80 im besonderen seit 1979die Richtschnur fOr die österreichische Zins+ politik dar, obwohl die Veranlagung zu maßgeblichen Teilen in Eu+ rodollar erfolgt bzw. in Euro-DM, wobei der Euro-DM-Satz häufig beachtlich vom innerdeutschen Taggeldsatz abweicht. Ein Vergleich ausgewählter österreichischer Zinssätze mit den deutschen zeigt folgendes Bild (vgl. Tabelle 7). Die TaggeldsätZe auf dem Zwischenbankgeldmarkt sind in Wien im langfristigen Durchschnitt um knapp 1% höher als in Frankfurt. Aber auch alle anderen beobachteten Zeitreihen zeigen ein im Durch- schnitt höheres österreichisches Niveau. Die Termineinlagen sind in Österreich um 0'9% (im Durchschnitt der Jahre 1979-1984), die Spareinlagen um ca. 0'8% (im Durchschnitt der Jahre 1973-1984) und die Rendite der Bundesanleihen ebenfalls um 1'0% (im Durch- schnitt der Jahre 1970-1984) höher als in der Bundesrepublik. Nur die Kreditzinsen (Prime Rate) sind im Durchschnitt der beobachteten Jahre (1979-1984) in der BRD annähernd gleich hoch wie in Öster- reich. Das Problem der relativ hohen österreichischen Zinssätze exi- stiert also nicht erst seit 1980/81, sondern bereits viel länger. Es ist zum größten Teil erklärbar in den Unterschieden der Inflationsrate (in den siebziger Jahren war der durchschnittliche Anstieg der öster- reichischen Verbraucherpreise um 1'1% höher als in der BRD) sowie durch das wesentlich höhere außenwirtschaftliche Ungleichgewicht Österreichs. Unter der Voraussetzung einer konstanten Wechselkursrelation zwischen DM und Schilling hat Österreich immer dann einen Zins- senkungsspielraum gegenüber der BRD, wenn die Leistungsbilanz positiv und die Inflationsrate niedriger als in der BRD ist. Ähnliches gilt fUr die BRD selbst gegenUber den USA. Die BRD hatte 1981 die Dollarzinshausse deswegen voll mitge+ macht, um eine Verschlechterung ihres Wechselkurses bei defizitärer Leistungsbilanz zu verhindern; gleichzeitig wurde auch der Binnen- preisstabilität hohe Priorität eingeräumt. Außerdem ging aus Erwar- tungsgrUnden der Dollarkurs stark in die Höhe. Erst als die BRD- Leistungsbilanz sich wieder verbesserte und der Dollar temporär ab- wertete, gewann die BRD ihren Zinssenkungsspielraum gegenüber den USA wieder zurilck. Österreich ist somit uber die BRD voll in den internationalen Zinszusammenhang integriert. Im folgenden wird nun untersucht, wie dieser Auslandseinfluß im Inland diffundiert, ob und in welchem Ausmaß er von inländischen Einflußfaktoren uberla- gert werden kann.