7) Ab 1986 werden nur mehr die Eigenmittel herangezogen. die Eigenmittel und die Primäreinlagenn, die sich bei den einzelnen Kreditinstituten bzw. bei den jeweiligen Sektoren unterschiedlich aus- wirken, etwa auf Grund der verschiedenen Bilanzstruktur (oder auf Grund der jeweiligen Anteile an Mindestreserve-, Anleihesyndikats- schlUssel usw.). Dennoch kann in der Praxis zwischen globalen und selektiven Maßnahmen genau unterschieden werden. GrundSätzlich ist die selektive Geldschöpfung "komponentenneu- tral". Im Fall der Auslandskomponente könnte die (devisenrechtliche) Bewilligungspraxis auslösend fUr selektive Wirkungen sein oder es könnten Swap-Operationen nur mit einzelnen Kreditinstituten durch- geführt werden; im Falle der Inlandskomponente kann die Noten- bank in den Bereichen der Refinanzierungs- und Offenmarktpolitik direkte selektive Zentralbankgelddotierungen vornehmen. Realpoli- tisch gesehen sind aber die autonomen Möglichkeiten der Notenbank nur im Bereich der Inlandskomponente gegeben. Vor allem die Kapi- talimporte des Bundes sowie jene für Zwecke der Exportfinanzierung sind vom Standpunkt der geldmengenpolitischen überlegungen nicht ausreichend steuerbar. Die Geldmengenvorstellung der Nationalbank ist ~ bei gegebener Wechselkurspolitik ~ von den zinspolitischen Erfordernissen abhän- gig. Um, abgesehen von leistungsbilanzbedingten Devisenbewegun- gen, massive rentabilitätsorientierte Devisenabfltisse zu verhindern (und um gleichzeitig keinen zusätzlichen Druck auf den Außenwert des Schillings zu erzeugen), muß die Nationalbank das inländische Zinsniveau auf der Höhe des bundesdeutschen halten (eine "auto- nome" Zinspolitik wäre erst bei strukturell aktiver Leistungsbilanz möglich). In dieser Relation wird ~ wegen des hohen Verflechtungs- grades im Handels-, Kapital- und Fremdenverkehr ~ ein möglichst konstantes Wechselkursverhältnis zur DM angestrebt, so daß das Wechselkursrisiko vergleichsweise gering ist. Bei einer solchen Kon- stellation kann nur ein zinspolitischer Gleichschritt rentabilitätsorien- tierte Devisenbewegungen verhindern. Unmittelbarer Ansatzpunkt fUr die Zinspolitik der Nationalbank ist der Geldmarkt. Die Zentralbankgeldmenge muß daher so gesteuert werden, daß der außenwirtschaftlich erforderliche Geldmarktsatz (d. h. der Preis fUr Zentralbankgeld) das vergleichbare DM-Niveau ungefähr erreicht. So wurden im Mai 1981, der aus verschiedenen Gründen durch eine besonders hohe Zentralbankgeldnachfrage ge- 24