13Effizienz – Rechtsstaatlichkeit – Transparenz im österreichischen Wettbewerbsrecht 1. Grundlagen und Entwicklungen im Wettbewerbsbereich seit 2010 Ausdrücklich nicht in die vorliegende Studie einbezogen wird das Bei- hilfenrecht2, das auf EU-Ebene derzeit in einigen wesentlichen Bereichen umfassenden Reformen unterzogen wird, sich aber in zentralen Fragen des Vollzuges einer unmittelbaren einzelstaatlichen Ausgestaltung entzieht. Dies gilt auch für das Lauterkeitsrecht, das als solches sowohl hinsichtlich materieller wie auch verfahrensrechtlicher Regelungen als eigenständiger Bereich des Wettbewerbsrechts im weiteren Sinne anzusehen ist. Die Themen der vorliegenden Studie im Rahmen des Aktionsplanes „Zukunft der Wettbewerbspolitik“ beschäftigen sich mit aus der Praxis ausgewählten Fragenkreisen des Wettbewerbsrechtes im engeren Sinn, die entweder gesetzlich zu regeln wären, oder die von den einzelnen Akteuren bereits jetzt im Rahmen ihres Wirkungskreises umgesetzt werden können (zB die Standpunkte der BWB). 1.2. Wettbewerbspolitische Grundsatzüberlegungen 2.0 Die im Rahmen der Beiratsstudie Nr 84 aufgestellte Forderung des Beirates nach mehr Wettbewerb in jenen Bereichen, wo er einen Beitrag zur Schaffung von Wohlstand in Österreich erbringt, sowie die Auffor- derung an die Politik nach einer konsistenten wettbewerbsorientierten Gestaltung der österreichischen Wirtschaftspolitik („wettbewerbspo- litische Gesamtstrategie“), sind auch heute noch aktuell. Wettbewerb ist weder Selbstzweck noch Selbstläufer. Seitens der Politik gilt es, die positiven Wirkungen des Wettbewerbs zuzulassen und zur Entfaltung zu bringen, während negative, wohlfahrtsmindernde Entwicklungen zu verhindern sind. So kann die Erbringung von Leistungen, durch welche ein gesellschaftlich als optimal definiertes Güterangebot für eine breite Öffentlichkeit gewährleistet werden soll (Daseinsvorsorge, Umweltschutz, Landesverteidigung, etc), nicht alleine auf Wettbewerbsüberlegungen beruhen. Eine auf den österreichischen Wirtschaftsstandort zugeschnittene aktive Wettbewerbspolitik trägt zu einer Preis-, Kosten- und Qualitätsstruktur bei, die es den Unternehmern erlaubt, ihre internationale Wettbe- werbsfähigkeit zu steigern und die Konsumentenwohlfahrt mittel- bis langfristig durch inflationsdämpfende Wirkungen zu verbessern. Um- fassender betrachtet, gewährleistet sie durch Bildung, Innovation und neue technologische Entwicklungen, hochqualifizierte Arbeitsplätze und 2 ] Das Beihilfenrecht war auch nicht Gegenstand der Beiratsstudie Nr 84.