Inhalt und Geltungsbereich Diese nichtfinanzielle Erklärung (gem. § 243b UGB bzw. § 267a UGB) muss eine Beschreibung des Ge- schäftsmodells beinhalten und für die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen die formulierten Konzepte, Due- Diligence-Prozesse und Ergebnisse offenlegen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den damit verbundenen we- sentlichen Risiken. Jedenfalls abzudeckende Kernthemen (sogenannte „Belange“) sind Umwelt-, Sozial-, Ar- beitnehmer(innen)belange, die Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Beste- chung. Der Gesetzgeber ist in seiner ersten Schätzung aus dem Jahr 2016 davon ausgegangen, dass 125 Unternehmen bzw. in Bezug auf die Diversitätsangaben 66 Unternehmen umfasst sein werden. Laut einer Studie vom Oktober 2019 dürften jedoch im Geschäftsjahr 2018 deutlich weniger, nämlich 89 (Mutter)-Gesell- schaften, unter die nichtfinanzielle Berichtspflicht in Österreich fallen. Zielsetzung der Richtlinie Durch die nichtfinanzielle Berichterstattung soll das Bewusstsein der Unternehmen für ihre soziale und ökolo- gische Verantwortung geschärft werden. Der europäische Gesetzgeber misst der nichtfinanziellen Berichter- stattung immer mehr Bedeutung bei, indem diese Informationen auch als Grundlage weiterer Gesetzesinitia- tiven vorgesehen werden: Dazu zählen der „Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ (2018) sowie der „Green New Deal“ (2019). Somit gewinnt die soziale Unternehmensverantwortung auf europäischer Ebene zunehmend an Gewicht. Daher ist es wichtig, die Weiterentwicklung der nichtfinanziellen Berichterstat- tung zu forcieren, die im Rahmen der vorliegenden Konsultation (Online-Fragebogen) angestoßen wird. Die Konsultation ist wie folgt gegliedert: Qualität, Umfang und Offenlegung der nichtfinanziellen Berichterstattung, Standardisierung, Anwendung des Grundsatzes der Wesentlichkeit, Bestätigung, Digitalisierung, Aufbau und Ort nichtfinanzieller Informationen, personeller Anwendungsbereich (welche Unternehmen Informationen of- fenlegen sollen), Vereinfachung und Verringerung des Verwaltungsaufwands für Unternehmen. Schwerpunkte und Forderungen aus Sicht der BAK ? Derzeit können Unternehmen gemäß der aktuellen Regelung frei entscheiden, ob sie ein unionsba- siertes, nationales oder internationales Rahmenwerk für die Erstellung des nichtfinanziellen Berichts verwenden. Hier ist eine genaue Präzisierung, welcher Standard anzuwenden ist, wünschenswert. Neben der besseren Vergleichbarkeit und Datenqualität der Berichte wäre somit auch für die Unter- nehmen eine Rechtssicherheit gegeben. ? Gerade beim zentralen Element der Wesentlichkeitsanalyse ist aus Sicht der BAK hervorzuheben, dass die ArbeitnehmerInnenbelange adäquat berücksichtigt werden und die Einbeziehung der Be- triebsrätInnen und ArbeitnehmervertreterInnen im Aufsichtsrat dargelegt wird. Essentiell bei der Wei- terentwicklung des Normenrahmens ist zudem ein verpflichtender Mindestkatalog von berichtspflich- tigen, nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Dabei sollten jedenfalls die angeführten Indikatoren in den Erläuterungen zum Gesetz Eingang finden. Dazu zählen neben der Berücksichtigung der ILO- Kernarbeitsnormen u.a. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Aus- und Weiterbildung, Fluktua- tion, Einkommensentwicklung, etc. Weitere wichtige Punkte sind beispielsweise Klimawandel, Ver- braucherschutz und Menschenrechte. Mit standardisierten Indikatoren (Key Performance Indicators) kann die derzeit kaum gegebene Vergleichbarkeit und Transparenz der Berichte wesentlich erhöht werden. ? Derzeit unterliegt in Österreich nur ein kleiner Kreis der Unternehmen der nichtfinanziellen Berichter- stattung. Daher sollte der Gesetzgeber den Geltungsbereich ausdehnen und jedenfalls alle börsen- notierten Unternehmen, große Kapitalgesellschaften sowie Unternehmen, die mehrheitlich im Eigen- tum des Bundes stehen, berücksichtigen. Bei einem größeren Kreis der verpflichteten Unternehmen