Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1999 Heft 05 (05)

MAN KANN NICHT ALLES WISSEN
ATX: Abkürzung für Öster¬
reichischer Aktienindex. Es han¬
delt sich dabei um eine Kennziffer
für die Entwicklung und den Stand
der Aktienkurse. Zur Berechnung
des ATX werden ausgewählte Ak¬
tien herangezogen. (Seite 27)
bilateral: zwei Seiten (Staa¬
ten) betreffend, von zwei Seiten
ausgehend. (Seite 33)
Cashflow (englisch; sprich:
käsch flou): Zum Cashflow rech¬
nen Betriebswirtschafter all jene
Geldmittel, die ein Unternehmen
nicht im operativen Geschäft ein¬
setzen muss. Amerikanische Fi¬
nanzexperten haben die an und
für sich eher komplizierte Berech¬
nung dieser betriebswirtschaftli¬
chen Kennzahl sehr einfach defi¬
niert: Zähle alle Dollars zusam¬
men, die hereinkommen, und zie¬
he alle Dollars ab, die hinausge¬
hen. In Beziehung zu anderen
Größen, wie zum Beispiel Eigen-
und Fremdkapital, lassen sich
Wert und Finanzlage eines Be¬
triebsgenau bestimmen. (Seite 24)
Consulting (englisch, sprich:
konsalting): Unternehmensbera¬
tung, meist durch externe Exper¬
ten. (Seite 21)
Dividende: der Anteil am
Reingewinn, der jährlich pro Aktie
ausgezahlt wird. (Seite 36)
Dossier (französisch; sprich:
dossjee): Sammlung von Unterla¬
gen, die sämtliche eine Sache
(eine Person, einen Vorgang) be¬
treffende Informationen enthält.
(Seite 15)
Eigenkapital: Mittel, die im
Gegensatz zu Fremdkapital den
Eigentümern eines Unterneh¬
mens gehören: zum Beispiel Ein¬
lagen von Gesellschaftern, Akti¬
en. Fremdkapital (meist Kredite)
steht nur begrenzte Zeit zur Verfü¬
gung. (Seite 27)
EstG: Einkommensteuerge¬
setz. Die Einkommensteuer (für
Selbstständige und freiberuflich
Tätige) stellt gemeinsam mit der
Lohnsteuer die bedeutendste Ein¬
nahmequelle des öffentlichen
Haushalts dar. (Seite 26)
EZB: Europäische Zentral¬
bank, gegründet am 30. 6. 1998,
Präsident: Wim Duisenberg. Mit
erstem Jänner dieses Jahres hat
die EZB die Verantwortung für
den Euro übernommen. Sie wird
die Zins- und Geldpolitik der
Währungsunion steuern. Die na¬
tionalen Notenbanken setzen die
EZB-Beschlüsse nur noch um.
Sie sind allerdings im Europäi¬
schen Zentralbankrat vertreten.
(Seite 32)
Firmenbuch: Zentrales Regis¬
ter, in dem sämtliche wichtigen
Firmendaten von Kapitalgesell¬
schaften (Gesellschaft mit be¬
schränkter Haftung, Aktiengesell¬
schaft) verzeichnet sind. Die Fir-
menbuchnummer muss u. a. auf
dem Briefpapier dieser Unterneh¬
men aufscheinen. (Seite 25)
forcieren (sprich: forßieren):
mit Nachdruck betreiben, voran¬
treiben. (Seite 24)
Fringe benefits (englisch;
sprich: frinsch bänefits): Sozialleis¬
tungen, Zulagen, die vom Arbeit¬
geber an den Arbeitnehmer ge¬
zahlt werden. (Seite 24)
GmbH: Gesellschaft mit be¬
schränkter Haftung; rechtsfähige
Kapitalgesellschaft, für deren Ver¬
bindlichkeiten nur das Gesell¬
schaftsvermögen haftet. Das Pri¬
vatvermögen der Gesellschafter
bleibt unangetastet. Das Stamm¬
kapital wird durch die Stammein¬
lagen der Gesellschafter aufge¬
bracht. Die GmbH wird von einem
oder mehreren Geschäftsführern
geleitet. Ein Aufsichtsrat muss nur
in größeren Betrieben bestellt
werden. (Seite 25)
G-7: Gruppe der Sieben, Welt¬
wirtschaftsgipfel. Seit 1975 finden
jährliche Konferenzen der sieben
wichtigsten Industriestaaten
(Deutschland, Frankreich, Gro߬
britannien, Italien, Japan, Kanada
und USA) zur Erörterung aktueller
Fragen statt. Seit 1977 nimmt an
diesen Treffen auch der Präsident
der EU, seit 1994 der Präsident
Russlands teil. (Seite 21)
Holding: Obergesellschaft,
die zur einheitlichen Leitung und
Verwaltung eines Konzerns ge¬
gründet wird. Sie übt selbst keine
Produktions- oder Handelsfunkti¬
on aus, sondern beschränkt sich
auf die Verwaltung. Die Holding
besitzt die Aktienmehrheit der
Konzernunternehmen. Im Gegen¬
zug erhalten die Aktionäre des
Konzerns Holding-Aktien. Die Un¬
ternehmen bleiben dadurch recht¬
lich selbstständig, wirtschaftlich
sind sie von der Holding aber ab¬
hängig. (Seite 34)
KGV: Kurs-Gewinn-Verhält¬
nis; es gibt an, wie oft der Unter¬
nehmensgewinn pro Aktie im ak¬
tuellen Kurs enthalten ist. Je nied¬
riger das KGV, desto günstiger ist
eine Aktie. Für die tatsächliche
Beurteilung müssen aber die KGV
von Unternehmen der gleichen
Branche miteinander verglichen
werden. (Seite 27)
Lega Nord: Im Jahr 1991 voll¬
zogenes Bündnis regionaler Auto¬
nomiebewegungen der norditalie¬
nischen Regionen Lombardei,
Piemont, Ligurien, Venetien, Emi-
lia-Romagna und Toskana. Sie
verlangten die Trennung des wirt¬
schaftlich stärkeren Nordens vom
ärmeren Süden. Unter der
Führung von Umberto Bossi er¬
rang die Lega zu Beginn der 90er
Jahre große Wahlerfolge. Im Sep¬
tember 1997 demonstrierten in
Mailand und Venedig über
800.000 Menschen für die Einheit
Italiens. Bei den Wahlen im darauf
folgenden November musste die
Lega dann auch leichte Verluste in
Kauf nehmen. (Seite 15)
Le Pen, Jean Marie: Vorsit¬
zender der rechtsextremen fran¬
zösischen Partei Nationale Front
(FN). Im Frühjahr 1998 erzielte die
FN in einigen Regionen hohe Ge¬
winne (bis zu 29 Prozent der Stim¬
men). Im April 1998 wurde Le Pen
wegen Körperverletzung, began¬
gen an einer sozialistischen Politi¬
kerin, verurteilt. Auf Grund dessen
wurde ihm das passive Wahlrecht
als Europa-Abgeordneter aber¬
kannt. (Seite 15)
Logistik: Organisation und
Steuerung von Material-, Informa-
tions- und Transportprozessen.
