Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1999 Heft 10 (10)

INTERNATIONALES • • OGB verurteilt Todesschwadronen in Kolumbien Kolumbianische Bürger müssen vor Gewalt geschützt werden Gegen den zunehmenden Terror der Todesschwadronen in Kolumbien protestierte der Leitende Sekretär des ÖGB, Bundesrat Karl Drochter, in einem Brief an den kolumbianischen Botschafter in Österreich, Hector Charry Samper. Drochter verurteilte im Besonderen das von Angehörigen der kolumbianischen Sicherheitspolizei am 31. August verübte Attentat auf den Organisationssekretär der Central Unitaria de Trabajadores de Colombia (CUT), Domingo Tovar Arrieta, sowie den Sprengstoffanschlag gegen das renommierte Menschenrechtsinstitut Instituto Populär de Capacitacion (IPC). »Ohne Zweifel richtet sich der Anschlag gegen die vom IPC für September geplante >Woche des Friedens< — einen Versuch verschiedener Men¬ schenrechtsorganisationen, die zunehmende politische Gewalttätigkeit in Kolumbien einzudämmen.« Drochter protestierte wei¬ ters gegen die Verhaftung von 277 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die ge¬ gen die unsoziale Wirtschafts¬ politik der Regierung in den Streik getreten waren. »Wir teilen die Kritik des UNO- Menschen rechtsbeauftrag¬ ten an der jüngsten Entwick¬ lung in Kolumbien«, so Drochter, »derzufolge es zu¬ nehmend zu Aktivitäten rechtsextremer Todesschwa¬ dronen kommt, die sich ge¬ gen Menschenrechtsorga¬ nisationen ebenso richten wie gegen Gewerkschaften und andere Volksorganisatio¬ nen.« In Übereinstimmung mit den Gewerkschaften in Ko¬ lumbien fordert der Öster¬ reichische Gewerkschafts¬ bund von der Regierung des Präsidenten Pastranas ent¬ schiedene Maßnahmen, um die kolumbianische Öffent¬ lichkeit vor Gewalt und die kolumbianischen Bürger vor Entführung zu schützen. Durch politische Reformen sowie eine sozial ausgerichtete Wirtschaftspolitik muss dem Terrorismus der Nährboden entzogen werden, forderte Drochter. Fallschirmtraining einer kolumbianischen Polizeitruppe ASS Prostitution: Job oder Schwarzarbeit? Asiatische Sexarbeiterinnen sind uneins: Soll Prostitution legale Arbeit sein? Ist Prostitution Arbeit oder ein soziales Übel? Sexar¬ beiterinnen selbst sind darü¬ ber uneinig, wie ein Sommer¬ treffen von organisierten Prostituierten und Frauen¬ rechtsarbeitern im indischen Kolhapur zeigte. Prostituierte sind Werktätige, für die das Arbeitsrecht gilt, sagen die ei¬ nen. Prostitution als »richti¬ ge« Arbeit anzuerkennen, fürchten die anderen, macht es auch rechtlich salonfähig, Frauen und Mädchen auszu¬ beuten. Sex ist häufigste Handels¬ ware, die Industrie mit Sex weltweit die am besten orga¬ nisierte. Der Handel mit Frauen, die gegen ihren Wil¬ len zu sexuellen Diensten ge¬ zwungen werden, floriert (sie¬ he »Arbeit & Wirtschaft«, Mai/99, Seite 42*)). Viele Frauenorganisationen wollen daher die Anerkennung der Prostitution als Arbeit. Die Si¬ tuation der Sexarbeiterinnen würde sich dadurch verbes¬ sern. Auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat sich diesem Aufruf ange¬ schlossen. Achselzucken oder Augenzwinkern Die Arbeit der Prostituier¬ ten belebt immerhin die Wirt¬ schaft vieler Länder. Eine Le¬ galisierung würde es auch er¬ möglichen, dass Sex-Dienstler gegebenenfalls protestieren. Zum Beispiel, wenn Sex mit Gewalt und Zwang verwech¬ selt wird, was »gern« ge¬ schieht, wenn Macht im Spiel ist. Sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, die Sexarbei¬ terinnen zur Anzeige bringen, werden von den Behörden - weltweit - mit Achselzucken ") »Heiße Fracht und kalte Abschie¬ bung. Menschenhandel, Frauenhandel, Händler und Käufer.« A Ein beliebtes Ziel europäischer Sextouristen ist Thailand - im Bild »Bardame« in Bangkok oder Augenzwinkern abgetan. Wenn ihnen nicht gleich selbst die Schuld am Delikt zugeschoben wird. Auf den Philippinen, sagt Nelia Sancho, Generalsekretärin des Asiatischen Frauenmenschen- rechtsrates, ist es sinnlos, wenn eine Prostituierte sich wegen sexueller Belästigung amtlich beschwert. Sancho: »Sie läuft Gefahr, unter dem archaischen Antivagabunden- gesetz vermerkt zu werden.« Aber auch gegen die Lega¬ lisierung sexueller Dienst¬ leistungen wird argumentiert. Angenommen, der Dienst am Mann gilt offiziell als Tätig¬ keit: Wer ist dann berechtigt, diesen legal auszuüben? Die Gegenstimmen fürchten mit der Legalisierung die Willkür der Behörden. Wer bekommt »den Deckel«, die Lizenz, und zu welchen Bedingungen? Geht mit dem Verlust der Li¬ zenz zur Sexarbeit auch die 10/99 iirix-h nlnsrfaift 43

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