1. tJberbllck und Erläuterung der vorgeschlagenen Maßnahmen 1 Die "Vorschläge zur Kapitalmarktpolitik 1., 2. und 3. Teil" des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen zielen darauf ab, An- gebot und Nachfrage aufdem Wertpapiermarkt zu vergrößern, den Unternehmern den Zugang zum Aktien- und Rentenmarkt zu erleichtern und die Selbstfinanzierungsmöglichkeiten der Unter- nehmungen zu verbessern. Ein Teil dieser Maßnahmen wurde im Rahmen der sogenannten Wachstumsgesetze berücksichtigt. 2 Vor allem wurde Bedacht darauf genommen, rechtliche, insbe- sondere steuerrechtliche Hemmnisse für die Inanspruchnahme dieser Finanzierungsquellen zu beseitigen. Von der Nachfrageseite nach Finanzierungsmitteln kann damit nach Durchführung dieser Maßnahmen eine unmittelbare Belebung des Wertpapiermarktes nur von Unternehmungen kommen, die schon emissionsfähig sind. 3 Der Beirat hat schon in seinen "Vorschlägen zur Kapitalmarkt- politik 3. Teil" auf die Bedeutung der nichtemissionsfähigen Unternehmungen hingewiesen (ZZ 8-21). Verschiedene Faktoren, wie z. B. Betriebsgröße, Gesellschaftsforn1, Eigentumsverhältnisse und die wirtschaftliche Lage der Unternehmungen führen dazu, daß die Anzahl der emissionsfähigen Unternehmungen - im Ver- gleich zu anderen Ländern - gering ist. 4 Auf der anderen Seite weisen die Erfahrungen darauf hin, daß sich in den letzten Jahren die Selbstfinanzierungsmöglichkeiten erheblich verringen haben. Gleichzeitig sind die Investitionen im Bereich der gewerblich-industriellen Produktion stark gesunken. Diese Entwicklung kann nicht allein auf die Lohn- und sonstigen Kostensteigerungen zurückgeführt werden. Angesichts der wach- senden Geldersparnisse der privaten Haushalte wäre die durch- schnittliche Selbstfinanzierungsquote auch bei einer mäßigeren Kostenexpansion gesunken. Saldenmechanisch erklärt sich die Verringerung der Selbstfinanzierungsmöglichkeiten der Unterneh- mungen durch die Tatsache, daß sich die höheren Ausgaben der 7