Seite 3 Zu den Bestimmungen im Einzelnen: Zur Veröffentlichung von Prospekten in Zeitungen (§ 1) Die im vorliegenden VO-Entwurf festgehaltenen Schwellwerte von zu erreichenden Druckauflagen und verbreiteten Auflagen im Inland von Tageszeitungen (werktäglich zu erscheinenden Zeitungen im gesamten Bundesgebiet) sind so angesetzt, dass einige Tageszeitungen, die im Bundesgebiet erscheinen, von der Veröffentlichungsmöglichkeit ausgenommen werden. Generell ist zum Kriterium „Auflage“ festzuhalten, dass dieses Quantitätskriterium zu kurz greift, wenn es darum geht, dass veröffentlichte Prospekte in Tageszeitungen das an Veranlagungen/Wertpapieren interessierte Anlegerpublikum zu erreichen. Untersuchungen belegen, dass Wertpapiere und Veranlagungen von tendenziell kaufkräftigen Haushalten erworben werden, was erfahrungsgemäß auch mit der Lektüre von Printmedien mit ausgeprägter Wirtschaftsberichterstattung – inklusive Nachrichten über Börse, Veranlagungen, Kapitalmarkt etc – verbunden ist. Die BAK tritt dafür ein, dass alle bundesweit erscheinenden Printmedien, die sich durch besondere qualitätsorientierte Berichterstattung über Wirtschaft, Finanzen und Kapitalmarkt auszeichnen, nicht von der Prospektveröffentlichung ausgeschlossen werden, weil sie eben nicht die angesetzten Quantitätskriterien zur Auflage (100.000 Stück Druckauflage / 75.000 Stück verbreitete Auflage) erfüllen. Die BAK schlägt daher vor, dass eine Anpassung (Senkung) der im Verordnungsentwurf genannten Auflagenzahlen stattfindet, um allenfalls kleinere bundesweit werktäglich erscheinende Medien mit ausgeprägter Wirtschaftsberichterstattung in den Selektionskreis für die Prospektveröffentlichung einzubeziehen. Denkbar ist auch, dass neben dem reinen Quantitätskriterium „Auflage“ ein zusätzliches Oder-Schwellenkriterium eingeführt wird, das den Qualitätsaspekt in der Berichterstattung über Wirtschaft, Börse, Kapitalmarkt abbildet (Qualitätskriterium Finanzberichterstattung). Dies würde der plausiblen Annahme Rechnung tragen, dass Printmedien mit qualitätsorientierter Wirtschaftsberichterstattung jenes Zielpublikum besonders effektiv erreichen, die sich für Veranlagungen und Wertpapiere interessieren. Zudem fehlt in den Veröffentlichungsbestimmungen das Erfordernis, dass Prospektveröffentlichungen nicht nur in den Printausgaben in Tageszeitungen, sondern auch auf der Internetseite des Mediums erscheinen sollen. Das ist insofern wichtig, als zu vermuten ist, dass das Anlegerpublikum – besonders interessiert an Veranlagungen und Wertpapieren – Informationen in zunehmendem Maß über das Internet sucht, bewertet und als Basis für Anlageentscheidungen nutzt. Die BAK tritt dafür ein, dass ein weiteres Veröffentlichungserfordernis aufgenommen wird, das beinhaltet, dass der Prospekt nicht nur in der Printausgabe, sondern auch auf den Internetseiten des Printmediums veröffentlicht wird.