlichen Arbeitstätig¬
keit. Im übrigen handelt es sich bei der Motorraserei
und ähnlichem um zweifellos ins Gewicht fallende
Mißstände, an denen jedoch nicht die Gesamtheit ge¬
messen werden darf. Ebensowenig, wie man der Donau
die Schuld daran geben kann, daß Menschen in ihr er¬
trinken, darf man der Freizeit die Schuld geben, daß
Menschen in ihr ertrinken beziehungsweise mit ihr
nichts anzufangen wissen. Mit diesen Problemen muß
die Menschheit auf einer anderen Ebene fertig werden,
denn Motorraserei, Pfusch und dergleichen wird es mit
oder ohne Vierzigstundenwoche geben.
Bedenken gab es immer
Wie bei jeder sozialpolitischen Forderung sehen die
Unternehmer auch diesmal wieder den Untergang der
Wirtschaft herannahen. Jedoch selbst in einer vor kur¬
zem ausgestrahlten Fernsehsendung, die nicht auf die
Unterstützung der gewerkschaftlichen Forderung an¬
gelegt war, mußte von Volkswirtschaftern zugegeben
werden, daß es bisher keine Arbeitszeitverkürzung in
unserer Geschichte gab, vor deren Verwirklichung die
Unternehmer nicht den Ruin der Volkswirtschaft pro¬
phezeit hätten. Das galt sowohl 1885 beim Elfstunden-
tag wie 1918 beim Achtstundentag und 1959 bei der
Einführung der 45-Stunden-Woche. Die Argumente
gleichen einander wie ein Ei dem anderen — und jedes¬
mal hat die Entwicklung die Argumente widerlegt.
Deshalb sei, ohne auf volkswirtschaftliche Auseinan¬
dersetzungen eingehen zu wollen, der unternehme¬
rischen Milchmädchenrechnung, wonach eine Arbeits¬
zeitverkürzung von 45 auf 40 Stunden, also um neun
Prozent, bei vollem Lohnausgleich daher einer neun-
prozentigen Mehrbelastung der Wirtschaft gleich¬
kommt, noch ein sozialpolitisches arbeitswissenschaft¬
liches Argument entgegengehalten:
Jeder Kraftverbrauch ist von zwei Komponenten
abhängig: von der Höhe der Anstrengung und von der
Zeitdauer der Arbeit. Um diese Aussage deutlicher zu
machen, sei eine Anleihe aus dem Spitzensport ent¬
nommen. Die Siegerlaufzeiten der Männer bei der
Olympiade 1968 zeigen für 100 m 9,9 Sekunden, 400 m
43,8, 800 m 1 : 44,3, 1500 m 3 : 34,9, 5000 m 14 : 05,0 und
10.000 m 29 : 27,4 Sekunden. Die Differenz zwischen
100 m und 400 m ist nicht etwa das Vierfache des
100-m-Laufs, sondern hinzu kommen bereits 4,2 Sekun¬
den. Beim 800-m-Lauf ist der Mehrverbrauch bereits
25.1 Sekunden, beim 1500-m-Lauf 66,4 Sekunden, beim
5000-m-Lauf 350 Sekunden und beim 10.000-m-Lauf
bereits 777,4 Sekunden.
Arbeitszeit und Leistung
Auf die Arbeitsproduktivität übertragen bedeutet
dies, daß die Produktion mit dem Ansteigen der Zeit¬
dauer der Arbeit absinkt. Um dieses Absinken'zu ver-
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