Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1985 Heft 01 (01)

OdumeinÖsterreich
reichen stärker zu machen.
Die wirtschaftlichen Schwie¬
rigkeiten sind groß, und um sie
meistern zu können, bedarf es
gerade jetzt einer starken Ge¬
werkschaftsbewegung. Die
Werbung neuer Mitglieder
liegt daher auch im eigenen In¬
teresse jedes einzelnen Ge¬
werkschaftsmitglieds.
Landeshauptmann-Stellver¬
treter Wolfgang Radlegger
und Bürgermeister Dipl.-Ing.
Josef Reschen überbrachten
die Grüße des Landes und der
Stadt Salzburg.
Mehr als 50 Anträge
Die Delegierten der Landes¬
konferenz behandelten mehr
als 50 Anträge und Resolutio¬
nen. Eine dringliche Resolu¬
tion beschäftigte sich mit der
Öffnung der Geschäfte im
Land Salzburg am 8. Dezem¬
ber: »Die Landeskonferenz
Salzburg des ÖGB lehnt ent¬
schieden eine Öffnung der
Geschäfte am Samstag, dem
8. Dezember, ab. Der Landes¬
hauptmann von Salzburg wird
aufgefordert, die diesbezügli¬
che Verordnung zurückzu¬
nehmen, um den bewährten
sozialen Frieden in diesem
Bundesland nicht zu gefähr¬
den. Der ÖGB bittet alle Salz¬
burger, an diesem Tag keine
Einkäufe - weder in Salzburg
noch in Bayern - vorzuneh¬
men, um auf diese Art ihre So¬
lidarität mit den Beschäftigten
im Handel zu dokumentieren.
Der Feiertag Maria Empfäng¬
nis muß auch inZukunft fürdie
Handelsangestellten Ruhetag
bleiben!«
Da Salzburgs Landes¬
hauptmann Dr. Wilfried Has¬
lauer als erster Landeshaupt¬
mann die Absicht geäußert
hatte, durch Verordnung die
Öffnung der Geschäfte am 8.
Dezember zu ermöglichen,
und die diesbezügliche Ver¬
ordnung ausgerechnet zwei
Tage vor der Landeskonferenz
unterschrieben hatte, gab es
zu dieser Resolution naturge¬
mäß eine sehr ausführliche
und zum Teil sehr bewegte
Diskussion. Die Resolution
wurde schließlich einstimmig
angenommen, auch mit den
Stimmen der christlichen
Fraktion, die es noch knapp
eine Woche vorher in der Voll¬
versammlung der Salzburger
Arbeiterkammer vorgezogen
hatte, sich an der Abstimmung
nicht zu beteiligen.
Bestehende Gesetze
einhalten!
Auch ÖGB-Präsident Anton
Benya ging in seinem Referat
grundsätzlich auf das Problem
des 8. Dezember ein und er¬
klärte, die Gewerkschaften
würden sich durch die harte
Haltung bestimmter Gruppen
des Handels nicht zu Geset¬
zesverletzungen provozieren
lassen. »Wir appellieren an die
Solidarität aller Arbeitnehmer:
Es müssen nicht gerade an
diesem Tag Einkäufe getätigt
werden! Für uns Gewerk¬
schafter ist jeder Feiertag ein
Feiertag, der eingehalten wer¬
den muß. Wenn man etwas
ändern will, so soll man einen
Gesetzesantrag ans Parlament
herantragen, bis zu einer Än¬
derung aber muß man sich an
die bestehenden Gesetze hal¬
ten!« unterstrich der ÖGB-
Präsident.
In diesem Zusammenhang
verwahrte sich Benya gegen
den Vorwurf konservativer
Kreise, der ÖGB sei ein Staat
im Staat. Der ÖGB habe in fast
40jähriger Tätigkeit sein Ver¬
antwortungsbewußtsein in
Staat und Wirtschaft zur Ge¬
nüge bewiesen und entschei¬
dend zum Aufstieg der öster¬
reichischen Volkswirtschaft
und zur Schaffung der Demo¬
kratie beigetragen:
»Der Gewerkschaftsbund
will ganz sicher kein Staat im
Staat sein, aber als gleichbe¬
rechtigter Partner auf allen
Ebenen anerkannt werden.«
Neuwahl des
Landespräsidiums
Da der bisherige Salzbur¬
ger ÖGB-Vorsitzende Josef
Brunauer nach 17jähriger Tä¬
tigkeit in dieser Funktion aus
Altersgründen nicht mehr
kandidierte, wurde der Salz¬
burger Arbeiterkammerpräsi¬
dent Herbert Suko zum neuen
Landesvorsitzenden gewählt.
