3.1.2. Stärkeres Wirtscha./tswachstum ermöglicht Abzweigung von Ressourcen für Maßnahmen der Umweltverbesserung Kuppelprodukte einen Schadstoffausstoß aufweisen. Da sowohl ho- her Rohstoff- und Energieverbrauch als auch Schadstoffausstoß als Umweltbeeinträchtigungen anzusehen sind, ergibt sich, daß mit jeder intensiven SachgUterproduktion eine gewisse Umweltbelastung ver- bunden ist. Unter der Annahme gleichbleibender Umweltbelastung je produzierter Einheit (kein umweltsparender technischer Fortschritt) und bei unveränderter Produktionsstruktur erhöht sich zwangsläufig mit der Produktion die Gesamtmenge der an die Umwelt abgegebe- nen Schadstoffe. Wenn nun, wie in vielen Situationen eines positiven Wirtschaftswachstums, die Sachgüterproduktion zunimmt, steigt auch die Umweltbelastung. Dieser Kausalzusammenhang ist auf Grund von Naturgesetzen!) zwar nicht völlig zu beseitigen, jedoch hat die Entwicklung der Um- welttechnik in den letzten Jahren gezeigt, daß es ohne weiteres tech- nisch möglich ist, die Umweltbeeinträchtigung je produzierter Einheit zu verringern. Dazu kommt, daß keineswegs die Herstellung jedes Produktes gleich "umweltintensiv" ist, so daß auch eine Veränderung der Produktionsstruktur zugunsten umweltfreundlicher Produkte die Auswirkungen dieses Kausalzusammenhanges mildern kann. Manche Dienstleistungen können fast ohne Umweltbelastung auskommen. Unter Berücksichtigung der technischen und organisatorischen Verringerung der Umweltbeeinträchtigung je produzierter Einheit und der Veränderung der Produktionsstruktur erscheint es möglich, auch bei positivem Wirtschaftswachstum einen Weg zu finden, die Umweltbelastung nicht ansteigen zu lassen. Die meisten Umweltschutzmaßnahmen (wenn sie nicht ausschließ- lich organisatorischer Art sind) bestehen entweder in der Errichtung umweltfreundlicher Produktionsanlagen anstelle von umweltbelastenden Produktionsanlagen, Schutzmaßnahmen, um Abwässer, Abgase usw. zu reinigen u. ä. oder in der Beseitigung bereits eingetretener Umweltschäden. 1) So besagt der zweite Hauptsatz der 1bennodynamik vereinfacht ausgedrUckt, daß völlig verlustfreie Energieumwandlungen nicht möglich sind. 60