Seite 2 stünde den Flugpassagieren eine höhere, die gesamte Flugstrecke zugrunde legende Ausgleichs-leistung zu, da diese gemäß Art 7 Abs 1 der Fluggastrechteverordnung (VO 261/2004) je nach Länge der Flugreise der Höhe nach gestaffelt ist. Vorlagefrage Mit ihrer jeweiligen Vorlagefrage wollen die vorlegenden Gerichte im Kern wissen, ob Art 7 der VO 261/2004 dahingehend auszulegen, dass bei einer Personenbeförderung auf einer aus zwei Flügen bestehenden Flugverbindung lediglich die Entfernung der zweiten Teilstrecke die für die Höhe des Ausgleichsanspruches maßgebliche Entfernung darstellt, wenn sich die Klage gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen der zweiten Teilstrecke richtet, auf der sich die Unregelmäßigkeit ereignet hat, und die Beförderung auf der ersten Teilstrecke von einem anderen Luftfahrtunternehmen durchgeführt wird. Rechtliche Ausführungen zur Vorlagefrage Die Vorlagefrage ist nach Ansicht der BAK wie folgt zu beantworten: Wie die vorlegenden Gerichte bereits anmerken, ist auch nach Ansicht der BAK in den gegenständlichen Sachverhalten von einer einheitlich gebuchten Flugreise auszugehen, sodass die Verspätung am Endziel ausschlaggebend ist. Für die Höhe der Ausgleichsleistung ist somit die gesamte Flugstrecke entscheidend. Bereits in der Rs C-11/11 (Folkerts), in der Rs C-537/17 (Wegener) und zuletzt in der Rs C-502/18 (CS ua) wurde festgehalten, dass es beim Begriff „Endziel“ nach Art 2 lit h der VO 261/2004 auf den Zielort des letzten Fluges ankommt und dass ein Flug mit Umsteigen, der Gegenstand einer einzigen Buchung war, eine Gesamtheit darstellt. Es kommt daher auf die Flugstrecke vom ersten Abflugort bis zum Endziel an. Auch in der Rs C-559/16 (Bossen) hat der EuGH entschieden, dass es bei der Berechnung der Entfernung auf eine Zusammenschau der Flugsegmente, nämlich auf die Strecke vom ersten Abflugort bis zum Endziel, ankommt. Dabei ist es nach Ansicht der BAK auch irrelevant, ob die Unregelmäßigkeit erst bei der zweiten Teilstrecke aufgetreten ist. Wesentlich ist für die Auslösung eines Ausgleichsanspruchs, dass eine Verspätung am Endziel von drei Stunden oder mehr vorliegt (siehe verb Rs C-402/07 (Sturgeon) und C-432/07 (Böck ua)). Beim zweiten Teilflug handelt es sich um einen direkten Anschlussflug im Sinne des Art 2 lit h der VO 261/2004. Dabei ist auch in Erinnerung zu rufen, dass alle in den Erwägungsgründen der Verordnung aufgeführten Ziele des Rechtsaktes, die Sicherstellung eines „hohen Schutzniveaus für Fluggäste“ (ErwG 1), die „Erfordernisse des Verbraucherschutzes“ (ebd), die Reduktion der „Zahl der gegen ihren Willen nicht beförderten Fluggäste“ (ErwG 3) und das Funktionieren eines „liberalisierten Marktes“ (ebd) für eine entsprechende Auslegung der Verordnung sprechen.