Seite 6 Es ist offensichtlich, dass besonders die Grenzwerte für die Schiene wie den Luftverkehr in Österreich, aber auch zahlreiche andere Festlegungen in allen drei genannten Verordnungen überprüft werden sollten19. Noch viel mehr gilt Selbiges aber auch für alle, meist unverbindlichen Regelwerke, die für die Lärmsanierungen entlang von schon bestehender Infrastruktur gelten. Natürlich wird überall auch im Lichte des Machbaren und Leistbaren zu entscheiden sein, inwieweit es möglich ist den WHO-Empfehlungen Rechnung zu tragen. Welcher Anteile an Lärmbetroffenen in Kauf genommen wird, obliegt letztlich der Abwägung und Entscheidung durch die Politik. Dass einiges hier aber möglich ist, zeigen etwa die Entwicklungen in Deutschland, wo man bspw schon vom Schienenbonus Abstand genommen hat. Gerade im Licht der aktuellen Bemühungen um mehr Klimaschutz und ein neues Mobilitätsverhalten ist es unbedingt geboten, die Schiene nicht bloß „klimafit“, sondern auch „lärmfit“ zu machen. Den hinter der Entscheidung der EU-Kommission und den WHO-Leitlinien stehenden Appell an die Politik und die befassten Behörden und Infrastrukturrechtsträger zu ignorieren, sollte jedenfalls keine vertretbare Option sein. In diesem Sinne empfiehlt es sich aus der Sicht der BAK, den 2020 geänderten Anhang III END nicht bloß wortgleich im Rahmen der Umgebungslärmverordnung umzusetzen, sondern die WHO-Leitlinien vom Oktober 2018, insbesondere die dort festgelegten Dosis- Wirkungs-Relationen und empfohlenen Schutzwerte zum Anlass für eine gründliche Überarbeitung der ganzen einschlägigen österreichischen Rechtslage im Verkehrslärmschutz zu nehmen: ? Insbesondere sollen die für die Lärmaktionsplanung festgelegten Schwellenwerte auf das Level der Planungsrichtwerte für „Wohngebiete“ abgesenkt werden; außerdem sollten die zuletzt vorgenommenen Einschränkungen bei der Kartierung von Eisenbahnlärm (im unteren Bereich) wieder zurückgenommen werden. ? Dann sind die in den Lärm-Immissionsverordnungen für die Straße, die Schiene und die Luftfahrt festgelegten Grenzwerte, insbesondere die für die Schiene und die Luftfahrt deutlich abzusenken. ? Ebenso sind die entsprechenden Grenzwerte für die Bestandsanierungen kritisch zu überprüfen und dann in der Folge auch verbindlich zu machen. Die BAK ersucht um Berücksichtigung ihrer Anliegen und Anregungen. 19 Siehe auch die Kurzstudie: Hutter – Moshammer, WHO Environmental Noise Guidelines 2018 - Relevanz für Österreich; Download: https://www.laerminfo.at/ueberlaerm/laermwirkung/who-leitlinien-2018-relevanz-fuer-oesterreich.html