1 Nr. 29 Innsbruck, 2009-11-10 Schweinegrippe: Kinderbetreuung wegen Schulschließung gilt als Dienstverhinderung Eltern müssen nicht Urlaub nehmen, um Kinder zu betreuen - Rechte für Arbeiter und Angestellte sind aber unterschiedlich. Wegen der Schweinegrippe schließen jetzt einige Schulklassen und Kindergartengruppen. Berufstätige Eltern haben dadurch oft ein Betreuungsproblem. Wenn es keine andere Betreuungsmöglichkeit für die Kinder gibt, gilt eine Schulschließung wegen einer ansteckenden Krankheit als Dienstverhinderung, sagen die Arbeitsrechtsexperten der AK Tirol. Es muss also kein Arbeitnehmer wegen der Schweingrippe Urlaub nehmen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen aber wie bei jeder Dienstverhinderung zunächst alles unternehmen, um möglichst doch zur Arbeit zu kommen. Sind andere Betreuungspersonen vorhanden, sind diese zur Beaufsichtigung heranzuziehen. Auch das Alter der Kinder ist zu berücksichtigen - bis zum 12. Lebensjahr gehen jedenfalls die AK-Juristen davon aus, dass eine Beaufsichtigung erforderlich ist. Die Dienstverhinderung muss dem Arbeitgeber rechtzeitig gemeldet werden. Sie muss auch nachgewiesen werden, sonst riskieren Arbeitnehmer eine Entlassung wegen unentschuldigten Fernbleibens. Wichtig ist dabei: Es gelten jedoch unterschiedliche Regelungen für Arbeiter und Angestellte. Das gilt im Detail: Die Rechtslage ist für Arbeiter und Angestellte unterschiedlich. Angestellte haben bei Vorliegen eines Dienstverhinderungsgrundes gemäß § 8 Abs 3 Angestelltengesetz Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn zwar alles Zumutbare unternommen wurde um die Arbeit anzutreten, aber dies aus wichtigen persönlichen Gründen (wie z.B. Kinderbetreuung) nicht möglich ist. Arbeiter haben zwar Anspruch auf Freistellung aber Anspruch auf Entgeltfortzahlung nur dann, wenn der Kollektivvertrag keine abweichende Regelung vorsieht. Kollektivverträge müssen im Betrieb aufliegen.