Full text: Arbeit & Wirtschaft - 2003 Heft 01 (01)

INTERNATIONALES Athen: Plädoyer für Ein- und Zwei- Euro-Scheine Der Präsident der Euro-Gruppe in der EU, der griechische Finanzminister Nicos Christodoulakis, will sich für die Einführung von Ein- und Zwei- Euro-Scheinen einsetzen. Christodoulakis teilte nach einer Sitzung der nationalen Euro-Kommissi¬ on mit, er werde seinen europäischen Kollegen die Abschaffung der Ein- und Zwei-Euro-Münzen vor¬ schlagen, so die griechische Nachrichtenagentur ANA. Grund: Münzen hätten ein Abwertungsmerk¬ mal im Bürgerbewusstsein. Die einflussreiche Bank- die »Abwertung des wah- gewerkschaft OTOE hatte an die Europäische Zen¬ tralbank appelliert, den Weg für die Herstellung der kleinen Euro-Scheine frei zu machen. Die Ge¬ werkschaft sieht in den Münzen einen Grund für ren Wertes der Währung im Bewusstsein der Bür¬ ger«. Sollte er auf Zustim¬ mung stoßen, werde er die Herstellung der Scheine an¬ regen, sagte der Minister. In der griechischen Euro- VOR 2 5 JAHREN IN DER A&W 1978 Einen Rückblick auf 1977 und einen Ausblick auf das neue Jahr bringt ÖGB-Präsident Anton Benya in dieser wirtschaft¬ lich schwierigen Zeit. In seinem programmatischen Beitrag in der Jännernum¬ mer von A&W, »Auch in rauheren Zeiten festen Kurs«, fordert er von den Sozialpartnern eine Zu¬ sammenarbeit ohne par¬ teipolitische Rücksichtnah¬ me. Die Inflation war hoch (1974: 9,5%, 1975: 8,4%, 1976 immer noch 7,3%). Die Gewerkschaften ver¬ langen daher einen ver¬ stärkten Kampf gegen den Inflationsdruck. Eine Lohn¬ steuersenkung müsse möglich sein (klingt ganz neuzeitlich), die Vollbe¬ schäftigung muß erhalten bleiben und ein entspre¬ chendes Wirtschafts¬ wachstum ist anzustreben. Das waren die Hauptforde¬ rungen der Gewerkschaf- uiMi ten. Die heute verteufelte Neuverschuldung des Staates wurde damals durchaus nicht verdrängt oder bagatellisiert. Benya: »Man muß (...) bei der Be¬ völkerung Verständnis dafür wecken, daß Schul¬ den, die man zur Erhaltung der Vollbeschäftigung macht, auch zurückgezahlt werden müssen, daß also der Staat dafür entspre¬ chend höhere Einnahmen benötigt.« 8 Kommission hatten sich den Angaben zufolge alle teilnehmenden Gruppen für die Umstellung auf Scheine ausgesprochen, al¬ len voran Zentralbank-Prä¬ sident Nicos Garganas. Der Kommission gehören auch Vertreter der Gewerkschaf¬ ten und Arbeitgeber an. Wie in vielen Ländern der Euro-Zone wurde die eu¬ ropäische Gemeinschafts¬ währung auch in Griechen¬ land seit ihrer Einführung im Jänner für Preissteige¬ rungen verantwortlich ge¬ macht. (Rae) Ungarn: Gefährliche Arbeitsplätze Die Dunkelziffer hinter amtlichen Statistiken zeigen in Ungarn ein besorgniserregendes Ansteigen der Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft und auch im Gastgewerbe. Zahlreiche Unfälle ereignen sich auch in der Land- und Forstwirtschaft. Seit zwei Jahren re¬ gistrieren ungarische Statis¬ tiker eine Zunahme der Ar¬ beitsunfälle auf städtischen und großstädtischen Bau¬ stellen. Vor allem im Hoch¬ bausektor, da man hier zu schnell das (privatwirt¬ schaftliche) »Plansoll« er¬ füllen muss, die Konkur¬ renz groß ist und die Ge¬ winnspannen schmal sind, klagen Gewerkschaften über zunehmende Unfälle der Arbeiter, die nicht in der Lage sind, ihre Arbeits¬ plätze in schwindelerregen¬ den Höhen entsprechend abzusichern. Allein in Bu¬ dapest zählt die »Arbeits¬ aufsicht« - entspricht den österreichischen Arbeitsin- spektoraten - jährlich zwanzig bis dreißig schwe¬ re Unfälle an Hochbau¬ stellen. »Ehrlichkeitshalber«, so der zuständige Abteilungs¬ leiter in der »Arbeitsauf¬ sicht«, Päl Haragos, »müs¬ sen wir zugeben, dass auch die Arbeiter selber oft an den Unfällen schuld sind. Vor allem im Sommer sind nicht alle Arbeiter bereit, den viel zu schweren Schutzhelm und den so ge¬ nannten >Sturzschutz< zu tragen. Leider vermehren Bier und Wein, auf den Baustellen zwar verboten, die Unfallhäufigkeit.« 44 wträ'Wirtschaft 1/2003

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