Seite 2 bereits bisher bestehenden Probleme bei der Vereinbarkeit von Privat-, Familien- und Be- rufsleben und die Risiken für die Gesundheit der DienstnehmerInnen weiter verschärft werden. Zudem ist absehbar, dass in Anbetracht der hohen körperlichen Anstrengungen im Bereich der Landarbeit auch das Unfallrisiko deutlich ansteigen wird. ? Wie bereits in der Novelle zum Arbeitszeitgesetz (AZG) werden auch hier die erlaubten Arbeitszeithöchstgrenzen nach oben geschraubt, ohne dass dies irgendeiner Begründung seitens der DienstgeberInnen bedarf. Zudem wird ein bisher (zumindest implizit) beste- hendes allgemeines Ablehnungsrecht der DienstnehmerInnen bei Überstunden abge- schafft. Der Bezug zu einer „Freiwilligkeit“ fehlt hier völlig, auch ist keinerlei Benachteili- gungsverbot bei der Ablehnung von Überstunden oder eine damit verbundene Kündi- gungsanfechtungsmöglichkeit vorgesehen. ? Die neue Regelung zu den Arbeitsspitzen, mit der Möglichkeit der Durchrechnung der Arbeitszeit ohne Kollektivvertrag, ist durch den Wegfall der Begrenzung auf 13 Wochen in Verbindung mit der Zulassung von 12 Stunden täglich/60 Stunden wöchent- lich sehr problematisch und missbrauchsanfällig. ? Ausdrücklich begrüßt wird die künftig vorgesehene Zuständigkeit der Arbeits- und Sozial- gerichte hinsichtlich jener Aufgabenbereiche, die bisher den Einigungskommissionen übertragen waren. Unsere Anmerkungen im Detail: Zur fehlenden Sozialpartnereinigung: Gemäß § 10 Abs 2 in Verbindung mit § 101 Abs 2 AKG gehören land- und forstwirtschaftliche ArbeitnehmerInnen in Wien und im Burgenland den Arbeiterkammern an und werden von die- sen vertreten. In diesen beiden Bundesländern sind daher keine Landarbeiterkammern errich- tet. In den anderen sieben Bundesländern gehören land- und forstwirtschaftliche Dienstneh- merInnen den Landarbeiterkammern an. Für Wien und das Burgenland wurden allerdings die Arbeiterkammern bzw die BAK in die Verhandlungen über die gegenständliche Novelle nur unzureichend einbezogen. Auch von Seiten der Gewerkschaft wird das Fehlen eines fairen Interessenausgleichs kritisiert. Zu Abschnitt 3 (Entgelt) Zu § 12 Abs 5 (Allgemeine Vorschriften) Aus Sicht der BAK ist die Anpassung an das Arbeitsrecht in Bezug auf die Schaffung eines zivilrechtlichen Anspruches auf Übermittlung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie der Kopien der Anmeldung zur Sozialversicherung (§ 9 Abs 4) notwendig und zu begrüßen. Unbedingt geboten wäre damit im Zusammenhang aber auch die gesetzliche Verankerung einer Hemmung der Verfallsfristen für arbeitsrechtliche Ansprüche, solange der/die Dienstge- berIn dem/der DienstnehmerIn nachweislich keine ordnungsgemäße Lohnabrechnung über- mittelt.