Seite 6 Bei Überschreitungen der effektiven Dosis (von sechs Millisievert pro Jahr) bei einer oder mehreren Arbeitskräften werden weiters eine „laufende Dosisermittlung“ sowie „spezielle Radonschutzmaßnahmen“ für die betroffenen Beschäftigten vorgesehen. Der Grenzwert der effektiven Dosis im Kalenderjahr beträgt für den Schutz von Einzelpersonen der Bevölkerung ein Millisievert. Der Grenzwert für den Schutz beruflich strahlenexponierter Personen bei 20 Millisievert, eine Ausdehnung auf bis zu 50 Millisievert pro Jahr bei einem Durchrechnungszeitraum von 5 Jahren, wie unter § 12 Abs 2 des vorliegenden Entwurfs angeführt, erscheint deplatziert „großzügig“. Hier gilt es zu berücksichtigen, dass die gesellschaftliche Bewertung der Risiken – beispielsweise im Konnex der Frage nach sinnvoller und notwendiger Arbeit bzw Produktion – Veränderungen unterworfen ist, die verstärkt Eingang in die Diskussion finden sollten. Dies entspricht auch dem international anerkannten ALARA-Prinzip, das für die zentrale Orientierung im Strahlenschutz ausgibt: „As Low As Reasonably Achievable“ (Übersetzt: So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar). Demnach ist von einer zweistufigen Vorgehensweise auszugehen: Ist eine mit Strahlen- exposition verbundene Tätigkeit gerechtfertigt? Wenn ja, ist als oberster Grundsatz der Optimierung jede unnötige Strahlendosis zu vermeiden. Das Lungenkrebsrisiko durch Radon ist in zahlreichen Studien sehr gut untersucht. Es beträgt bei 300 Bq/m? 1:500, das heißt, rechnerisch erkrankt bei 300 Bq/m? eine von 500 Personen aus der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an Lungenkrebs durch Radon. Dies ist ein ungleich höheres Risiko als bei anderen Schadstoffen. So liegt der Grenzwert für Benzol in der Außenluft beispielsweise bei einem Krebsrisiko von 1:30.000, der Zielwert für Arsen bei einem Krebsrisiko von 1:100.000. Das zeigt wie essentiell es ist, das Minimierungsgebot bei der Strahlenexposition zu berücksichtigen. Fazit Mit der Adaptierung wurden sowohl formale als auch inhaltliche Verbesserungen vorgenommen. Hinsichtlich eines stärker auf dem Vorsorgeprinzip gründenden ArbeitnehmerInnenschutzes ersucht die BAK um Berücksichtigung ihrer Anliegen und Anregungen. Die erwähnten Kritikpunkte sollten zum Anlass für eine Überarbeitung der vorliegenden Entwürfe genommen werden.