Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1999 Heft 10 (10)

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Bei Arbeiten ouf Dächern müssen die Kollegen mit Sicherheitsgeschirren und Seilen ausgerüstet sein
zes« von einem Evaluierungs¬
team vorgenommen. In rund
50 Prozent aller Fälle ist auch
der Arbeitsmediziner direkt in
den Evaluierungsvorgang ein¬
gebunden. In jedem dritten
Betrieb sind neben den Beleg¬
schaftsorganen auch die Si¬
cherheitsvertrauenspersonen
am Evaluierungsprozess betei¬
ligt. Externen Beratern
kommt bei der Evaluierung
offenbar eine geringere Be¬
deutung zu. In nur 11 Prozent
der befragten Betriebe wurde
angegeben, dass den Eva¬
luierungsmaßnahmen externe
Beraterbeigezogen wurden.
Zentrale Funktion
des Betriebsrates
Das Beiziehungsrecht der
Belegschaftsorgane wird aktiv
genutzt. In über 90 Prozent
der Betriebe nehmen die Be¬
triebsräte zumindest fallweise
an der Gefahrenermittlung
direkt teil. In jedem zweiten
Betrieb ist der Betriebsrat bei
der Ermittlung und Beurtei¬
lung der Gefahren immer ein¬
gebunden. Besondere Bedeu¬
tung hat die Beteiligung des
Betriebsrates offenbar für die
betroffenen Arbeitnehmerin¬
nen und Arbeitnehmer.
Nimmt der Betriebsrat bei der
Evaluierung der Arbeitsplätze
immer teil, haben 85 Prozent
der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer stets die Gele¬
genheit, ihre speziellen Prob¬
leme zu schildern. Ist der Be¬
triebsrat bei den Eva¬
luierungsmaßnahmen nicht
anwesend, sinkt dieser Anteil
auf rund 40 Prozent. Auch das
Ausmaß der Beiziehung des
Arbeitsmediziners ist ent¬
scheidend davon abhängig,
inwieweit der Betriebsrat sei¬
ne Beteiligungsmöglichkeiten
wahrnimmt. Sofern der Be¬
triebsrat bei der Evaluierung
eingebunden ist, ist auch der
Arbeitsmediziner in drei Vier¬
tel aller Fälle bei der Arbeits¬
platzüberprüfung anwesend.
Nimmt hingegen der Be¬
triebsrat bei der Evaluierung
nicht teil, wird auch der Ar¬
beitsmediziner nur in einem
Viertel aller Fälle der Arbeits¬
platzüberprüfung beigezogen.
Umsetzung der Eva¬
luierungsergebnisse
Die Durchführung der
Gefahrenevaluierung im Rah¬
men eines Evaluierungsteams
(Belegschaftsorgane, Präven¬
tivdienste, Sicherheitsvertrau¬
enspersonen) und der aktiven
Beteiligung der betroffenen
Arbeitnehmerinnen und Ar¬
beitnehmer ist ein Garant
dafür, dass den theoretischen
Erkenntnissen auch prakti-
Die steirische Arbeiterkammer hat die Unfallzahlen in den Betrie¬
ben erhoben. Die Entwicklung ist rückläufig
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sehe Maßnahmen folgen. Das
heißt, je öfter der Betriebsrat
beziehungsweise der Arbeits¬
mediziner und die einzelnen
Arbeitnehmerinnen und Ar¬
beitnehmer der Evaluierung
beigezogen sind, desto öfter
kommt es zu konkreten Ma߬
nahmen und Verhaltensre¬
geln, die die Sicherheit der Ar¬
beitnehmerinnen und Arbeit¬
nehmer erhöhen sollen. Ist
der Betriebsrat immer bei der
Gefahrenermittlung einge¬
bunden, erfolgen in 92 Pro¬
zent der Fälle entsprechende
Maßnahmen. Ist der Betriebs¬
rat bei der Gefahrenermitt¬
lung nicht beteiligt, werden in
nur rund zwei Drittel aller
Fälle erforderliche Änderun¬
gen durchgeführt.
Ähnlich verhält es sich mit
den notwendigen Neuüber¬
prüfungen der Arbeitsplätze
bei geänderten Arbeitsbedin¬
gungen. Sofern der Betriebs¬
rat immer bei der Gefahrener¬
mittlung teilgenommen hat,
kommt es in zwei Dritteln al¬
ler Fälle zu einer Neubewer¬
tung der Arbeitsplätze, wenn
sich die Arbeitsbedingungen
ändern. Ist der Betriebsrat
hingegen bei keiner Eva¬
luierung dabei, wird bei einer
Änderung der Arbeitsbedin¬
gungen nur jeder dritte Ar¬
beitsplatz neu bewertet.
Positive Bewertung der
Evaluierungsergebnisse
Die Ergebnisse der Eva¬
luierung sowie die getroffenen
Maßnahmen werden von den
Betriebsräten durchwegs
äußerst positiv bewertet. Die
Bewertung durch die Be¬
triebsräte ist im Wesentlichen
davon abhängig, inwieweit
auch die betroffenen Arbeit¬
nehmerinnen und Arbeitneh¬
mer in den Evaluierungspro¬
zess eingebunden waren. Ist
dies der Fall, sind vier Fünftel
aller befragten Betriebsräte
der Ansicht, dass die Gefah¬
renermittlung im Sinne des
»Arbeitnehmerinnenschutz¬
gesetzes« positive bis sehr po¬
sitive Auswirkungen auf die
Arbeitsbedingungen hat.
Karl Schneeberger
(AKSteiermark)
10/99 urMt Wirtschaft
        

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