EDITORIAL
Budget 1995:
Gratwanderung
der Koalition
�Budgetpolitik ist heute mehr denn
je Sisyphusarbeit�, meinte Finanz�
minister Lacina in seiner Budget�
rede vom 9. M�rz 1995. Wer den
Werdegang des Bundeshaushaltes
1995 von den Regierungsverhand�
lungen der beiden Gro�parteien bis
zur Einbringung ins Parlament ver-
Selbstverst�mmelung -
zum Kampf um
die Erhaltung der
Arbeiterkammer
F�r die Redaktion ist dieser Beitrag
einer jener F�lle, wo wir ausdr�ck�
lich auf das Impressum (aufSeite 2)
verweisen. Dort hei�t es, da� die in
dieser Zeitschrift wiedergegebenen
Artikel nicht notwendigerweise der
Meinung der Redaktion und der
�Allen Grund,
stolz zu sein...�
Die �sterreichische
Sozialpartnerschaft
aus europ�ischer Sicht
Aus der vielbeachteten Rede von
Prof. Schregle anl��lich der Festver�
anstaltung zum Jubil�um �75 Jahre
AK� bringen wir zusammenfassende
Thesen, um seine �berlegungen ei-
Zeitspr�nge und
Streiflichter
(Teil 4)
F�r die meisten Menschen liegt der
�F�nfziger� auch heute noch schon
weit �ber der Mitte ihres Lebens, ist
also ein durchaus kritischer Zeit�
punkt. Nur eine Minderheit ist da
aufdem H�hepunkt der Berufslauf�
bahn, viele z�hlen im Dschungel
der freien Wirtschaft schon zum al�
ten Eisen und bangen einer unge-
folgt hat, wird ihm Recht geben.
Der Budgetentwurf '95 steht ganz
im Zeichen des Sparpakets. Das
Sparpaket l�ste vehementen Wi�
derstand aus, f�hrte zu politischen
Unsicherheiten und blieb nicht
ohne Auswirkungen auf das politi�
sche Klima im Lande. Abgesehen
vom �ffentlichen Dienst konzen�
trieren sich die Auswirkungen auf
den Sozialbereich.
Seite 10
Herausgeber entsprechen. So glau�
ben wir zum Beispiel nicht, da� es
m�glich w�re, alle Mitglieder anzu�
rufen und sie �ber die Aufgaben der
AK aufzukl�ren. Trotzdem halten
wir diesen Artikel f�r einen wichti�
gen Diskussionsbeitrag zur Proble�
matik und zur �ffentlichen Diskus�
sion um die Arbeiterkammer, den
wir unseren Lesern nicht vorenthal�
ten wollen.
Seite 22
nem gr��eren Publikum zug�nglich
zu machen. Als international be�
kannter Gelehrter hat sich Prof.
Schregle auch mit �sterreichischen
Konfliktl�sungsmechanismen, ins�
besondere im Rahmen der Sozial�
partnerschaft, besch�ftigt und gilt
als Experte f�r das �sterreichische
System der Arbeitsbeziehungen.
Seite 26
wissen Zukunft zu. Da erinnern sie
sich oft an sch�nere Zeiten, viel�
leicht an die gute alte Zeit, die aber
oft nur deshalb gut ist, weil man sie
mit verkl�rten Augen betrachtet.
Seite 32
Liebe Leserin,
lieber Leser!
�Arbeit & Wirtschaft� soll auch ein Diskussionsor�
gan sein, das hei�t, Themen sollen auch in kontrover-
sieller Darstellung angeboten werden. Wenn Sie jetzt
mit den Augen zur gegen�berliegenden Seite 2 und
dort nach links unten zu dem letzten Absatz im Im�
pressum gehen, so finden sie das erl�utert: �Die in der
Zeitschrift -Arbeit & Wirtschaft� wiedergegebenen Arti�
kel entsprechen nicht notwendigerweise der Meinung
der Redaktion und der Herausgeber. Jeder Autor tr�gt
die Verantwortung f�r seinen Beitrag. Es ist nicht die
Absicht der Redaktion, die vollst�ndige �bereinstim�
mung aller Mitarbeiter zu erzielen. Sie sieht vielmehr in
einer Vielfalt der Meinungen die Grundlage einer
fruchtbaren geistigen Auseinandersetzung...�
Der Diskussionsbeitrag von Heinz Kienzl �Selbst�
verst�mmelung� auf Seite 22 k�nnte oberfl�chliche
Leser - zu denen Sie pers�nlich sicher nicht geh�ren
- dazu verleiten zu glauben, die Herausgeber seien
der Meinung von Heinz Kienzl. Wenn Kienzl meint, die
durch die �Taferl�-Show am Runden Tisch wieder ak�
tualisierte Diskussion �ber die Bez�ge von Funk�
tion�ren und leitenden Angestellten lasse sich mit eini�
gen saloppen oder auch provokanten Formulierungen
so leicht wegschieben - �nicht dramatisieren�,� Sturm
im Wasserglas�,�demagogischer Schmonzes�, so ist
das seine pers�nliche Meinung, zu der er sicher auch
steht. Hier in dieser Zeitschrift steht seine Meinung zur
Diskussion, wie unter anderem auch sein Vorschlag,
�alle Mitglieder anrufen und sie �ber die Aufgaben der
AK aufkl�ren�. Das klingt im ersten Moment ganz gut.
Wenn man aber beginnt, nachzurechnen, sieht das
schon ganz anders aus. Man m��te in einem Rechen-
exempel davon ausgehen, da� man bei jemandem,
der noch nie etwas von der AK geh�rt hat und keine
Ahnung von der Zusammenarbeit mit den Gewerk�
schaften oder vom Funktionieren der Sozialpartner�
schaft hat, f�r eine telefonische �Grundinformation�
zumindestens eine viertel Stunde braucht. Das w�rde
dann allein in Wien bei mehr als 680.000 Mitgliedern
einen Zeitaufwand von 170.000 Stunden erfordern.
Wenn also rund um die 24 Stunden am Tag angerufen
w�rde, w�ren das mehr als 7000 �Manntage�. Das
hei�t, es m��ten 10 Personen zwei Jahre lang Tag
und Nacht, wochen-, sonn- und feiertags telefonieren,
um tats�chlich alle Mitglieder zu informieren. Also ein
Vorschlag, der nicht ganz praktikabel ist und wo man
sich wohl andere Formen der Kommunikation einfallen
lasse mu�.
Trotz alledem handelt es sich aber um einen wich�
tigen Diskussionsbeitrag, dem in den n�chsten Hef�
ten noch andere folgen werden. Dazu erhoffe und
w�nsche ich mir auch Meinungen unserer Leser, de�
nen ich mit Interesse
entgegensehe. g._
r ai
4/95 artr�l wirtsf'haft 3
        

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