Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1996 Heft 02 (02)

MITGLIEDERBEFRAGUNG
Kammer und daher auch keine Arbei¬
terkammer. Wer die »Pflichtmitglied¬
schaft« abschaffen will, tritt - ob er es
nun will oder nicht - für die Abschaf¬
fung der Arbeiterkammern ein!
# Ohne Kammern mit gesetzlicher
Zugehörigkeit gibt es keine Sozialpart¬
nerschaft. Wer die »Pflichtmitglied¬
schaft« abschaffen will, tritt fiir die Zer¬
störung eines Systems ein, dem unser
Land wirtschaftlichen Aufstieg, Stabi¬
lität und sozialen Frieden zu verdanken
hat!
0 Ohne gesetzliche Zugehörigkeit
(und damit verbundene Beitrags¬
pflicht) könnten die Arbeiterkammern
wichtige Leistungen für ihre Mitglie¬
der, aber auch fiir den Staat nicht mehr
erbringen.
Wie wird die Mitglieder¬
befragung durchgeführt?
Für die Durchfuhrung der Mitglie¬
derbefragung gibt es keine gesetzlichen
Vorgaben. Die Bundesarbeitskammer
als gesamtösterreichische Dachorganisa¬
tion hat deshalb einen Rahmen fiir das
Verfahren in allen Arbeiterkammern
beschlossen, wobei allerdings Differen¬
zierungen, die den besonderen Gegeben¬
heiten eines Bundeslandes Rechnung
tragen sollen, nicht ausgeschlossen sind.
Zur Teilnahme an der Mitgliederbe-
1 Die Arbeitnehmerschützer der
AK Wien kommen mit dem
Beratungsbus in den Betrieb
2 Die AK Wien kommt in die Berufs¬
schulen - zum Beispiel mit einer Ein¬
führung in den Arbeitnehmerschutz
3 Straßenaktion: Die AK erhob die
Arbeitssituation von Taxilenkern
4 Auch auf Messen und Ver¬
anstaltungen bietet die AK an ihren
Ständen Information und Beratung
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Mit Rat...
Mehr als 200.000 Mitglieder hatten 1995 direkten Kontakt mir ihrer AK Wien.
70.000 Mitglieder erhielten von den AK-Experten persönliche Beratung: zum Beispiel
im Arbeitsrecht, wenn's um das Karenzgeld ging, in Steuerfragen, bei Problemen mit der
Sozialversicherung, im Lehrlings- und Jugendschutz. Oder sie kamen in die Bildungs¬
beratung, um Weiterbildungsfragen und das Kursangebot zu besprechen. Weit über
100.000 Mitglieder holten sich Rat an den Beratungstelefonen.
Rund 12.000 Interessierte besuchen jährlich die Bibliothek der AK Wien, die größte
sozialwissenschaftliche Bibliothek Österreichs. Die Wiener Lehrer erhielten rund 18.000
Unterrichtsmaterialien und Bücher. Prospekte und Broschüren zu fast hundert Themen
wurden kostenlos an die Mitglieder verteilt oder ausgesandt.
Arbeitsrecht: 2 Millionen Schilling am Tag • • • U II d Td t
1995 kamen fast 34.000 Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Abtei¬
lung Arbeitsrecht der AK Wien um Rat und Auskunft, Beratung und Tips, aber auch, um
Intervention in ihrem Sinne bei ihrem Arbeitgeber zu bekommen. 5233 solcher schriftli¬
cher Interventionen und ungezählte telefonische AK-Interventionen gab es im Vorjahr.
Die AK-Rechtsabteilung macht täglich zwischen 2 und 3 Millionen Schilling bei den
Wiener Arbeitgebern schriftlich geltend.
600mal am Tag: So oft läutet das Beratungstelefon bei den Arbeitsrechtsexperten der
Wiener Arbeiterkammer.
400 Millionen Schilling: So viel erstreiten die AK-Arbeitsrechtsexperten für die Arbeit¬
nehmerinnen und Arbeitnehmer in Interventionsfällen, vor dem Arbeits- und Sozialge¬
richt, bei Insolvenzstreitigkeiten.
fragung sind grundsätzlich alle Kam¬
merzugehörigen berechtigt, die bei ei¬
ner AK-Wahl wahlberechtigt wären,
darüber hinaus auch Lehrlinge und an¬
dere jugendliche Arbeitnehmer, die
zwar kammerzugehörig sind, aber das
Wahlalter (vollendetes 18. Lebensjahr)
noch nicht erreicht haben. Kammerzu¬
gehörig und damit auch zur Teilnahme
an der Mitgliederbefragung berechtigt
sind unter bestimmten Voraussetzungen
auch Arbeitslose.
Bei der Erfassung der Teilnahmebe¬
rechtigten wird — abweichend von der
letzten AK-Wahl - unterschieden: Au¬
tomatisch erfaßt und aufgrund der von
den zuständigen Sozialversicherungsträ¬
gern gelieferten Daten in die »Befra¬
gungslisten« eingetragen werden alle in
einem aufrechten Arbeitsverhältnis ste¬
henden, wahlberechtigten und Umlage
zahlenden Kammerzugehörigen. An¬
dere Gruppen von Kammerzugehörigen
können sich auf ihren Wunsch in die
Liste eintragen lassen und an der Befra¬
gung teilnehmen. Das betrifft Lehrlinge
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