(Seite 37)
Mc Job: Arbeitsplatz mit rela¬
tiv geringen Sozialleistungen (und
schlechter Bezahlung), meist wird
vom Arbeitnehmer aber große
Flexibilität verlangt. (Seite 37)
Memorandum: diplomatische
Denkschrift, (politische) Stellung¬
nahme. (Seite 32)
Mitgift: In Indien, wo rund ein
Drittel der Bevölkerung unter der
Armutsgrenze lebt, ist es auch
heute noch üblich, jungen Frauen
in die Ehe eine üppige Aussteuer
mitzugeben. Diese Zahlungen, die
nicht selten in der Höhe eines Jah¬
reseinkommens liegen können,
sind oft die Voraussetzung, damit
ein junges Mädchen überhaupt
geheiratet wird. Weibliche Nach¬
kommen gelten daher als uner¬
wünschte Belastung. Gewaltakte
gegen Frauen und (ungeborene)
Mädchen sind nach wie vor die
Folge davon. (Seite 13)
Monopol: Vorrecht, alleiniger
Anspruch auf Herstellung, Ver¬
kauf oder Kauf eines bestimmten
Produktes. Oft versteht man unter
Monopol aber auch die marktbe¬
herrschende Stellung eines ein¬
zelnen Unternehmens. (Seite 37)
Mussolini, Benito: italieni¬
scher Politiker (1883-1945). Mus¬
solini vertrat anfangs als Journa¬
list und als Politiker sozialistische
Ideen. Nach dem Ausbruch des
Ersten Weltkrieges wurde er aber
wegen seines revolutionären Ak¬
tionismus und seines Votums für
den Kriegseintritt aus der sozialis¬
tischen PSI ausgeschlossen. Un¬
ter anderem mit der finanziellen
Unterstützung der Industrie grün¬
dete Mussolini 1919 die Nationale
Faschisten Partei (PNF). Mit einer
Strategie aus Gewalt, Überredung
und Erpressung gelangte er 1922
an die Macht. Es folgte eine Ein¬
parteiendiktatur. Durch seine spä¬
tere Anlehnung an Hitler-Deutsch-
land wollte Mussolini die Vorherr¬
schaft Italiens im Mittelmeerraum
erreichen, tatsächlich geriet er in
Abhängigkeit (u. a. übernahm Ita¬
lien die nationalsozialistischen
Rassengesetze). 1943, drei Jahre
nach Kriegseintritt, wurde Musso¬
lini entlassen und verhaftet. Nach
seiner Befreiung durch die Deut¬
schen gründete er die faschisti¬
sche Republik von Salo. 1945
wurde er auf Befehl des Nationa¬
len Befreiungskomitees erschos¬
sen. (Seite 15)
partiarisch: mit Gewinnbeteili¬
gung. (Seite 26)
Partizipation: Beteiligung (an
einem Handelsgeschäft, für das
sich mehrere Personen vorüber¬
gehend zusammenschließen).
(Seite 26)
Renaissance (französisch;
sprich: rönessaus): im wörtlichen
Sinne: Wiedergeburt. Mit diesem
Ausdruck werden aber allgemein
alle geistigen und künstlerischen
Bewegungen bezeichnet, die be-
wusst an frühere Traditionen an¬
knüpfen und diese weiterent¬
wickeln wollen. Als Epochenbe¬
griff ist mit Renaissance der im 15.
Jahrhundert begonnene Über¬
gang vom Mittelalter zur Neuzeit
gemeint; damals spielte die Aus¬
einandersetzung mit der Antike
eine große Rolle. (Seite 24)
Stille Gesellschaft: Beteili¬
gung einer natürlichen oder juristi¬
schen Person am Handelsgewer¬
be eines anderen. Die Vermögens¬
einlage geht dabei in das Vermö¬
gen des Firmeninhabers über, der
stille Gesellschafter wird dafür am
Gewinn beteiligt. Nach außen tritt
die stille Gesellschaft nicht in Er¬
scheinung. (Seite 25)
Substanzwert: Wert eines
Unternehmens (oder eines Ver¬
mögensteils), festgestellt durch
Bewertung des Vermögens und
der Schulden zum Tageswert.
Er gibt an, wie viel man investie¬
ren müsste, um ein vergleichba¬
res Unternehmen zu errichten.
(Seite 27)
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