28 Preiskontrolle und Preisgestaltung im Übergang zur Marktwirtschaft1' 1. Einleitung Die dem RGW angehörenden Länder Mittel- und Osteuropas streben die Etab¬ lierung marktwirtschaftlicher Systeme mit freier Unternehmerwirtschaft statt zentraler Wirtschaftsplanung an. Demnach ist eine Preisbildung durch das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage bzw durch den Wettbewerb der Produzenten die Zielsetzung, an der sich die zu setzenden ordnungspolitischen Maßnahmen orientieren. Wenn dieses Ziel so rasch wie möglich erreicht werden soll, so sind doch die Schwierigkeiten, zu einer marktmäßigen Preisbildung zukommen, in den osteuropäischen Ländern ange¬ sichts der oft über Jahrzehnte kumulierten und verfestigten Ungleichge¬ wichte und Verzerrungen beträchtlich. Es wird eine Übergangsphase von einigen Jahren erforderlich sein, da es eine faktischen Unmöglichkeit darstellt, die bestehenden Ungleichgewichte mit einem Schlage zu beseiti¬ gen. Für diese Übergangsphase könnten die Erfahrungen auf dem Gebiet der Preispolitik, die in Österreich in den vierziger und fünfziger Jahren und teilweise auch noch später gemacht hat, von Interesse sein. 1) Vortrag bei der Expertentagung im Rahmen der Konferenz über wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (KWZE) in Bonn, 4.4.1990 «