Seine Stellvertreter sind Jo¬
hann Baier, Sibyila Aschauer,
Franz Golser und Johann Sil¬
ier.
Josef Brunauer wurde mit
der Johann-Böhm-Plakette,
der höchsten Auszeichnung
des ÖGB, geehrt. Den ausge¬
schiedenen Präsidiumsmit¬
gliedern Josef Huber, Johann
Mayer und Georg Maier
wurde die Verdienstmedaille
des ÖGB in Gold verliehen.
Wirtschaftsinformation.
Österreichs 10.000 Großbe¬
triebe ... Das Buch kostet
2590 S plus 10% Mehrwert¬
steuer. (»Süd-Ost Tagespost«)
*
Wenn Österreich 10.000
Großbetriebe hätte, wären
unsere Probleme sicher ge¬
löst. Der Preis von knapp
2600 S löst aber nur die Wirt¬
schaftsprobleme des Her¬
ausgebers. (Einsenderin
Dkfm. Dr. Edith Zimmermann,
Wien 8)
Oder die undifferenzierten
Attacken auf dieselbe E-Wirt-
schaft, die jahrzehntelang gut
genug war, für unseren
Strombedarf zu sorgen.
(»SPÖ-Magazin«)
Schon wieder eine Attacke.
Denn die E-Wirtschaft hat
doch wohl für die Dek-
kung des Strombedarfs
gesorgt und nicht für den
Bedarf!
(Einsender
Peter Taler, Wien 1)
Ein weltweiter Erfolg für den
österreichischen Maler Pro¬
fessor Friedrich Hundertwas¬
ser und für die UNO-Postver-
waltung wurde die vom Künst¬
ler geschaffene »Menschen¬
rechtsmarke«. Sämtliche 5,9
Millionen Exemplare sind völ¬
lig ausverkauft.
(»ibf-spektrum«)
Ich hätte zu gern einmal
gesehen, wenn die Marken
nur teilweise ausverkauft
sind.
(Einsender
Michael Kress, Wien 1)
Auch Ausländerinnen mit
österreichischer Staatsbür¬
gerschaft können sich bewer¬
ben. Fahrtspesenersatz auch,
wenn sie zu Fuß gehen.
(»Kronen-Zeitung«)
(Einsender
Dr. Thomas G. Lachs, Wien 17)
In der Laxenburger Straße
Nr. 32 in Wien-Favoriten
wohnt Wilhelm Bettelheim, 39.
Unter den Lebenden gibt es
kaum jemanden, der den
Androsch-Wahlonkel Dr. Gu¬
stav Steiner besser kannte als
er...
Er war mit den Steiners fast
vier Jahrzehnte befreundet.
(»profil,
Einsender Peter Taler, Wien 1)
-k
Ist das schon merkwürdig,
sind Schlagzeilen einer ande¬
ren Zeitung noch merkwürdi¬
ger.
Man hätte den toten Onkel
fragen müssen.
(»Kurier«)
Vielleicht mit Hilfe eines
Hellsehers oder beim Ti¬
scherlrücken?
(Einsender Gerhard Elsigan,
Aschbach)
Gewerkschafter, 28 Jahre,
vom 1. bis 6. Oktober in Bad
Vöslau auf Kurs, welche Dam§.
versüßt mir die Abende?
(»Kurier«-Inserat,
Einsender Herbert Steier,
Wien 1)
Hedwig Wasserbauer ist die
einzige weibliche Vizebür¬
germeisterin im Land Salz¬
burg. Sie wurde mit 118 von
107 gültigen Stimmen Landes¬
leiterin.
(»Salzburger Nachrichten«)
•k
Auch eine männliche Vize¬
bürgermeisterin hätte nicht
besser abschneiden können.
Das Traumergebnis von
110% wird nicht einmal bei
Wahlen in den Obersten So¬
wjet erreicht. (Einsender
Karl Groiss, 5020 Salzburg)
Gärtnerin von einem Mörder
erdrosselt. (»Kurier«)
*
Von wem denn sonst, doch
sicher nicht von einem Mas¬
seur. (Einsenderin
Edith Heymann, Wien 18)
1/85 arixit wirlsduill 9
        

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