tes abgekoppelt ist, kommt in der Primärmarktrendite auch das Marktverhalten des Schuldners kaum zum Ausdruck. Als alternative Veranlagungsmöglichkeit stehen Emissionen der Kreditunternehmungen zur Verfügung. Soweit es sich um Anlei- hen der Kreditunternehmungen handelt, könnte diese kraft des bestehenden Nahverhältnisses Schuldner-Gläubiger an sich mit Renditen ausgestattet werden, die unter jenen der öffentlichen Hand liegen, ohne daß dies in die Praxis umgesetzt wurde, Die Anleihen der Kreditunternehmungen sind daher in doppelter Hin- sicht attraktiver als die der öffentlichen Hand; dies führt einer- seits zu einer verstärkten Nachfrage und einer Verdrängung von Renten der Nicht-Kreditunternehmungen in die Portefeuilles der Kreditunternehmungen und trifft andererseits die Kosten der Kreditunternehmungen, die ohnehin durch die Einführung der Zinsertragsteuer verteuert werden. Die Differenzierung ist somit - wenn überhaupt - ausschließlich auf die Berücksichtigung der unterschiedlichen Laufzeit beschränkt. Diese Umstände haben dazu geführt, daß in der Vergangenheit die Rentenemissionen weitgehend uniform ausgestattet waren; die Ertragserwartungen kaum von Bindungsfristen beeinflußt wa- ren; in den vergangenen Jahren die Primärmarktverzinsung häufig un- ter die Sekundärmarktverzinsung gelegt wurde, Die Bedeutung der Gläubigerstruktur für den Rentenmarkt Die gesamten Anlagen der Nichtbanken errechnen sich Ende 1984 unter Miteinbeziehung ausländischer Anleger und der Bestände der Oesterreichischen Nationalbank mit 304 Mrd. S, von welchem 203 Mrd. S auf Anleihen der Kreditunternehmungen entfielen und le- diglich 101 Mrd. S auf Emissionen der Nicht-Kreditunternehmungen. Daraus folgt, daß die direkte Kreditgewährung der Nicht-Kredit- unternehmungen an die Nicht-Kreditunternehmungen im Wege des Rentenmarktes, die eigentliche und besondere Funktion dieses Mark- tes, lediglich 101 Mrd. S oder 19'4% von einem Gesamtumlauf von 520'9 Mrd. S betraf. Auf institutionelle Inländer entfielen Ende 1984 44'6 Mrd. S oder 62