Seite 3 mittelfristiges Ziel in Deutschland Grenzwerte mit einem Risiko von maximal 4 zu 100.000 sind. Dieses Ziel ist jedenfalls auch in Österreich anzustreben. II. Zum vorliegenden Entwurf der GKV-Novelle Mit dem vorliegenden Entwurf soll die Umsetzung der Richtlinien (EU) 2019/130 und 2019/983 zur Änderung der RL 2004/37 (EG) und der RL 2019/1831 sowie der Verordnung (EU) 2018/588 erfolgen. Der Kurztitel der novellierten Grenzwerteverordnung sollte wie bisher jedenfalls auch die Jah- reszahl enthalten („Grenzwerteverordnung 2021“ bzw. „GKV 2021“) um eindeutige Zuordnun- gen von aktuell geltenden Grenzwerten in der betrieblichen Praxis zu gewährleisten Zu einzelnen Stoffen: Trichlorethen Hier besteht kein Umsetzungsbedarf. Der österreichische Grenzwert von 0,6 ppm bzw. 3,3 mg/m? Tagesmittelwert (TMW) und 2,4 ppm bzw. 13,2 mg/m? Kurzzeitwert (KZW) ist ein Vor- zeigebeispiel und entspricht bereits einem akzeptablen Krebsrisiko (4 zu 100.000). Dies zeigt aber auch auf, dass einige neue Grenzwerte der Karzinogene-Richtlinie 2004/37/EG Kompro- misse auf Grund ökonomischer Abwägungen sind und nicht immer auf einem akzeptablen Krebsrisiko basieren! 4,4-Diaminodiphenylmethan Für diesen stark krebserzeugenden Arbeitsstoff liegt der geplante Grenzwert laut Richtlinie (0,08 mg/m? Tagesmittelwert/TMW und 0,32 mg/m? Kurzzeitwert/KZW) etwas über der vorläu- figen deutschen Akzeptanzkonzentration von 70 µg/m? = 0,07 mg/m?. Die Übernahme dieses Wertes wird vorgeschlagen. Mittelfristiges Ziel muss ein Grenzwert von 0,007 mg/m? sein, um ein Krebsrisiko von 4 zu 100.000 zu erreichen. 1,2-Dichlormethan Dieser TRK-Wert (0,1 ppm bzw. 0,8 mg/m?) stammt noch aus den 1980er Jahren und basiert auf dem damaligen Stand der Technik. Es ist zu prüfen, ob die heutigen technischen Möglich- keiten nicht einen viel niedrigeren TRK-Wert zuließe. 1,2-Dichlorethan Der geplante TMW (2 ppm bzw. 8,2 mg/m?) liegt bereits über der deutschen Toleranzkonzen- tration von 1 ppm bzw. 4 mg/m?. Die vorläufige Akzeptanzkonzentration beträgt 0,2 ppm bzw. 0,8 mg/m?. Dieser Grenzwert muss auch in Österreich festgelegt werden, um ein vorläufig akzeptables Krebsrisiko von 4 zu 10.000 zu erreichen. Ziel muss ein Grenzwert von 0,02 ppm bzw. 0,08 mg/m? sein (Risiko 4 zu 100.000).