16 In einem multisektoralen Ansatz könnten nun Sektoren, die eher als Preis¬ setzer agieren und solche, die als Preisnehmer agieren, unterschieden werden, wodurch sich der entsprechende Grad der Überwälzung für die I-O-Analyse modellieren ließe. Jene Sektoren (Preisnehmer), die selbst nicht überwälzen können, aber in hohem Ausmaß durch Vorleistungen des durch Preissetzerverhalten charakterisierten geschützten Sektors belastet würden, müßten daher Gewinneinbußen hinnehmen. Die Höhe dieser Gewinnein¬ buße ist ein Residuum und wird durch Gleichung 6. bestimmt. In den Gleichungen 5. und 6. wird versucht, nur teilweises Weiterwälzen von Kostenerhöhungen im Rahmen der I-O-Analyse zu modellieren. Dafür wird zunächst angenommen, daß der direkte Preiseffekt et2 jeweils in Höhe des Parameters et weitergegeben wird. Daraus ergibt sich nach Multiplikation mit der Leontief-Inversen (I - A1) 1 ein kumulativer Preiseffekt, der nun seinerseits nur mit dem dem Monopolgrad des jeweiligen Sektors entspre¬ chenden a weitergegeben werden kann. Der andere Teil dieses gesamten Preiseffektes muß daher aus den Gewinnen getragen werden. Zur Frage des Preisverhaltens der österreichischen Unternehmen in einem multisektoralen Ansatz liegt mit einer Studie von Dockner/Sitz (1986) eine neuere empirische Untersuchung vor. Darin werden Preisgleichungen ge¬ schätzt, die sowohl einen Aufschlag auf die variablen Kosten (Preissetzer) als auch die Orientierung an den Preisen der Konkurrenten (Preisnehmer) enthalten. Vereinfacht gesagt wird getestet, ob oligopolistisches Ver¬ halten wie im Cournot-Modell, monopolistisches Verhalten oder ein Konkur¬ renzmarkt vorliegt. Für den Fall eines Konkurrenzmarktes wird - wie das für die internationale Wirtschaft oft postuliert wird - die Hypothese des "law of one price" spezifiziert und separat empirisch getestet.