Full text: Arbeit & Wirtschaft - 2003 Heft 01 (01)

WIRTSCHAFT Erneute Eintrübung der Weltkonjunkturlage Die in der relativ optimistischen Frühjahrsprognose 2002 der OECD angeführten Risken sind leider schlagend geworden - eine Verzögerung der erhoff¬ ten und erwarteten Konjunkturerholung ist einge¬ treten. Im letzten Halbjahr haben sich die Aussich¬ ten für die Weltwirtschaft weiter merklich ver¬ schlechtert, und die jüngsten Anzeichen sorgen für weitere Enttäuschung. Tabelle 1: Wachstum des realen Bruttoinlandspro¬ dukts in Prozent (BIP) Darüber hinaus sind die Risken angestiegen, welche eine mögliche Erholung be¬ drohen. Dazu zählen insbe¬ sondere die geopolitische Lage (Irak-Kriegsgefahr) und ihre Konsequenzen (Ölpreis), Unsicherheiten über die zukünftige Ent¬ wicklung der Aktienmärk¬ te, weiterhin bestehende Ungleichgewichte (US- Zahlungsbilanzdefizit) und Überkapazitäten in einigen Branchen sowie die labile Wirtschaftsage in einigen Regionen außerhalb der OECD (Südamerika). Daher mussten von der OECD die Wachstumsaus¬ sichten für den gesamten OECD-Raum für 2002 und 2003 gegenüber der Früh¬ jahrsprognose um jeweils rund einen halben Prozent¬ punkt zurückgenommen werden. Dennoch erwartet die OECD im Laufe des Jahres 2003 eine Konjunk¬ turbelebung, sodass für das Jahr 2004 wieder eine über¬ durchschnittliche Wachs¬ tumsrate prognostiziert wird. Hoffnungsschimmer USA Ein eigenständiger Auf¬ schwung könnte derzeit aufgrund der schwachen Binnennachfrage in den übrigen Weltregionen wohl nur von Nordamerika sei¬ nen Ausgang nehmen, aber auch dort herrscht weiter¬ hin starke Verunsicherung unter Konsumenten und In¬ vestoren. Das Wachstum der US-Wirtschaft bremste sich 2002 nach starkem Be¬ ginn im Frühjahr wieder ein. Die Wirtschaftspolitik (öffentliche Ausgaben, niedrige Zinsen) stützt zwar die Nachfrage, aber der private Konsum wird durch die gesunkenen Akti¬ enkurse und die Arbeits¬ marktlage gedämpft, und die Investitionstätigkeit bleibt schwach. Die japanische Wirt¬ schaft wartet weiterhin auf eine spürbare Belebung, da die Deflation und die Pro¬ bleme im Bankensektor Haushalte und Unterneh¬ men in einem Klima der ge¬ stiegenen Unsicherheiten von vermehrten Ausgaben abhalten. Das Wirtschaftswachs¬ tum in der EU entwickelt sich sehr verhalten und wird insbesondere von der schwachen Entwicklung in einigen großen Ländern wie Deutschland und Itali¬ en gedrückt. Nach einem viel versprechenden Start im ersten Quartal 2002 trat eine unerwartete Unterbre¬ chung des Aufschwunges ein, da sich Erwartungen als zu optimistisch heraus¬ stellten und eine Reihe von unerwarteten Einflüssen (Aktienkursverfall, Öl- preisanstieg) die Unsicher¬ heiten vergrößerte. Trotz der relativ hohen Unterneh¬ mensgewinne ist die Inves¬ titionstätigkeit weiter rück¬ 2002 2003 2004 USA 2,3 2,6 3,6 Japan -0,7 0,8 0,9 Deutschland 0,4 1,5 2,5 Frankreich 1,0 1,9 2,9 Italien 0,3 1,5 2,5 Großbritannien 1,5 2,2 2,5 Belgien 0,7 2,1 2,8 Dänemark 1,5 2,0 2,5 Finnland 1,6 3,2 3,8 Niederlande 0,1 1,6 2,6 Norwegen 2,0 1,6 2,3 Spanien 1,8 2,5 3,0 Schweden 1,7 2,5 2,8 Schweiz -0,2 1,4 2,2 Österreich 0,7 1,9 2,6 Euro-Zone 0,8 1,8 2,7 EU-Durchschnitt 0,9 1,9 2,7 OECD-gesamt 1,5 2,2 3,0 Österreich: nationale Prognose (WIFO) 0,9 1,7 2,3 Tabelle 3: Arbeitslosenquote (in Prozent der Erwerbstätigen) 2002 2003 2004 USA 5,8 6,0 5,7 Japan 5,5 5,6 5,6 Deutschland 7,8 8,1 7,7 Frankreich 9,0 9,4 9,1 Italien 9,2 9,2 9,1 Großbritannien 5,2 5,2 4,9 Belgien 6,9 6,9 6,8 Dänemark 4,3 4,2 4,1 Finnland 9,3 9,5 9,4 Niederlande 2,7 3,5 4,0 Norwegen 3,9 4,0 3,9 Spanien 11,2 11,2 10,8 Schweden 4,0 4,1 4,0 Schweiz 2,7 3,0 2,5 Österreich *) 5,6 5,7 5,3 Euro-Zone 8,3 8,5 8,3 EU-Durchschnitt 7,6 7,8 7,5 OECD-gesamt 6,8 6,9 6,7 Österreich: nationale Prognose (WIFO) laut EUROSTAT 4,1 4,2 4,0 laut Arbeitsmarktstatistik 6,9 7,0 6,7 *) Für einen aussagekräftigen internationalen Vergleich wären für Österreich aller¬ dings die EUROSTAT-Werte (siehe vorletzte Zeile der Tabelle) heranzuziehen. 20 arbeit .Wirtschaft 1/2003

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.