Seite 3 Nach § 6 Abs 1 KJBG-VO sind sowohl Arbeiten mit Holzspaltern mit rotierenden als auch mit nicht rotierenden Spaltwerkzeugen ausnahmslos verboten. In der KJBG-VO werden Arbeiten mit diesen Zerkleinerungsmaschinen (§ 6 Abs 1 Z 8 KJBG-VO) als derart gefährlich und un- fallgeneigt angesehen, dass sie für Jugendliche nicht einmal mit Gefahrenunterweisung bzw unter Aufsicht erlaubt sind. In der Anmerkung zu § 5 Abs 1 Z 23 des Entwurfs selbst wird zur Darstellung, wie gefährlich diese Arbeitsgeräte sind, auf einen Artikel der Bauernzeitung hingewiesen. In diesem Artikel aus dem Jahr 2016 wird über eine Untersuchung des Instituts für Landtechnik an der Univer- sität für Bodenkultur im Rahmen des Forschungsprojekts IKA berichtet. Darin wird unter an- derem festgehalten, dass oft schwere Unfälle mit Holzspaltern passieren. Als häufigste Ver- letzungsarten bzw -folgen werden Amputationen, gefolgt von Frakturen, Quetschungen, Wun- den und Zahnfrakturen angegeben, auch könne es zu tödlichen Unfälle kommen. Nach Ansicht der BAK ist es nicht akzeptabel, Jugendliche einem derartigen Verletzungsrisiko mit lebenslangen oder sogar tödlichen Folgen auszusetzen. Einer Ausnahme vom Arbeitsver- bot für Holzspalter mit nicht rotierenden Spaltwerkzeugen kann daher seitens der BAK nicht zugestimmt werden. Zu § 5 Abs 1 Z 24 des Entwurfs wird angemerkt, dass die Wortfolge „Gefahrenunterweisung im Rahmen der Berufsausbildung“ durch die Wortfolge „Gefahrenunterweisung im Rahmen des Schulunterrichts“ ersetzt werden sollte. Zu § 5 Abs 1 Z 25 des Entwurfs wird folgendes festgehalten: Bei Beförderungsanlagen gemäß ÖNORM M 9613 handelt es sich um ortsgebundene Greiferanlagen (zB Heukran) zum kurz- zeitigen Fördern ausschließlich landwirtschaftlicher Produkte (zB Heu, Stroh, Silage) in land- wirtschaftlichen Betrieben. Nach Ansicht der BAK sind diese Beförderungsanlagen als Hebezeuge zu sehen, deren Be- dienung unter § 6 Ab 1 Z 21 KJBG-VO fällt und erst nach 24 Monaten Ausbildung unter Auf- sicht erlaubt ist. Die BAK regt daher nochmals an, zumindest die Altersgrenze von 16 Jahren auf 17 Jahren anzuheben und eine Gefahrenunterweisung im Rahmen des Schulunterrichts vorzusehen. Auch bei den in § 5 Abs 1 Z 27 des Entwurfs angeführten Arbeiten mit forstlichen Seilbrin- gungsanlagen handelt es sich nach Ansicht der BAK um das Bedienen von Hebezeugen im Sinne des § 6 Abs 1 Z 21 KJBG-VO. Da § 6 Abs 1 Z 21 KJBG-VO das Bedienen von Hebe- zeugen erst nach 24 Monaten Ausbildung erlaubt, konnte im Berufsbild des gewerblichen Lehrberufes Forsttechnik, BGBl II 124/2016, die Berufsbildposition „Mitarbeiten bei der Holz- bringung mittels Seilgeräten“ (Berufsbildposition 21) auch erst für das 3. Lehrjahr festgelegt werden. Grundsätzlich sieht die BAK Arbeiten mit forstlichen Seilbringungsanlagen als sehr gefährlich und unfallgeneigt an und ersucht daher, diese Arbeiten auch für den Bereich der Land- und Forstwirtschaft erst nach 24 Monaten Ausbildung unter Aufsicht und Gefahrenunterweisung