PREISENTWICKLUNG Der Deflator des Brutto-Nationalproduktes wird für 1974 mit 8% vorausgeschätzt. Eine Stabilisierung der Preise für importiertes 01 und andere Rohstoffe wird angenommen. Für 1975 und wohl auch noch für 1976 ist mit hohen Preissteigerungsraten zu rechnen, falls man die Hypothese einer verhältnismäßig guten Konjunktur unter- stellt und bedenkt, daß die Sekundärwirkungen der Kosteninflation in anderen Bereichen noch einige Zeit anhalten dürften; dies gilt be- sonders für die aufgeschobenen Erhöhungen öffentlicher Tarife. Hin- gegen könnte von der Kostenseite eine Beruhigung der Rohstoff- märkte durch den Zusammenbruch der Spekulation und von der Nachfrageseite infolge der Kreditrestriktion eintreten, so daß es zu einer leicht sinkenden Tendenz der Preissteigerungsraten kommen könnte. Gegen Ende der Periode bis 1978 könnte durch die Effekte einer nachhaltigen Stabilisierungspolitik eine Preissteigerungsrate von 5% erreicht werden. Im Durchschnitt der Jahre 1974 bis 1978 würde dies einer Preissteigerungsrate von 7 bis 71/2% entsprechen. Die Annahme einer längeren Phase hoher Preissteigerungsraten und eine allmähliche Rückführung auf ein erträgliches Maß wird als wahrscheinlich angenommen. Es muß allerdings berücksichtigt wer- den, daß Prognosen über die längerfristige Entwicklung der Preis- steigerungsraten von einer Vielzahl schwer abschätzbarer Einflüsse abhängen und daher einen hohen Unsicherheitsgrad haben. ZENTRALE HYPOTHESE ~ls wahrscheinlichste Entwicklung kann nach den vorstehenden Oberlegungen eine reale Zuwachsrate des BNP von 41/2% pro Jahr bis 1980, eine Preissteigerungsrate von 7% bis 71/2% im Durchschnitt der Jahre 1974-1978 (danach von 50/0)und damit eine durchschnitt- liche nominelle Wachstumsrate von rund 12%bis 1978 und von 10% bis 11% gegen Ende des Jahrzehnts angesehen werden. 25