2.1.1.2.2 Geleistete und bezahlte Arbeitszeit in der österreichischen Industrie In der österreichischen Industriestatistik ist die Trennung zwischen geleisteten und bezahlten Arbeiterstunden exakt definiert: Bezahlte Arbeiterstunden sind alle bezahlten Stunden laut Lohnli- stej Ausfallstunden sind alle bezahlten Stunden, die durch Urlaub, Feiertage, Krankenstände und sonstige bezahlte Dienstfreistellungen entfallen, Die geleisteten Arbeiterstunden werden dabei als Residuum (bezahlte Arbeiterstunden minus bezahlte Ausfallstunden) erhoben, Somit ist in den bezahlten Arbeiterstunden auch die Teilzeit und Kurzarbeit enthalten, was dazu führt, daß die durchschnittlich be- zahlten Arbeiterstunden pro Woche knapp unter die gesetzlichen 40 Stunden gefallen sind. Die Entwicklung der Arbeiterstunden insgesamt und je Arbeiter darf nicht isoliert von der jeweiligen Konjunkturlage gesehen werden, Aus dem Zusammenspiel der Rezession 1975 und der Verkürzung der Normalarbeitszeit um 2 Stunden im gleichen Jahr resultierte eine 5"lprozentige Verringerung der geleisteten Arbeitszeit je Arbeiter so- wie ein enormer Rückgang des Arbeitsinputs in der gesamten Indu- strie um 12'5%, In der jüngsten Rezession 1981 und 1982 gingen zwar rund 62 Millionen Stunden verloren, die geleistete Arbeitszeit je Arbeiter hat sich um 0'9% verringert (1980/1983 -1'1%). Die letzte Spalte der Tabelle "Geleistete - bezahlte Arbeitszeit in der Industrie 1965 bis 1983" weist auf den seit 1971 nahezu ständig fallenden Anteil der geleisteten an den bezahlten Arbeiterstunden hin. 1981 erreichte dieser Anteil seinen bisherigen Tiefststand von 84'4%, Der geringe Anstieg seither resultiert primär aus einem (konjunktur- bedingten) RUckgang der bezahlten Ausfallzeiten von durchschnitt- lich 6·2 Wochenstunden je Arbeiter (1981) auf 6·0 (1983), Die Aus- fallszeiten sind im letzten Jahrzehnt von 5 Stunden auf 6 Stunden gestiegen, zum Teil wegen des erhöhten Urlaubsanspruchs, zum Teil wegen der Entgeltfortzahlung. Die 6 Ausfallstunden pro Woche ver- teilen sich schätzungsweise zu 11/2 Stunden auf Feiertage, 3 Stunden auf Urlaub und 11/2 Stunden auf Krankenstände, Der Krankenstand dürfte dabei etwas unterschätzt worden sein, weil nur die über den Betrieb bezahlten Krankheitstage erlaßt sind. Im Durchschnitt leistete 1983 ein Industriearbeiter 33·3 Wochen- stunden, bekam aber 39·3 Stunden bezahlt, Somit beträgt der Anteil der zu bezahlenden Ausfallzeiten 15'2% (6"0 Stunden). Differenziert 12